Antiasthmatika

Wirkstoffgruppe || Quellen (Stand: 06. März 2017)

auch bezeichnet als:
Mittel gegen Asthma

Folgende Wirkstoffe sind der Wirkstoffgruppe "Antiasthmatika" zugeordnet

Anwendungsgebiete dieser Wirkstoffgruppe

Wie der Name besagt, werden Asthmamittel gegen Asthma eingesetzt, aber auch gegen Erkrankungen, die mit einer chronischen Verengung der Atemwege einhergehen (COPD).

Ziel ist es, die verengten Bronchien zu erweitern, indem Krämpfe der Brochialmuskulatur gelöst werden. Dieses Ziel kann sowohl durch Beta-2-Sympathomimetika (Bambuterol, Clenbuterol, Fenoterol, Formoterol, Reproterol, Salbutamol, Salmeterol, Terbutalin) wie auch durch Xanthinderivate (Theophyllin, Aminophyllin) oder Muskarinrezeptor-Antagonisten (Aclidinium, Ipratropium, Tiotropium, Umeclidinium) erreicht werden.

Da Bronchialkrämpfe häufig allergische oder entzündliche Ursachen haben, sind Kombination der oben genannten Wirkstoffe mit Antiallgika wie Cromoglicinsäure oder mit Glukokortikoiden wie Beclometason, Budesonid oder Fluticason gebräuchlich. Auch Muskelrelaxanzien wie Ipatropium und schleimlösende Mittel wie Ambroxol werden kombiniert.

Ein neuer Wirkansatz ist die Verwendung von Monoklonalen Antikörpern wie Mepolizumab, Omalizumab und Reslizumab als Entzündungshemmer.

So wirken Antiasthmatika

Beta-2-Sympathomimetika ahmen die anregende Wirkung der Nervenbotenstoffe Adrenalin und Noradrenalin nach. Indem sie sich an Beta-2-Rezeptoren in den Atemwegen heften, erschlafft die Bronchialmuskulatur. Dadurch werden Krämpfe gelöst, Husten und Atemnot bessern sich. Es wird zwischen schnell- beziehungsweise kurzwirksamen und langwirksamen Beta-2-Sympathomimetika unterschieden. Die schnell wirksamen Substanzen (wie Salbutamol, Fenoterol und Reproterol) setzt man vorwiegend in der Therapie akuter Atemnot ein, die lang wirksamen Substanzen (Salmeterol und Formoterol) hingegen in der Dauertherapie zur Vorbeugung von Brochialkrämpfen.

Xanthinderivate sind Reinformen oder Abwandlungen von Naturstoffen wie Theophyllin oder Aminophyllin. Auch sie lassen die Muskulatur der Atemwege erschlaffen und erweitern die Bronchien. Zusätzlich steigern sie den Abtransport von Fremdstoffen und Schleim aus den Atemwegen, senken den Druck in den Lungengefäßen und steigern den Atemantrieb. Außerdem haben sie gewisse entzündungshemmende Effekte, da sie die Ausschüttung von Entzündungsstoffen wie Histamin und Leukotriene hemmen.

Muskarinrezeptor-Antagonisten besetzen die auf den Oberflächen der Muskelzellen innerer Organe angesiedelten Bindungsstellen für den Nervenbotenstoff Acetylcholin. Normalerweise löst die Bindung von Acetylcholin beispielsweise in den Bronchien ein Zusammenziehen der Muskulatur und damit eine Verengung der Atemwege aus. Sind die Rezeptoren besetzt, bleibt diese Reaktion aus und die Atmung erfolgt ungehindert.

Glukokortikoide vermindern die Produktion von Antikörpern des Immunsystems, die an Entzündungsprozessen beteiligt sind und unterdrücken somit die Entzündungsvorgänge.

Monoklonale Antikörper wie Mepolizumab, Omalizumab und Reslizumab binden sich an Gewebsbotenstoffe wie Interleukin, die das Wachstum, die Aktivität und das Überleben von Entzündungszellen wie den sogenannten Eosinophilen steuern.




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