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Antazida

Wirkstoffgruppe || Quellen (Stand: 02. März 2011)

auch bezeichnet als:
Azidosetherapeutika; säurebindende Mittel

Folgende Wirkstoffe sind der Wirkstoffgruppe "Antazida" zugeordnet

Anwendungsgebiete dieser Wirkstoffgruppe

Säurebindende Mittel (Antazida) werden bei Übersäuerung des Magens und damit verbundenen Folgeerscheinungen wie Sodbrennen, saurem Aufstoßen sowie säurebedingten (peptischen) Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren eingesetzt. Dabei handelt es sich um eine symptomatische Therapie, da nicht die Ursachen der vermehrten Säureproduktion, sondern nur ihre Auswirkungen behandelt werden.

Die Wirkung der säurebindenden Mittel setzt bereits nach wenigen Minuten ein, hält jedoch nur zwei bis drei Stunden an.

Die Dosierung hängt dabei von den verwendeten Wirkstoffen ab. Sie kann deutliche Unterschiede aufweisen, je nachdem, wie viel Säure der jeweilige Stoff zu binden vermag. Magaldrat- und Hydrotalcit-haltige Präparate besitzen bezüglich dieser so genannten Säurebindungskapazität die höchste Wirksamkeit.

Da auch Nahrung eine säurebindende Wirkung aufweist, sollte die Einnahme von säurebindenden Mitteln in zeitlichem Abstand zu einer Mahlzeit erfolgen. Empfehlenswert ist die Anwendung zwei Stunden nach einer Mahlzeit oder unmittelbar vor dem Schlafengehen, da sonst die Magensäure in dem nachts leeren Magen besonders aggressiv wirkt.

Ein anderes Einsatzgebiet säurebindender Mittel ist die Übersäuerung des Körpers in Folge von Nierenfunktionsstörungen oder Ernährungsstörungen. Hierbei wird nicht die Neutralisation der Magensäure angestrebt, sondern ein Ausgleich des Säureüberschusses im Gewebe und Blut. Da die säurebinden Mittel im Magen inaktiviert würden, müssen sie für diesen Zweck in magensaftresistenten Arzneiformen (Kapseln oder Tabletten) verarbeitet werden.

So wirken Antazida

Die Magensäure besteht aus stark verdünnter Salzsäure. Sie dient der Verdauung und schützt den Körper vor eindringenden Keimen. Erst krankhaft im Übermaß produzierte Säure kann die Schleimhäute der Speiseröhre, des Magen oder Darms angreifen und so zu Krankheiten führen. Säurebindende Mittel (Antazida) neutralisieren überschüssige Magensäure oder binden diese. Ihr Wirkmechanismus ist relativ einfach:

Für den sauren Charakter der Magensäure (niedriger Magen-pH-Wert) sind positiv geladene Protonen (Wasserstoffionen, H+-Ionen) verantwortlich. Säurebindende Mittel dagegen enthalten negativ geladene Bestandteile, zum Beispiel Carbonat wie Calciumcarbonat, Bicarbonat (auch: Hydrogencarbonat) oder Hydroxid. Diese negativ geladenen Bestandteile neutralisieren die positiv geladenen Protonen. Man sagt, die basische (alkalische) Reaktion gleicht die Säure aus. Außerdem machen einige säurebindende Mittel die positiv geladenen Protonen auch durch eine Anlagerung (Adsorption) an ihre Oberfläche unschädlich.

Bei der Auswahl eines Wirkstoffs sollte grundsätzlich auf folgende Punkte geachtet werden:
  • Natrium-haltige Verbindungen (Natriumcitrat, Natriumhydrogencarbonat und andere) sind für eine säurebindende Therapie weniger zu empfehlen. Denn das Natrium wird nahezu vollständig vom Körper aufgenommen und kann, besonders bei Neigung zu Bluthochdruck, zur Steigerung des Blutdrucks führen. Wird Natron (Natriumhydrogencarbonat) als säurebindendes Mittel eingesetzt, kommt es darüber hinaus zur vermehrten Bildung von Kohlendioxid, das Blähungen hervorrufen kann.
  • Empfehlenswertere säurebindende Mittel (Antazida) sind Aluminium- und Magnesiumverbindungen mit basischen Gruppen (Magnesiumcarbonat, Magnesiumhydroxid, Aluminiumhydroxid, Aluminiumhydroxychlorid, Aluminium-Magnesium-Silikat, Magnesiumtrisilikat und andere). Sie werden auch in Kombination eingesetzt. Günstig ist bei diesen Verbindungen, dass sie keine blähenden Effekte haben. Aluminium besitzt darüber hinaus eine schleimhautschützende Wirkung.
  • Bewährt haben sich auch so genannte Schichtgitter-Antazida, die über eine charakteristische Kristallstruktur verfügen. Sie können Säure sowohl neutralisieren als auch anlagern. Zu ihnen gehören Magaldrat, Algeldrat, Almasilat, Carbaldrat und das natürlich vorkommende Hydrotalcit.
Bei längerer Anwendung von säurebindenden Mitteln sind in jedem Fall mögliche Veränderungen des Mineralhaushaltes zu beachten. Sie sind auf eine Aufnahme von Aluminium oder Magnesium oder auf Wechselwirkungen mit körpereigenem Phosphat zurückzuführen. Das aufgenommene Magnesium kann zum Beispiel zu Durchfall führen.

Weiterhin muss beachtet werden, dass säurebindende Mittel die Aufnahme (Resorption) anderer Arzneimittel in den Körper stark verringern können. Hier muss zumindest ein zeitlicher Abstand von einigen Stunden zwischen der Anwendung der verschiedenen Arzneimittel liegen.



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