Alkoholentwöhnungsmittel

Wirkstoffgruppe || Quellen (Stand: 14. Oktober 2014)

Folgende Wirkstoffe sind der Wirkstoffgruppe "Alkoholentwöhnungsmittel" zugeordnet

Anwendungsgebiete dieser Wirkstoffgruppe

Die Therapie der Alkoholkrankheit erfolgt in zwei Phasen:
  • Phase 1: Entzug
  • Phase 2: Entwöhnung
In der ersten Phase des Entzugs wird dem Patienten während einer stationären Behandlung, auch Entgiftung genannt, das Suchtmittel Alkohol vorenthalten. Dies geschieht unter ärztlicher Kontrolle, weil es beim Entzug zu Krampfanfällen oder Psychosen kommen kann. Andere Symptome des Alkoholentzugs sind Herzrasen, Unruhezustände, Zittern und Schwitzen. Die Psychosen werden mit Clomethiazol beziehungsweise Clomethiazoledisilat, die anderen Symptome mit Clonidin behandelt.

Die zweite Phase der Entwöhnung erfolgt mit psychologischer, sozialer und medikamentöser Unterstützung. Ziel der Behandlung ist, die Bindung an das Suchtmittel dauerhaft zu lösen. Mittel zur Alkoholentwöhnung wie die Wirkstoffe Acamprosat, Disulfiram und Nalmefen dürfen nur im Rahmen eines solchen Gesamtkonzeptes verordnet werden.

So wirken Alkoholentwöhnungsmittel

Die verschiedenen eingesetzten Wirkstoffe verfolgen nicht nur unterschiedliche Ziele, sie unterscheiden sich auch in der Wirkweise:
  • Clomethiazol wirkt im Gehirn beruhigend, krampflösend und schlaffördernd. Es beugt so Krampfanfällen oder Psychosen während des akuten Entzugs vor oder lindert solche Ereignisse.
  • Entzugssymptome wie Zittern, Schwitzen und Herzrasen entstehen, weil die dämpfende Wirkung von Alkohol auf das vegetative Nervensystem fortfällt. Clonidin (ein Wirkstoff aus der Gruppe der alpha-Sympathomimetika) ersetzt diese dämpfende Wirkung im Nervensystem und lindert damit die zuvor genannte Entzugssymptomatik.
  • Der Wirkstoff Acamprosat greift im Gehirn an, um den Zwang, Alkohol zu trinken, zu vermindern. Das erreicht der Wirkstoff, indem er bestimmte Hirnareale dämpft. Dies verursacht zuweilen starke Nebenwirkungen.
  • Disulfiram ist ein Wirkstoff, der beim Patienten nach Alkoholgenuss starke Unverträglichkeitsreaktionen hervorruft. Dazu zählen beispielsweise Kreislaufkollaps, Atemnot, Hitzegefühl und Kopfschmerzen. Der Patient wird in der Regel keinen Alkohol mehr trinken, weil er Furcht vor diesen unangenehmen Folgen hat.
  • Nalmefen besetzt im Gehirn die Opioid-Rezeptoren, an die sich der Alkhol bindet. Der Wrikstoff ist dort aber selbst wirkungslos. Da die Rezeptoren durch den Nalmefen besetzt sind, können Suchtstoffe wie Alkohol dort nicht mehr andocken. In Studien wurde so der Alkoholkomsum der Abhängigen deutlich vermindert.



Apotheken-Notdienst