äußerlich anzuwendende Mittel gegen Schuppenflechte

Wirkstoffgruppe || Quellen (Stand: 11. Dezember 2007)

auch bezeichnet als:
Antipsoriatika, externe; Antipsoriatika, topische; externe Antipsoriatika; externe Mittel gegen Psoriasis vulgaris; externe Mittel gegen Schuppenflechte; topische Antipsoriatika

Folgende Wirkstoffe sind der Wirkstoffgruppe "äußerlich anzuwendende Mittel gegen Schuppenflechte" zugeordnet

Anwendungsgebiete dieser Wirkstoffgruppe

Je nach Schwere der Erkrankung wird die Schuppenflechte mit unterschiedlichen Mitteln behandelt:
  • Bei einer unkomplizierten normalen Schuppenflechte kommen zunächst hornablösende Mittel wie Salicylsäure, Harnstoff und Schwefel zum Einsatz. Sie werden in Konzentrationen bis zu 10 Prozent in Cremes und Salben gemischt oder in Zubereitungen zum Baden angeboten.
  • Vitamin-D-Präparate wie Calcipotriol, Tacalcitol und Calcitriol werden bei leichter bis mittelschwerer normaler Schuppenflechte angewendet. Je nach Darreichungsform wird eines dieser Mittel kleinflächig auf die Haut oder Kopfhaut aufgetragen.
  • Auch Tazaroten, ein Retinoid, wird bei leichter bis mittelschwerer normaler Schuppenflechte aufgetragen.
  • Teerpräparate zur äußerlichen Anwendung kommen zum Einsatz, wenn die von der Schuppenflechte betroffenen Körperstellen wenig wechseln.
  • Dithranol wird ausschließlich zur Behandlung der normalen Schuppenflechte verwendet.
  • Bei schweren Erkrankungsformen führt die Therapie mit Methoxsalen in Kombination mit UV-B-Licht zum Erfolg.
  • Glukokortikoide wie beispielsweise Betamethason oder Dexamethason werden immer seltener bei der Schuppenflechte angewendet. Bei der Erstbehandlung und im akuten Schub einer normalen Schuppenflechte kann deren Gabe jedoch sinnvoll sein.

So wirken äußerlich anzuwendende Mittel gegen Schuppenflechte

Bei der Schuppenflechte kommt es zu einer beschleunigten Bildung von Hautzellen. Normalerweise braucht die Haut circa vier Wochen, um sich zu erneuern, bei der Schuppenflechte dauert es nur drei bis sieben Tage. Diese überschießende Vermehrung von Hautzellen durch Zellteilung ist die Folge einer Störung der Immunabwehr. Das Immunsystem richtet sich fälschlicherweise gegen die Hautzellen und lässt sie schneller wachsen, absterben und verhornen. Dadurch kommt es zu Verhornungen mit abgestorbenen Schuppen, die typisch für die Erkrankung sind.

Salicylsäure, Harnstoff, Teerpräparate und Schwefelbäder lösen bestehende Verhornungen und Hautschuppen ab und erleichtern dadurch den Zugang anderer Medikamente zur Haut. Andere Arzneistoffe können so besser an den eigentlichen Wirkort, etwa die tieferen Hautschichten, gelangen. Teerpräparate sowie Bäder mit Schwefel haben zudem entzündungshemmende Eigenschaften. Die Teerpräparate hemmen bei der Schuppenflechte auch die charakteristische überschießende Hauterneuerung.

Die Vitamin-D-Präparate Calcipotriol, Tacalcitol und Calcitriol verzögern die übermäßige Neubildung von Hautzellen bei der Schuppenflechte. Gleichzeitig lassen sie bereits bestehende Zellen ausreifen. Dadurch bilden sich die Entzündungen in der Haut zurück. Diese Mittel werden direkt auf die betroffenen Hautareale aufgetragen. Von den drei genannten Wirkstoffen ist Calcipotriol am stärksten wirksam.

Auch das Retinoid Tazaroten normalisiert das Wachstum und die Reifung von Hautzellen.

Dithranol ist ein so genanntes Psoriasismittel, dessen Wirkmechanismus noch nicht vollständig geklärt ist. Bisher weiß man, dass der Wirkstoff aktive Sauerstoffspezies bildet und damit die Produktion neuer Hautzellen bremst.

Tacrolimus - als Salbe angewendet - greift in Immunprozesse, welche maßgeblich an der Entstehung der Schuppenflechte beteiligt sind, ein.

Der Wirkstoff Methoxsalen lagert sich nach seiner Aktivierung durch UV-B-Licht zwischen die einzelnen DNA-Stränge der Hautzellen. Diese können sich dann nicht mehr teilen. Die kombinierte Anwendung von Methoxsalen und UV-B-Licht wird als Photochemotherapie bezeichnet.

Das Glukokortikoid Betamethason kann mit Calcipotriol zusammen angewendet werden, wenn die Schuppenflechte auf Vitamin-D-Präparate allein nicht anspricht. Betamethason wirkt entzündungshemmend, lindert den Juckreiz und verengt die Gefäße. Der Wirkstoff bessert so Symptome. Neben Betamethason werden auch Dexamethason sowie die nebenwirkungsärmeren Softsteroide Hydrokortison und Prednicarbat zur äußerlichen Behandlung der Schuppenflechte eingesetzt.




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