Ulipristal

Wirkstoff || Quellen (Stand: 14. März 2016)

auch bezeichnet als:
11beta-[4-(Dimethylamino)phenyl]-17-hydroxy-19-norpregna-4,9-dien-3,20-dion; Ulipristalum

So wirkt Ulipristal

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Ulipristal. Lesen Sie dazu auch die Informationen zur Wirkstoffgruppe Kontrazeptiva, zu welcher der Wirkstoff Ulipristal gehört.

Anwendungsgebiet des Wirkstoffs Ulipristal

Ulipristal wird in zwei Anwendungsgebieten eingesetzt:

Verhinderung einer Schwangerschaft nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr
In zwei klinischen Vergleichsstudien wurden Frauen mit Ulipristal behandelt, bei denen bis zu 72 Stunden nach einem ungeschützten Geschlechtsverkehr oder Versagen der schwangerschaftsverhindernden Maßnahmen vergangen waren. Die Ergebnisse zeigten, dass Ulipristal zur Verhinderung einer Schwangerschaft nicht weniger wirksam ist als Levonorgestrel. In beiden Studien wurden 85, beziehungsweise 73 Prozent der zu erwartenden Schwangerschaften verhindert.

In einer klinischen Studie an Frauen, die zwischen 48 und 120 Stunden nach einem ungeschützten Geschlechtsverkehr beziehungsweise dem Versagen der schwangerschaftsverhindernden Maßnahmen mit Ulipristal behandelt wurden, konnten 61 Prozent der zu erwartenden Schwangerschaften verhindert werden.

Wucherungen der Gebärmutterwand
Ulipristal dient der Behandlung mittlerer bis starker Beschwerden durch Gebärmutterwand-Wucherungen, sogenannter Myome. Allerdings wird der Wirkstoff nur bei erwachsenen Frauen im fortpflanzungsfähigen Alter eingesetzt, für die eine Operation vorgesehen ist.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Ulipristal sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Ulipristal

Ulipristal ist ein Wirkstoff, der nach der Einnahme ganz gezielt an die Bindungsstelle (Rezeptor) für das menschliche Sexualhormon Progesteron andockt. Progesteron ist wesentlich an der Steuerung des Ablaufs einer Schwangerschaft beteiligt. Aus dieser Eigenschaft ergeben sich die beiden Einsatzgebiete von Ulipristal: Die Hemmung oder Verzögerung des Eisprunges und die Beeinflussung der Gebärmutterschleimhaut, aber auch der Muskelzellen in der Gebärmutterwand.

Als "Pille danach" wird die Hormonwirkung von Ulipristal genutzt. Sie unterdrückt den Eisprung und die Gebärmutterschleimhaut lässt die Einnistung eines befruchteten Eies nicht zu.

Auf die Wucherungen in der Gebärmutterwand hat Ulipristal einen direkten Effekt: es vermindert deren Größe durch die Hemmung der Zellteilung und die Auslösung einer spontanen Zelltodes (Apoptose).

Ulipristal bindet sich kaum an die Rezeptoren für die männlichen Sexualhormone (die jede Frau ebenfalls in geringem Maß bildet) und auch nicht an die Bindungsstellen für weibliche Sexualhormone (Östrogene) oder der Hormone, die den Wasserhaushalt des Körpers regeln. Somit sind Nebenwirkungen wie Hautunreinheiten, Brustspannen und Wassereinlagerungen im Gewebe (Ödeme) eher auf die längeren Anwendungszeiten beschränkt.




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