Ulipristal

Wirkstoff || Quellen (Stand: 14. März 2016)

auch bezeichnet als:
11beta-[4-(Dimethylamino)phenyl]-17-hydroxy-19-norpregna-4,9-dien-3,20-dion; Ulipristalum

Welche Wechselwirkungen zeigt Ulipristal?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Alle Wirkstoffe, die das Enzymsystem im Körper anregen, über das Ulipristal abgebaut wird, können die Wirkung beeinflussen. So wird sie durch das Tuberkulose-Mittel Rifampicin, die Antiepileptika Phenytoin, Phenobarbital und Carbamazepin, die AIDS-Mittel Ritonavir, Efavirenz und Nevirapin sowie das pflanzliche Antidepressivum Johanniskraut herabgesetzt. Die gleichzeitige Anwendung mit diesen Wirkstoffen wird daher nicht empfohlen. Zu beachten ist, dass die vermindernde Wirkung nur langsam abklingt. So kann die Blutkonzentration an Ulipristal noch zwei bis drei Wochen nach Beendigung der Behandlung mit den genannten Substanzen verändert sein.

Wirkstoffe wie die Pilzmittel Ketoconazol und Itraconazol, die Antibiotika Telithromycin und Clarithromycin sowie das Antidepressivum Nefazodon und auch Grapefruitsaft hemmen das vorgenannte Enzymsystem. Demzufolge führen sie zu einem verzögerten Abbau von Ulipristal und vor allem zu verstärkten Nebenwirkungen.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Arzneimitteln mit Wirkung auf die Säureproduktion des Magens (beispielsweise Protonenpumpenhemmer, säurehemmende Mittel, H2-Rezeptor-Antagonisten) wird die Aufnahme von Ulipristal in den Körper vermindert und die Wirksamkeit somit beeinträchtigt. Die gleichzeitige Anwendung wird daher nur nach Befragen des Arztes empfohlen.

Ulipristal bindet sehr gezielt an den Rezeptor für das Hormon Progesteron. Die begleitende Einnahme von Gestagenen ("Mini-Pillen"), die Anwendung einer Gestagen-freisetzenden Spirale oder von Östrogen-Gestagen-Kombinationen zur Verhütung wird nicht empfohlen. Bei Behanldung von Gebärmutterwand-Wucherungen wie auch dem Gebrauch des Wirkstoffs als "Pille danach" wird dauerhaft oder im gleichen Zyklus empfohlen, eine zuverlässige Barrieremethode (Kondom, Pessar) anzuwenden.




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