Prednisolon

Wirkstoff || Quellen (Stand: 17. Oktober 2013)

auch bezeichnet als:
1,2-Dehydrocortisol; 11alpha,17,21-Trihydroxy-1,4-pregnadien-3,20-dion; Deltacortisol; Prednisolonum

So wirkt Prednisolon

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Prednisolon. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Glukokortikoide, Entzündungshemmer, zu welcher der Wirkstoff Prednisolon gehört.

Anwendungsgebiete des Wirkstoffs Prednisolon

Prednisolon wird in vielen unterschiedlichen Darreichungsformen angeboten. Dazu zählen Tabletten, Kapseln, Infusionslösungen sowie Injektionslösungen zum Spritzen für die innerliche (systemische) Anwendung. Für die örtliche (lokale) Anwendung, auch in Kombination mit anderen Wirkstoffen, stehen Zäpfchen, Salben, Cremes, Pasten, Gelzubereitungen, Tinkturen, Tropfen und Lösungen zur Verfügung.

Prednisolon wird in Tablettenform eingesetzt oder auch direkt in den Blutkreislauf gegeben bei
  • der Ausgleichbehandlung (Substitutionstherapie) der Nebennierenrindenschwäche (Morbus Addison) und der Hypophysenvorderlappenschwäche (Mittel der ersten Wahl sind Hydrocortison und Cortison)
  • Stresszuständen nach langfristiger Kortison-Therapie
  • entzündlich-rheumatischen Erkrankungen wie Entzündungen aller Gelenke (chronische Polyarthritis) sowie akut entzündlichen Vorgängen an einzelnen Gelenken zur Schmerzlinderung und Entzündungshemmung
  • Entzündungen von Blutgefäßen
  • Erkrankungen mit Umbau von Bindegewebe (Kollagenosen) wie beispielsweise dem Lupus erythematodes (Schmetterlingsflechte) zur Verzögerung des Krankheitsfortschritts
  • Bronchial- und Lungenkrankheiten wie Asthma bronchiale und COPD (gleichzeitig empfiehlt sich die Verabreichung von bronchienerweiternden Mitteln) und Lungengewebserkrankungen unterschiedlicher Ursache
  • Erkrankungen der oberen Luftwege wie schwere Verlaufsformen von Heuschnupfen und allergischem Schnupfen nach dem therapeutischen Versagen von Glukokortikoiden zum Einatmen und -spühen
  • akuten Verengungen von Kehlkopf oder Luftröhre (bei Pseudo-Krupp auch als Zäpfchen) oder zur Vorbeugung des Atemnotsyndroms bei Frühgeborenen
  • Herzkrankheiten wie der Herzbeutelentzündung (Endocarditis), auch solchen die durch rheumatische Entzündungen entstanden sind
  • Blutkrankheiten verschiedener Ursache
  • Erkrankungen des Nervensystems
  • Infektionen wie der Hirnhautentzündung aufgrund einer Tuberkulose
  • Krankheiten der Nieren, Harnleiter, Blase oder Harnröhre
  • Erkrankungen des Verdauungstraktes sowie chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa und Morbus CrohnLebererkrankungen
  • der Behandlung von Blutkrebs (Leukämie) und Lymphdrüsenkrebs. Hierbei wirkt Prednisolon aber nur lindernd auf die Beschwerden, die Krankheitsursache wird dadurch nicht behandelt. Außerdem beugt der Wirkstoff auch dem durch Chemotherapie erzeugten Erbrechen vor.
Die örtliche Anwendung von Prednisolon erfolgt entweder allein oder zusätzlich zu einer innerlichen Behandlung mit dem Wirkstoff. Gelegenheiten für einen solchen Einsatz sind:
  • allergische und/oder entzündliche Hautkrankheiten
  • Augenkrankheiten wie die Lederhautentzündung oder Entzündungen der mittleren Augenhaut
  • Beschwerden an Zähnen, Zahnfleisch und Mundschleimhaut wie akute Zahnfleischentzündungen, Mundschleimhautentzündungen sowie Entzündungen in Zahnfleischtaschen
  • Entzündete Hämorrhoiden, Entzündungen im Analbereich oder auch Mastdarmentzündungen.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Prednisolon sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Prednisolon

Prednisolon gehört zur Wirkstoffgruppe der Glukokortikoide. Es enthält in seinem Molekül kein Fluor und ist dem körpereigenen Hydrocortison damit recht ähnlich. Allerdings zählt der Wirkstoff dadurch zu den schwächer wirksamen Vertretern der Glukokortikoide. Dosisabhängig beeinflusst Prednisolon den Stoffwechsel fast aller Gewebe.

Bei Ausfall oder Schwäche der Nebennierenrindenfunktion fehlt es an körpereigenem Hydrocortison. Hydrocortison aber ist nötig, um den Kohlenhydrat-, Eiweiß- und Fettstoffwechsel zu regulieren. Prednisolon, als Tablette eingenommen, kann das fehlende Hydrocortison ersetzen und normalisiert die dadurch gestörten Stoffwechselwege. Die zu einer solchen Ausgleichbehandlung (Substitution) erforderlichen Dosen an Prednisolon sind vergleichsweise niedrig.

In höheren Dosierungen wirkt Prednisolon rasch entzündungshemmend und mit zeitlicher Verzögerung auch bremsend auf das Immunsystem. Es verhindert die Einwanderung von Entzündungszellen in geschädigtes Gewebe und blockiert an den Immunzellen die Freisetzung von biochemischen Stoffen, die Entzündungs- und Immunreaktionen vermitteln. Alle diese Wirkungen führen zu einem Abklingen der Entzündungsreaktionen und gelten sowohl für die innerliche wie die äußerliche und örtliche Anwendung von Prednisolon.

Die Wirkung von Prednisolon bei Atemwegserkrankungen beruht auf der Hemmung entzündlicher Prozesse. Es unterdrückt oder verhindert Wasseransammlungen (Ödeme) in den Schleimhäuten der Luftwege und verringert damit die Verengung der Bronchien. Außerdem wird die Zähigkeit des Bronchialschleims herabgesetzt und die Schleimproduktion gedrosselt. Sind die Bronchien weniger eng und wird auch weniger Schleim produziert, verbessert sich die Belüftung der Atemwege insgesamt und eine Entzündung kann besser abheilen.

Prednisolon wirkt stark antiallergisch. Das beruht auf der Unterdrückung des Abwehrsystem des Körpers durch den Wirkstoff: Es verhindert eine überschießende Reaktion des Immunsystems auf allergieauslösende Stoffe. Auf diesem Wege lindert Prednisolon die typischen Symptome einer Allergie wie Rötung, Gewebsschwellung oder Juckreiz.




Apotheken-Notdienst