Paclitaxel

Wirkstoff || Quellen (Stand: 15. März 2016)

auch bezeichnet als:
Paclitaxelum

So wirkt Paclitaxel

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Paclitaxel. Lesen Sie dazu auch die Informationen zur Wirkstoffgruppe Zytostatika, zu welcher der Wirkstoff Paclitaxel gehört.

Anwendungsgebiete des Wirkstoffs Paclitaxel

In Kombination mit dem Zytostatikum Cisplatin dient Paclitaxel als Mittel der ersten Wahl bei fortgeschrittenem Eierstockkrebs oder wenn nach einer Operation noch ein Resttumor von der Größe über einem Zentimeter übriggeblieben ist. Als Alternative wird Paclitaxel bei Eierstockkrebs dann eingesetzt, wenn schon Tochtergeschwulste (Metastasen) gebildet wurden und ein erster Therapieversuch mit platinhaltigen Wirkstoffen erfolglos war.

Paclitaxel wird auch bei Brustkrebs eingesetzt, der schon Metastasen in den angrenzenden Lymphknoten gebildet hat. Voraussetzung ist eine Vorbehandlung mit Anthracyclinen und Cyclophosphamid, die weitergeführt wird. Bei fortgeschrittenem oder Metastasen-bildendem Brustkrebs wird Paclitaxel in Kombination mit einem Anthracyclin zur Anfangsbehandlung bei Patientinnen verwendet, bei denen eine Anthracyclintherapie in Betracht kommt. In Kombination mit dem monoklonalen Antikörper Trastuzumab dient Paclitaxel der Behandlung von Patientinnen, die einen bestimmten Wachstumsfaktor-Rezeptor (HER-2) auf den Krebszellen haben und für die eine Therapie mit Anthracyclinen nicht geeignet ist. Paclitaxel alleine wird nur bei metastasierendem Brustkrebs von Patientinnen angewendet, bei denen eine Anthracyclin-Therapie erfolglos war oder nicht geeignet ist.

Paclitaxel wird, in Kombination mit Cisplatin, zur Behandlung von nicht-kleinzelligem Bronchialkkrebs immer dann eingesetzt, wenn eine Operation oder Bestrahlungen nicht in Frage kommen.

Außerdem dient der Wirkstoff der Behandlung einer besonderen Krebsart, die vor allem bei AIDS-Patienten auftritt: dem Kaposi-Sarkom. Hier wird Paclitaxel bei fortgeschrittenen Formen eingesetzt, wenn eine vorherige Therapie mit Anthracyclinen erfolglos blieb.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Paclitaxel sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Paclitaxel

Paclitaxel stammt ursprünglich aus der Eibe, einem Laubbaum mit nadelförmigen Blättern. Der Wirkstoff gehört zur Gruppe der Zytostatika, also der krebshemmenden Substanzen. Da Paclitaxel die Teilung von Zellen (Mitose) stört, wird es in die Untergruppe der sogenannten Mitosehemmstoffe eingereiht.

Zur Zellteilung bauen sich Fadenbündel (Mikrotubuli) auf, die im entscheidenden Moment die verdoppelten Chromosomen des Erbgutes an sich ziehen und so die Bildung einer unabhängigen Zelle ermöglichen.

Im Gegensatz zu dem Gichtmittel Colchicin und dem Zytostatikum Vinblastin, die direkt den Aufbau der Mikrotubuli hemmen, verhindert Paclitaxel deren Abbau. Dadurch kommt es zu einer unnormalen Bündelstruktur und Verwirrungen der Mikrotubuli während des Zellzyklus, die die Erbgutteilung behindern. Darüber hinaus stört die Stabilisierung der Mikrotubuli den ganzen inneren Aufbau der Zellen.

Paclitaxel wirkt auf alle sich teilenden Zellen und kann dementsprechende Nebenwirkungen verursachen. Da Krebszellen sich aber besonders schnell teilen, sind diese stärker betroffen.




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