Paclitaxel

Wirkstoff || Quellen (Stand: 15. März 2016)

auch bezeichnet als:
Paclitaxelum

Welche Wechselwirkungen zeigt Paclitaxel?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Bei Anwendung von Paclitaxel als Mittel der ersten Wahl bei Eierstockkrebs sollte der Arzt immer Paclitaxel vor dem Zytostatikum Cisplatin verabreichen. Bei umgekehrter Reihenfolge wird die Knochenmarkfunktion stärker beeinträchtigt und die Ausscheidung von Paclitaxelum etwa ein Fünftel verringert. Patienten, die mit Paclitaxel und Cisplatin behandelt werden, haben ein erhöhtes Risiko für ein Nierenversagen im Vergleich zu Cisplatin alleine bei Krebsformen an den weiblichen Geschlechtsteilen.

Da die Ausscheidung des Zytostatikums Doxorubicin und seinen aktiven Stoffwechselprodukten vermindert sein kann, wenn Paclitaxel und Doxorubicin in engem zeitlichem Abstand gegeben werden, wird der Arzt bei Brustkrebs mit Tochtergeschwulsten Paclitaxel 24 Stunden nach Doxorubicin geben.

Der Abbau von Paclitaxel im Körper erfolgt teilweise über das Cytochrom P450-Enzym-System. Die Kombination mit Stoffen, die dieses Enzymsystem bekanntermaßen hemmen (wie das Antibiotikum Eryhromycin, das Psychopharmakon Fluoxetin, der Lipidsenker Gemfibrozil oder Pilzmittel der Imidazol-Gruppe) oder fördern (wie Rifampicin (gegen Tuberkulose), die AntiepileptikaCarbamazepin, Phenytoin und Phenobarbital sowie die AIDS-Mittel Efavirenz und Nevirapin) darf daher vom Arzt nur mit Vorsicht vorgenommen werden. Die gleichzeitige Verabreichung des Pilzmittels Ketoconazol, ein bekannter starker Hemmstoff, behindert die Ausscheidung von Paclitaxel beim Patienten allerdings nicht.

Patienten, die am aidsbedingten Kaposi-Sarkom leiden, erhalten viele weitere und unterschiedliche Medikamente. Bei ihnen stellte sich heraus, dass die Ausscheidung von Paclitaxel durch Nelfinavir und Ritonavir deutlich verringert war, nicht aber von Indinavir. Ganz allgemein wird der Arzt daher bei der zusätzlichen Anwendung von HIV-1-Proteasehemmern vorsichtig vorgehen.




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