Milchsäure

Wirkstoff || Quellen (Stand: 17. September 2012)

auch bezeichnet als:
2-Hydroxypropansäure; 2-Hydroxypropionsäure; Acidum lacticum; E 270

So wirkt Milchsäure

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Milchsäure. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Mittel gegen Schuppenflechte und Verhornungsstörungen, abschälende Mittel, zu welcher der Wirkstoff Milchsäure gehört.

Anwendungsgebiete des Wirkstoffs Milchsäure

Gering konzentrierte Milchsäure dient der Vorbeugung und der Behandlung von Infektionen der Scheide sowie der Behandlung von Verletzungen der Scheidenschleimhaut. Außerdem wird sie zusammen mit Diaphragmen oder Muttermund-Kappen zur Schwangerschaftsverütung eingesetzt.

Hochkonzentrierte Milchsäure-Lösungen oder Kombinationen mit anderen Substanzen wie beispielsweise Harnstoff oder Salicylsäure dienen der Behandlung von Verhornungsstörungen der Haut, von Warzen sowie von Schuppenflechte eingesetzt.

Hochkonzentrierte Milchsäurelösungen können zu Verätzungen führen, daher sollten nur Fertigpräparate verwendet werden. Je nach Anwendung werden Konzentrationen zwischen zwei und zwanzig Prozent eingesetzt.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Milchsäure sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Milchsäure

Milchsäure ist natürlicher Bestandteil im Säureschutzmantel der Haut. Die leicht saure Hautoberfläche stärkt die Normalflora und schützt vor der Besiedelung der Haut mit krankmachenden Bakterien und Hefepilzen.

Auf der Oberfläche der Scheidenschleimhaut leben normalerweise Milchsäure-bildende Bakterien (Lactobazillen), die für eine schwach saure, schützende Umgebung sorgen. Durch bakterielle oder virale Infektionen, eine Antibiotikabehandlung oder Verletzungen der Schleimhaut werden diese Bakterien verdrängt und die Scheide ist anfällig für krank machende Mikroorganismen. Das Auftragen von Milchsäure regt die Wiederbesiedelung der Scheide mit Milchsäurebakterien an, hilft bestehende Erkrankungen zu lindern und neuen vorzubeugen. Die schwache Reizwirkung der Säure regt zudem Heilungsprozesse an.

Frauen, die spermienabtötende Mittel nicht vertragen, können Milchsäure zur Schwangerschaftsverhütung benutzen. Hierbei wird der Säuregrad (pH-Wert) der Scheidenflüssigkeit soweit gesenkt, dass die Spermien unbeweglich werden. Das Milchsäurepräparat wird stets zusammen mit einem Diaphragma oder einer Muttermund-Kappe verwendet.

Weiterhin hat Milchsäure eine leicht eiweißausfällende Wirkung und wirkt übermäßiger Hornhautbildung entgegen. Daher kann sie als Mittel gegen Verhornungsstörungen dienen.




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