Lisurid

Wirkstoff || Quellen (Stand: 07. Februar 2013)

auch bezeichnet als:
1,1-Diethyl-3-(6-methyl-9,10-didehydroergolin-8alpha-yl)harnstoff; Lisuridum

So wirkt Lisurid

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Lisurid. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Dopaminrezeptor-Agonisten, Mutterkornalkaloide, Parkinson-Mittel, zu welcher der Wirkstoff Lisurid gehört.

Anwendungsgebiet des Wirkstoffs Lisurid

Lisurid wird, meist in Kombination mit dem Parkinsonmittel Levodopa, zur Behandlung der Parkinson-Krankheit eingesetzt. Es mindert dabei die Krankheitssymptome wie Bewegungsstarre (Akinesie), Muskelstarre (Rigor) und das Zittern beim Versuch, sich zu bewegen (Tremor).

Des weiteren findet Lisurid bei zwei Typen von Stoffwechselstörungen Anwendung. Einerseits Stoffwechselstörungen, bei denen die Produktion des Hormons Prolaktin im Blut erhöht ist (Hyperprolaktinämie). Das sind beispielsweise krankhafte Zustände der Brustdrüse wie sie bei einer Galaktorrhö während der Schwangerschaft, in Stillpausen und auch nach der Stillzeit auftreten können. Ebenso werden Menstruationsstörungen (Amenorrhö) und weibliche Unfruchtbarkeit durch die Einnahme von Lisurid deutlich vermindert.

Andererseits können mit dem Wirkstoff Stoffwechselstörungen wie bei der Akromegalie oder Tumoren der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) behandelt werden.

Ein weiteres Anwendungsgebiet von Lisurid ist die Verhinderung des natürlichen Milchflusses nach der Geburt, das so genannte Abstillen.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Lisurid sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Lisurid

Lisurid gehört zur Gruppe der Mutterkornalkaloide und ist sowohl ein Dopaminrezeptor-Agonist als auch ein Prolaktin-Hemmer.

Aufgrund seiner dem Dopamin ähnlichen Wirkung kann der Wirkstoff die Dopaminmangelsymtome bei der Parkinson-Krankheit beseitigen und dadurch die Bewegungseinschränkungen von Parkinson-Patienten vermindern.

Darüber hinaus regt Lisurid die Dopamin-Rezeptoren der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) an. Auf diesem Weg kann Lisurid auch erhöhte Werte des Hormons Prolaktin normalisieren. Das hat folgende Effekte:

1. Der Wirkstoff kann dazu beitragen, dass sich der weibliche Zyklus normalisiert. Eine gewünschte Schwangerschaft wird dadurch in manchen Fällen ermöglicht.

2. Lisurid hemmt die übermäßige Milchproduktion, die zum Beispiel durch einen Tumor in der Hirnanhangsdrüse ausgelöst wird.

3. Nach der Geburt stoppt Lisurid den durch Prolaktin ausgelösten natürlichen Milchfluss der Frau, wenn Stillen nicht gewünscht wird oder der Milchfluss aus medizinischen Gründen unterdrückt werden soll.

4. Lisurid wirkt normalisierend auf die Produktion des Wachstumshormons (somatotropes Hormon) und kann so zum Beipsiel bestimmte Tumoren im Wachstum hemmen.




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