Lidocain

Wirkstoff || Quellen (Stand: 10. Juli 2014)

auch bezeichnet als:
2-Diethylamino-2′,6′-dimethylacetanilid; Lidocainum

So wirkt Lidocain

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Lidocain. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Mittel zur örtlichen Betäubung, Mittel gegen Juckreiz, Antiarrhythmika, zu welcher der Wirkstoff Lidocain gehört.

Anwendungsgebiete des Wirkstoffs Lidocain

Lidocain lindert, wenn es als Creme, Gel, Paste oder Salbe auf die Haut oder Schleimhaut aufgetragen wird, Schmerzen, Brennen und Juckreiz. Spezielle medizinische Gele mit Lidocain werden eingesetzt, um Behandlungen in Körperhöhlen (Einschieben von Atemschläuchen und Kathetern) sowie Untersuchungen (Endoskopie) weniger schmerzhaft zu machen.

In Zäpfchen und Cremes verarbeitet, dient Lidocain der Linderung von Beschwerden bei Hämorrhoiden.

Als Lösung zur Injektion wird der Wirkstoff eingesetztIm kosmetischen Bereich wird Lidocain zur örtlichen Betäubung vor der Anbringung von Tattoos und Permanent-Make-up verwendet.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Lidocain sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Lidocain

Lidocain ist ein Mittel zur örtlichen Betäubung, weshalb es auch als Mittel gegen Juckreiz eingesetzt werden kann. Außerdem ist der Wirkstoff ein Antiarrhythmikum.

Nerven nehmen Reize wie Berührungen, Druck, Schmerzen, Wärme und Kälte wahr. Die Nervenendigungen werden durch die Empfindung erregt und leiten die Erregung weiter zum Rückenmark oder zum Gehirn. Dort wird der Reiz verarbeitet und die Reaktion des Körpers auf den Reiz veranlasst.

Bei der Aufnahme und Weiterleitung von Reizen in einer Nervenfaser fließen bestimmte Mineralien, insbesondere Natrium und Kalium, durch Kanäle aus der Nervenzelle heraus, beziehungsweise in die Zelle hinein. Örtliche Betäubungsmittel wie Lidocain blockieren die Kanäle, die Natrium transportieren. Dadurch wird der Reiz nicht an das Gehirn weitergeleitet und Empfindungen wie Schmerzen und Juckreiz werden vorübergehend nicht mehr wahrgenommen.

Auch die Zusammenziehung des Herzmuskels wird durch regelmäßige Nervenreize ausgelöst. An den die Erregung regulierenden Nerven gibt es, wie im übrigen Körper auch, Kanäle für den Ein- und Ausstrom von Natrium. Blockiert Lidocain die Natrium-Kanäle im Herzen, wird der Herzschlag langsamer. Im Fall von schnellen Herzrhythmusstörungen (Herzrasen, Kammerflattern, Kammerflimmern) gibt diese kurze Verzögerung dem Herzen Zeit, seinen Rhythmus wieder zu normalisieren. In diesem Sinne kommt Lidocain jedoch nur als Notfallmedikament zum Einsatz.




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