Letrozol

Wirkstoff || Quellen (Stand: 14. August 2011)

auch bezeichnet als:
4,4-(1H-1,2,4-Triazol-1-ylmethylen)dibenzonitril; Letrozolum

So wirkt Letrozol

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Letrozol. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Aromatasehemmer, Zytostatika, zu welcher der Wirkstoff Letrozol gehört.

Anwendungsgebiet des Wirkstoffs Letrozol

Die meisten Formen von Brustkrebs werden in ihrem Wachstum durch das weibliche Sexualhormon Östrogen gefördert. Letrozol wird bei Frauen nach den Wechseljahren gegen solche so genannten hormonabhängigen Brustkrebs-Formen eingesetzt, um das Wachstum des Tumors zu vermindern. Der Wirkstoff kann aber auch als Krebsmittel bei Patientinnen angewendet werden, die sich aufgrund einer Entfernung der Eierstöcke in künstlichen Wechseljahren befinden.

Letrozol wird eingesetzt
  • als Ersttherapie, nachem eine Brustkrebs-Geschwulst im Frühstadium durch eine Operation entfernt wurde
  • nach vorheriger Standardtherapie über fünf Jahre mit Tamoxifen, einem anderen Brustkrebsmittel
  • auch als First-Line-Therapie, also Ersttherapie, bei fortgeschrittenem Brustkrebs
  • bei Wiederauftreten oder Verschlimmerung des Brustkrebses trotz einer Behandlung mit Antiöstrogenen

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Letrozol sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Letrozol

Östrogen fördert bei östrogen-empfindlichen Tumoren das Krebswachstum und die Aussaat von Krebszellen in den übrigen Körper (Metastasen). Mit dem Entzug von Östrogen kommt das Wachstum dieser speziellen Tumore wie zum Beispiel Brustkrebs zum Stillstand. Diese Tatsache machen sich einige Krebsmittel zunutze. Dazu gehören auch die Wirkstoffe aus der Gruppe der Aromatasehemmer wie das Letrozol. Wie alle Aromatasehemmer blockiert der Wirkstoff das für die Östrogenbildung wichtige Enzym Aromatase.

Vor den Wechseljahren sind die Eierstöcke der Hauptsitz der Östrogen-Produktion durch Aromatase. Dort sind Aromatasehemmer allerdings unwirksam und können die Östrogenproduktion nicht unterdrücken. Daneben wird durch Aromatase eine geringe Menge Östrogen in der Leber, der Nebenniere, in den Fettgewebszellen und - fatalerweise - auch in Brustkrebs-Zellen gebildet. Die Östrogenproduktion in diesen Geweben bleibt auch nach den Wechseljahren erhalten. Allerdings kann sie dann durch Letrozol blockiert werden. So kommt auch die nach den Wechseljahren verbliebene Produktion von Östrogen zum Erliegen.

Bei Frauen mit Brustkrebs in fortgeschrittenem Stadium, die sich nach den Wechseljahren befinden, verringern Tagesdosen von 0,1 bis fünf Milligramm Letrozol die Konzentration von Östrogen im Blut um 75 bis 95 Prozent gegenüber dem Ausgangswert.




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