Lactulose

Wirkstoff || Quellen (Stand: 07. September 2007)

auch bezeichnet als:
4-O-beta-D-Galactopyranosyl-D-fructose; Lactulosum

So wirkt Lactulose

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Lactulose. Lesen Sie dazu auch die Informationen zur Wirkstoffgruppe Abführmittel, zu welcher der Wirkstoff Lactulose gehört.

Anwendungsgebiete des Wirkstoffs Lactulose

Lactulose ist der Wirkstoff der Wahl, wenn einer Verstopfung mit einer Umstellung der Ernährungs- und Lebensgewohnheiten nicht mehr beizukommen ist. Weitere Anwendungsmöglichkeiten sind Erkrankungen, die eine leichtere Darmentleerung erfordern, wie beispielsweise Hämorrhoiden.

Der Wirkstoff kann auch zur Vorbeugung von Verwirrtheitszuständen bei Menschen mit schweren Lebererkrankungen (beispielsweise Leberzirrhose) eingesetzt werden.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Lactulose sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Lactulose

Das Abführmittel Lactulose ist ein Doppelzucker aus einem Molekül Schleimzucker (Galactose) und einem Molekül Fruchtzucker (Fruktose). Ähnlich den Osmolaxanzien zieht die Lactulose Wasser in den Dickdarm. Der Stuhl wird durch das angezogene Wasser weicher. Im Dickdarm wird Lactulose außerdem durch Bakterien hauptsächlich zu Milch- und Essigsäure, sowie Methan und Wasserstoff abgebaut. Vor allem die Säuren regen die Darmaktivität an und fördern die Ausscheidung zusätzlich.

Zusätzlich kann Lactulose in höheren Dosierungen Ammoniak aus dem Darm und dem Blut entfernen. Dieser Effekt kann sehr hilfreich sein bei Menschen mit schweren Lebererkrankungen, da hier oft ein zu viel Ammoniak im Blut vorhanden ist und dadurch Bewusstseinseintrübungen und Verwirrtheitszustände verursacht werden können. Für den Wirkmechanismus werden unterschiedliche Wege diskutiert. Einmal vermutet man, dass der durch Lactulose abgesenkte Säuregrad (pH-Wert) des Darminhaltes giftigen Ammoniak in ungiftige und ausscheidbare Salze verwandelt. Zweitens könnte auch die Zahl eiweißverzehrender und damit ammoniakproduzierender Bakterien zugunsten harmloserer zuckerspaltender Keime abnehmen. Oder der durch Lactulose angelieferte Kohlenhydratüberschuss zwingt die Darmbakterien, sich des Ammoniak als Nitratquelle zu bedienen. Jedenfalls wird durch Lactulose die Aufnahme von Ammoniak aus dem Darminneren in den Blutkreislauf verringert. Die Ammoniak-Konzentration im Blut lässt sich so um etwa 25 bis 50 Prozent senken.




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