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Hydro­cortison­ (Cortisol)

Wirkstoff || Quellen (Stand: 23. August 2013)

auch bezeichnet als:
11beta,17,21-Trihydroxy-4-pregnen-3,20-dion; 17-Hydroxycorticosteron; Cortisol; Cortisolonum; Hydrocortisonum

So wirkt Hydro­cortison­ (Cortisol)

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Hydro­cortison­ (Cortisol). Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Glukokortikoide, Entzündungshemmer, zu welcher der Wirkstoff Hydro­cortison­ (Cortisol) gehört.

Anwendungsgebiete des Wirkstoffs Hydro­cortison­ (Cortisol)

Hydrocortison (Cortisol) zur innerlichen Anwendung wird eingesetzt, um einen Mangel an körpereigenen Glukokortikoiden auszugleichen. Oft der Begriff "Cortison" fFür Hydrocortison und alle davon abgeleiteten chemischen Wirkstoffe gebraucht. Cortison aber ist ein inaktives Abbauprodukt des Cortisols und nicht für Medikamente verwendbar.

Zu einem Mangel an Glukokortikoiden kommt es, wenn die Nebennierenrinde diese Hormone nicht in ausreichendem Maße bildet. Bei Nebennierenrindenunterfunktion (Morbus Addison), nach Entfernung der Nebennieren, bei Störungen der Funktion der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) (Sheehan-Syndrom) sowie nach Entfernung der Hirnanhangsdrüse kann es daher zu einem Cortisolmangel kommen.

Weiterhin wird der Wirkstoff innerlich eingesetzt zur Behandlung eines adrenogenitalen Syndroms, das im Kindesalter auftritt. Dabei ist die Funktion der Nebennierenrinde gestört, die sowohl Cortisol wie männliche Sexualhormone produziert. Das Cortisol wird dabei von bestimmten Enzymen aus den von der Nebennierenrinde produzierten Vorstufen hergestellt. Mangelt es an diesen Enzymen, entsteht zu wenig Cortisol. Das veranlasst die Hirnanhangdrüse, die Nebennierenrinde zu stärkerer Aktivität anzutreiben. Da dabei aber dann vor allem männliche Geschlechtshormone (Androgene) gebildet werden, ist die Geschlechtsentwicklung bei Kindern gestört. Um die Hormonstörung zu behandeln, muss Hydrocortison (Cortisol) ersetzt werden.

Bei örtlicher Anwendung (beispielsweise in den Enddarm eingebracht) lindert Hydrocortison die entzündlichen Symptome bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn, Colitis ulcerosa und Entzündungen des unteren Darmabschnitts wie der Proktosigmoiditis.

Auf der Haut bewirkt der örtlich verwendete Wirkstoff in Cremes oder Salben bei entzündlichen oder allergischen Hauterkrankungen wie Ekzemen, Neurodermitis, Schuppenflechte, Sonnenbrand, Hautinfektionen und Insektenstichen eine Linderung von Beschwerden wie Juckreiz oder Entzündungen.

Da Hydrocortison zu den schwach wirksamen Glukokortikoiden gehört, sind äußerliche Zubereitungen mit diesem Wirkstoff bis zu einem Gehalt von 0,5 Prozent und einer Menge von 30 Gramm verschreibungsfrei. Allerdings sollten solche Präparate nur ab dem sechsten Lebensjahr und höchstens zwei Wochen lang angewendet werden.

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Zu folgenden Anwendungsgebieten von Hydro­cortison­ (Cortisol) sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Hydro­cortison­ (Cortisol)

Hydrocortison gehört zur Wirkstoffgruppe der Glukokortikoide. Es ist identisch mit dem körpereigenen Hormon Cortisol, das in der Nebennierenrinde gebildet wird. Hydrocortison kann dem Körper in Form von Tabletten oder Spritzen zugeführt, über den Enddarm gegeben oder äußerlich in Form von Salben oder Cremes angewendet werden. Seine Wirkdauer ist eher kurz.

Innerlich verabreicht kann Hydrocortison einen Cortisol-Mangel ausgleichen. Es wirkt so vielfältig wie das körpereigene Cortisol und kann auch spezielle Cortisolmangel-Beschwerden wie die Abnahme der körperlichen Leistungsfähigkeit oder Appetitlosigkeit beheben.

Hydrocortison wirkt entzündungs- und allergiehemmend. Daher können damit zum Beispiel chronisch-entzündliche Darmerkrankungen oder entzündliche Hauterkrankungen, aber auch schwere allergische Beschwerden gelindert werden.

Die innerliche Gabe des Wirkstoffes hat zwei wesentliche Nebenwirkungen. Zum einen fördert Hydrocortison die Wasserrückaufnahme aus dem Urin ins Blut. Dadurch vergrößert sich die Blutmenge, der Druck in den Blutgefäßen erhöht sich und damit der Blutdruck. Auf diese Weise kann es auch dauerhaft zu Bluthochdruck kommen. Zum anderen kann Hydrocortison Herzrhythmusstörungen auslösen. Hydrocortison steigert die Kaliumausscheidung mit dem Urin. So kann ein Kalium-Mangel entstehen, der Herzrhythmusstörungen begünstigt.

Äußerlich angewendet, ist Hydrocortison ein schwach wirksames Glukokortikoid. Wie alle Glukokortikoide wirkt es entzündungshemmend, indem es in den Zellen die Freisetzung verschiedener körpereigener Stoffe verhindert, die maßgeblich am Entzündungsgeschehen und allergischen Beschwerden beteiligt sind. Hydrocortison dringt nach dem Auftragen leicht in die Haut oder Schleimhaut ein und verbleibt dort über einen längeren Zeitraum. Bereits in der Haut oder Schleimhaut wird der Wirkstoff umgewandelt, weniger als ein Prozent der Dosis durchdringt die Haut oder Schleimhaut komplett. Daher werden bei örtlich und zeitlich begrenzter Anwendung in den Körperkreislauf nur unbedeutende Mengen aufgenommen, die keine allgemeine Nebenwirkungen hervorrufen können.

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