Fluorouracil

Wirkstoff || Quellen (Stand: 03. Mai 2017)

auch bezeichnet als:
5-Fluorouracil; 5-Fluorpyrimidin-2,4-dion; Fluorouracilum

Welche Wechselwirkungen zeigt Fluorouracil?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Alle Behandlungsmaßnahmen, die den Allgemeinzustand des Patienten verschlechtern oder die Knochenmarkfunktionen beeinträchtigen (beispielsweise durch andere Zytostatika), können die Giftigkeit von Fluorouracil erhöhen. Fluorouracil kann die Wirkung von Strahlentherapien auf die Haut verstärken.

Das Enzym Dihydropyrimidindehydrogenase (DPD) spielt eine wichtige Rolle für den Abbau von Fluorouracil. Die HIV-Mittel Brivudin und Sorivudin hemmen dieses Enzym und können so zu einer starken Erhöhung der Konzentration von Fluorouracil im Blut mit der Folge gefährlicher Nebenwirkungen führen. Aus diesem Grund sollte zwischen der Anwendung des Wirkstoffs und Brivudin, Sorivudin oder ähnlichen Wirkstoffen ein Zeitabstand von mindestens vier Wochen eingehalten werden. Dies gilt auch bei äußerlicher Anwendung von Fluorouracil.

Bei gleichzeitiger Gabe des Antiepileptikums Phenytoin und Fluorouracil kann es zu einer Erhöhung der Blutkonzentration von Phenytoin bis hin zur Vergiftung kommen.

Calciumsalze der Folsäure verstärken die Wirkung von Fluorouracil. Als Folge dieser Wechselwirkung kann schwerwiegender, zum Teil tödlich verlaufender Durchfall auftreten. Außerdem kann eine gemeinsame Infusion des Calciumsalzes von Folinsäure (Calciumfolinat) mit 5-Fluorouracil aufgrund von Kristallbildungungen ein unkalkulierbares Risiko für die Patienten darstellen.

Das Magenmittel Cimetidin, das Antibiotikum Metronidazol und Immunologika aus der Wirkstoffgruppe der Interferone können die Blutkonzentration von Fluorouracil erhöhen. Dies kann seine Giftwirkung verstärken.

Bei Patienten, die zusätzlich zu den Zytostatika Cyclophosphamid, Methotrexat und Fluorouracil, Thiazide und thiazidartige Entwässerungsmittel erhalten, tritt häufiger ein Mangel an Granulozyten im Blut auf, als nach gleicher Zytostatikagabe ohne Thiazid.

Bei gleichzeitiger Behandlung mit Methotrexat und äußerlich angewendetem Fluorouracil können vereinzelt schwere Hautreaktionen auftreten. Die gemeinsame Anwendung der Wirkstoffe ist daher verboten.

In Einzelfällen wurde bei Patienten, die mit dem Blutverdünner Warfarin behandelt wurden, eine Verstärkung der Blutungsneigung hervorgerufen, wenn sie zusätzlich Fluorouracil allein oder in Kombination mit Levamisol erhielten.

Bei gleichzeitiger Behandlung mit Fluorouracil und dem Wurmmittel Levamisol werden häufig leberschädliche Wirkungen (Anstieg von alkalischer Phosphatase, Transaminasen oder Bilirubin im Blut) beobachtet.

Bei Patientinnen mit Brustkrebs, die eine Kombinationsbehandlung mit Cyclophosphamid, Methotrexat, Fluorouracil und Tamoxifen erhielten, zeigte sich ein erhöhtes Risiko für das Auftreten von Blutgefäßverstopfungen.

Bei gleichzeitiger Gabe des Zytostatikums Vinorelbin und Fluorouracil mit Folsäure können schwere Schleimhautschäden mit Todesfolge auftreten.

Die Labortests für Bilirubin und für 5-Hydroxyindolessigsäure (zur Bestimmung der Konzentration des Nervenbotenstoffs Serotonin) im Harn können bei Gabe von Fluorouracil erhöhte oder falsch positive Werte ergeben.




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