Butyl­scopol­amin

Wirkstoff || Quellen (Stand: 11. September 2015)

auch bezeichnet als:
(1S,3s,5R,6R,7S)-8-Butyl-6,7-epoxy-3-{[(S)-3-hydroxy-2-phenylpropanoyl]oxy}-8-methyl-8-azoniabicyclo[3.2.1]octan; 8-Butyl-6-beta-7-beta-epoxy-3-alpha-S-tropoyloxy-1-alpha-H-5-alpha-H-tropan; Butylscopolaminum

So wirkt Butyl­scopol­amin

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Butyl­scopol­amin. Lesen Sie dazu auch die Informationen zur Wirkstoffgruppe Mus­carin­rezeptor-Anta­gonisten, zu welcher der Wirkstoff Butyl­scopol­amin gehört.

Anwendungsgebiete des Wirkstoffs Butyl­scopol­amin

Butylscopolamin wird bei Krämpfen des Magens, des Darms, der Gallenwege, der Harnwege und der Gebärmutter eingesetzt. Bei Darmleiden hilft der Wirkstoff vor allem bei krampfartigen Unterbauchbeschwerden und dem Reizdarmsyndrom. Ärzte setzen Butylscopolamin außerdem bei Magen-und Darmspiegelungen ein, um die Untersuchung zu erleichtern. Des Weiteren wird der Wirkstoff angewendet, um während der Geburt die Öffnung der Geburtswege zu erleichtern

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Butyl­scopol­amin sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Butyl­scopol­amin

Butylscopolamin gehört zur Wirkstoffgruppe der Muscarinrezeptor-Antagonisten. Bisher kommt es ausschließlich in der Form eines Salzes als Butylscopolaminium-Bromid, einer so genannten quartären Ammoniumverbindung, zur Anwendung.

Butylscopolamin wirkt auf Nervenendigungen, die durch den Nerven-Botenstoff Acetylcholin erregt werden. Der Wirkstoff verdrängt das Acetylcholin von den entsprechenden Empfangsstellen (Cholinozeptoren, Muscarinrezeptoren) am Ende der Nervenfasern. Die Impulsübertragung von einer Nervenzelle auf ein Organ wird damit erschwert oder vollständig blockiert.

Da im ganzen Körper Cholinozeptoren verteilt sind, wirkt Butylscopolamin sehr verschieden. Es entspannt die Muskulatur von Magen, Darm, Harnwegen und Geschlechtsorganen. Die Produktion von Bronchialflüssigkeit, Speichel und Schweiß sowie in hohen Dosen die Absonderung von Magensäure werden gehemmt. Darüber hinaus lähmt Butylscopolamin die Muskulatur der Augenlinse, die das scharfe Sehen erlaubt (Akkommodation).

Bei Einnahme (also nicht in die Blutbahn gespritzt) wird Butylscopolamin nur in geringem Ausmaß in den Körper aufgenommen. Aufgrund örtlicher Effekte entfaltet es seine Wirkungen dann fast ausschließlich im Verdauungskanal.




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