Bromocriptin

Wirkstoff || Quellen (Stand: 05. Dezember 2014)

auch bezeichnet als:
5-Brom-7-methyl-4,6,6a,7,8,9-hexahydroindolo[4,3-fg]chinolin-9-carbonsäure-(10b-hydroxy-5-isobutyl-2-isopropyl-3,6-dioxo-octahydrooxazolo[3,2-a]pyrrolo[2,1-c]pyrazin-2-yl)amid; Bromocriptinum

So wirkt Bromocriptin

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Bromocriptin. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Mutterkornalkaloide, Parkinson-Mittel, zu welcher der Wirkstoff Bromocriptin gehört.

Anwendungsgebiete des Wirkstoffs Bromocriptin

Bromocriptin wird vor allem bei Erkrankungen eingesetzt, die durch eine zu hohe Prolactin-Konzentration im Blut (Prolactinspiegel) hervorgerufen werden. Das Hormon Prolactin regt das Wachstum der Brustdrüse und die Muttermilchproduktion an. Bromocriptin nun hemmt die Wirkung des Prolactins. Allerdings darf Bromocriptin nicht routinemäßig angewendet werden, um Schmerzen und Schwellungen der Brust nach der Geburt zu behandeln oder den Milchfluss zu beenden. Ausnahme sind zwingende Gründe wie eine HIV-Infektion der Mutter oder aber der Tod des Kindes während oder kurz nach der Geburt, um die seelische Belastung der Mutter zu vermindern.

Bromocriptin wird auch verwendet, um Fruchtbarkeitsstörungen (die durch zu hohe Prolactinspiegel bedingt sind) zu behandeln.

Bestimmte Medikamente (wie Psychopharmaka) erhöhen den Prolactinspiegel. Dadurch kann es zum Ausbleiben der Menstruation (Amenorrhoe) sowie zur Produktion und zum Ausfließen von Muttermilch (Galaktorrhöe) kommen. In diesen Fällen normalisiert Bromocriptin den Prolactinspiegel und beseitigt so diese Symptome.

Bromocriptin wird außerdem zur Behandlung der Symptome der Parkinson-Krankheit eingesetzt.

In manchen Fällen wird Bromocriptin zur Behandlung der Akromegalie angewendet. Die Akromegalie ist eine Erkrankung, die sich dadurch zeigt, dass sich Körperteile wie Hände, Finger, Füße und im Gesicht Nase, Kinn, Augenbrauen und Jochbögen vergrößern. Hier wird Bromocriptin nur selten alleine eingesetzt, meist wird es mit einem zusätzlichen chirurgischen Eingriff oder einer Strahlentherapie kombiniert.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Bromocriptin sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Bromocriptin

Bromocriptin gehört zur Gruppe der Mutterkornalkaloide und wirkt an unterschiedlichen Stellen im Gehirn wie das körpereigene Hormon Dopamin als so genannter Dopamin-Agonist an den Dopamin-Bindungsstellen (Rezeptoren).

An den Dopaminrezeptoren der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) bewirkt Bromocriptin, dass die Freisetzung des Hormons Prolactin vermindert wird. Über diesen Mechanismus bessert Bromocriptin zum Beispiel Regelstörungen oder auch einen unerwünschten Milchfluss. Diese Wirkungen halten auch bei einer Langzeitanwendung an und verringern sich nicht im Laufe der Zeit (keine so genannten Toleranzerscheinungen). Auch die Freisetzung des Wachstumshormons Somatotropin wird durch die Stimulation der Dopamin-Rezeptoren gehemmt. Das erklärt, warum der Wirkstoff gegen Akromegalie eingesetzt werden kann.

Die Wirkung in bestimmten Gehirnbereichen (nigrostriatales System) bei der Parkinson-Krankheit betrifft vor allem Dopaminrezeptoren, die hinter einem zwischennervlichen Verbindungspunkt (postsynaptisch) liegen. Über die Wirkung auf diese Rezeptoren erklärt sich der günstige Einfluss auf Parkinson-Symptome.




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