Amantadin

Wirkstoff || Quellen (Stand: 03. Juli 2011)

auch bezeichnet als:
1-Tricyclo[3.3.1.13,7]decylamin; Amantadinum; Tricyclo[3.3.1.13,7]decan-1-ylazan

So wirkt Amantadin

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Amantadin. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen virenhemmende Mittel, NMDA-Antagonisten, Parkinson-Mittel, zu welcher der Wirkstoff Amantadin gehört.

Anwendungsgebiete des Wirkstoffs Amantadin

Amantadin kann bei der Parkinson-Krankheit zur Linderung der Symptome eingesetzt werden. Es vermindert das Zittern, die Bewegungsstörungen und die körperliche Starre. Der Wirkstoff Amantadin verringert auch solche Bewegungsstörungen, die durch Medikamente verursacht werden. Bewegungsstörungen können beispielsweise bei Einnahme von Neuroleptika oder ähnlich wirkenden Arzneimitteln auftreten.

Amantadin wird zudem zur Vorbeugung und Verkürzung der Grippe eingesetzt. Es wird zu diesem Zweck als Tablette geschluckt und hemmt die Vermehrung der Grippeviren.

Die Vorbeugung empfiehlt sich bei Ansteckungsgefahr (Ärzte, Pflegepersonal, Apotheker) und insbesondere bei Personen mit schwachen Abwehrkräften oder Personen mit chronischen Atemwegserkrankungen wie Asthma oder chronischer Bronchitis. Zur Vorbeugung der Infektion muss der Wirkstoff möglichst bald nach oder vor dem Kontakt mit infizierten Personen eingenommen werden.

Zur Therapie einer Grippe ist der Wirkstoff wie bei der Vorbeugung zu dosieren. Mit der Einnahme sollte möglichst bald nach dem Erkrankungsausbruch begonnen werden.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Amantadin sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Amantadin

Amantadin ist ein NMDA-Antagonist und ein virenhemmendes Mittel.

Bei der Parkinson-Krankheit kommt der Wirkstoff in seiner Eigenschaft als Hemmer des NMDA (Glutamin)-Rezeptors zum Einsatz. Bei Parkinson sind die Bewegungsabläufe gestört. Dies ist zu einem Teil darauf zurückzuführen, dass der Botenstoff Glutamat Nerven im Gehirn erregt. Diese Erregung kann zu unkontrollierten Bewegungen führen. Amantadin verhindert die Erregung solcher Nerven durch Glutamat, sodass die unwillkürliche Aktivität der Muskulatur nachlässt.

Die virenhemmende Wirkung von Amantadin wird zur Bekämpfung von Viruserkrankungen wie der Grippe genutzt. Grippeviren müssen menschliche Zellen befallen, damit sie sich vermehren können. Dazu dringen sie in die Zelle ein und legen ihre Hülle ab. In dieser Hülle befindet sich die Erbinformation des Virus. Amantadin hindert das Virus daran, seine Hülle abzulegen. Es kann sich nun nicht mehr vermehren.

Amantadin wird nur als Salz, nämlich als Amantadin-Hemisulfat oder Amantadin-Hydrochlorid eingesetzt. Beide Salze unterscheiden sich deutlich in Hinsicht der Aufnahme in den Körper. Amantadin-Hydrochlorid erreicht im Vergleich zu Amantadin-Hemisulfat nach Einzelgabe die maximale Konzentration im Blut schneller und dazu etwa dreifach stärker. Dadurch können bei Amantadin-Hydrochlorid mehr Nebenwirkungen auftreten.

Bei der Dosierung ist zu beachten, dass der Anteil an eigentlichem Wirkstoff in den Amantadin-Salzen unterschiedlich ist. So enthalten 100 Milligramm Amantadin-Hydrochlorid 80,58 Milligramm Mantadin, während die gleiche Menge Amantadin-Hemisulfat 75,51 Milligramm Amantadin enthält.




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