Amantadin

Wirkstoff || Quellen (Stand: 03. Juli 2011)

auch bezeichnet als:
1-Tricyclo[3.3.1.13,7]decylamin; Amantadinum; Tricyclo[3.3.1.13,7]decan-1-ylazan

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Amantadin im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Amantadin nicht verwendet werden?

Amantadin darf nicht angewandt werden bei:
  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff
  • schweren Herzerkrankungen wie schwerer Herzmuskelschwäche (Stadium NYHA IV), Herzmuskelerkrankungen und -entzündungen, Reizleitungsstörungen am Herzen (AV-Block Grad II und III, verlangsamter Herzschlag unter 55 Schläge/Minute, krankhaften EKG-Veränderungen) und schwerwiegenden Herzrhythmusstörungen der Herzkammern einschließlich Torsade de pointes
  • gleichzeitiger Therapie mit Budipin oder anderen Medikamenten mit Einfluss auf die Reizleitung des Herzens
  • Verminderung von Kalium und Magnesium im Blut (Begünstigung von Herzrhythmusstörungen)
  • schwerer Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance unter zehn Milliliter/Minute)
Amantadin darf nur unter besonderer ärztlicher Vorsicht angewendet werden bei Patienten
  • mit vergrößerter Vorsteherdrüse (Prostatahypertrophie)
  • mit Engwinkelglaukom
  • mit Störung der Nierenfunktion (verschiedener Schweregrade; durch eine Verschlechterung Nierenfunktion besteht die Gefahr der Anreicherung von Amantadin im Körper mit Vergiftungsfolgen)
  • mit Erregungs- und Verwirrtheitszuständen
  • mit Delirium-ähnlichen Zuständen und (Medikamenten-bedingten) Psychosen in der Vorgeschichte
  • die mit dem Wirkstoff Memantine behandelt werden.
Die gleichzeitige Gabe von Entwässerungsmitteln vom Typ der Kombination Triamteren + Hydrochlorothiazid und
Amantadin sollte unterbleiben. Patienten mit dem Risiko von Störungen des Mineralhaushaltes (Einnahme von Entwässerungsmitteln, häufiges Erbrechen oder Durchfall, Insulin-Gabe in Notfallsituationen, Nierenerkrankungen, Unterernährung) sollten am besten kein Amantadin erhalten. Ist es unumgänglich, müssen regelmäßige ärztliche Laborkontrollen erfolgen und es ist für einen Mineral-Ausgleich, insbesondere für Kalium und Magnesium, zu sorgen.

Bei Herzschrittmacherpatienten muss der behandelnde Facharzt (Kardiologe) über die Therapie mit Amantadin entscheiden.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Die Anwendung sollte in der Schwangerschaft nur unter strenger Abwägung von Nutzen und Risiko erfolgen, da eine schädigende Wirkung auf das ungeborene Kind nicht ausgeschlossen werden kann.

Amantadin geht in die Muttermilch über. Bei erforderlicher Therapie der stillenden Mutter sollte zuvor abgestillt werden. Falls während der Einnahme von Amantadin gestillt wird, muss der Säugling auf Hautausschlag, Probleme beim Wasserlassen und Erbrechen beobachtet werden. Spätestens bei Auftreten solcher Nebenwirkungen beim Säugling muss abgestillt werden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Die Anwendung von Amantadin ist bei Kindern ab fünf Jahren nur zur Vorbeugung und Behandlung der Virusgrippe Typ A vorgesehen. Die Gabe des Wirkstoffes an jüngere Kinder ist verboten, da bisher keine klinischen Erfahrungen aus Studien vorhanden sind.




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