Acetyl­salicyl­säure

Wirkstoff || Quellen (Stand: 12. Mai 2010)

auch bezeichnet als:
2-Acetoxybenzoesäure; Acidum acetylsalicylicum; ASS

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Acetyl­salicyl­säure im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Acetyl­salicyl­säure nicht verwendet werden?

1.) Der Wirkstoff darf nicht verabreicht werden bei:
  • Überempfindlichkeit gegen Acetylsalicylsäure oder andere Salicylate
  • akuten Magen- oder Darmgeschwüren – sie verschlimmern sich durch die Einnahme
  • erhöhter Blutungsneigung, die durch die Einnahme verstärkt werden könnte
  • Leber- und Nierenversagen
  • schwerer nicht behandelter Herzmuskelschwäche
  • Einnahme von Methotrexat (ab 15 Milligramm Methotrexat/Woche).
2.) Nur unter ärztlicher Nutzen-Risiko-Abwägung sollte Acetylsalicylsäure angewendet werden bei:
  • gleichzeitiger Behandlung mit anderen gerinnungshemmenden Arzneimitteln (Heparin mit Ausnahme niedrig dosierter Heparin-Therapie und Abkömmlingen des Cumarins wie Phenprocoumon)
  • Asthma, wegen der Gefahr einer Auslösung von Asthmaanfällen
  • Überempfindlichkeit gegen andere Entzündungshemmer, Antirheumatika oder allgemeiner Allergieneigung
  • Magen- oder Darmgeschwüren oder Magen-Darmblutungen in der Vorgeschichte
  • vorgeschädigter Niere
  • schwerer Leberfunktionsstörung
  • Operationen (auch kleinen).

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Schwangerschaft:
In den ersten beiden Dritteln der Schwangerschaft sollte der Wirkstoff nur nach Rücksprache mit einem Arzt eingenommen werden. In Studien an Tieren hat Acetylsalicylsäure besonders bei der Gabe hoher Dosierungen im ersten Drittel der Schwangerschaft zu Fehlbildungen des Ungeborenen geführt. Das Risiko für Missbildungen scheint bei normalen Einnahmemengen über kurze Zeit aber gering zu sein.

Im letzten Drittel der Schwangerschaft darf Acetylsalicylsäure keinesfalls verwendet werden. Mutter und Kind können sonst durch eine erhöhte Blutungsneigung schwerwiegenden Schaden nehmen. Außerdem kann sich der Geburtsvorgang durch eine Hemmung der Wehentätigkeit deutlich verzögern und verlängern.

Stillzeit:
Acetylsalicylsäure geht in die Muttermilch über. Bei regelmäßigem Bedarf von hohen Dosen an Acetylsalicylsäure ist es ratsam abzustillen. Die Leber des Säuglings kann nämlich den mit der Muttermilch aufgenommenen Wirkstoff noch nicht ausreichend entgiften.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Acetylsalicylsäure soll bei Kindern und Jugendlichen mit fieberhaften Erkrankungen nur auf ärztliche Anweisung und nur dann angewendet werden, wenn andere Maßnahmen gegen Fieber und Gliederschmerzen nicht wirken.

Sollte es während der Behandlung mit dem Wirkstoff zu lang anhaltendem Erbrechen kommen, so kann dies ein Zeichen des Reye-Syndroms, einer sehr seltenen, aber unter Umständen lebensbedrohlichen Krankheit sein, die unbedingt sofortiger ärztlicher Behandlung bedarf.




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