Refobacin Augentropfen

Medikament || Quellen (Stand: 06. September 2013)

Hersteller: Merck Pharma GmbH
Wirkstoff: Gentamicin
Darreichungsform: Augentropfen

rezeptpflichtig

Bitte beachten: Die Angaben zu Nebenwirkungen und Wechselwirkungen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt oder Apotheker oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.

Nebenwirkungen

Gabe als Injektion
Häufige Nebenwirkungen:
Eingeschränkte Nierenfunktion.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Unwohlsein, allergischer Hautausschlag.

Seltene Nebenwirkungen:
vorübergehende Erhöhung von Blutwerten (ASAT, ALAT, alkalische Phosphatase, Harnstoff), Gewichtsverlust, Nervenstörungen, nervliche Missempfindungen in Armen und Beinen, Übelkeit und Erbrechen, vermehrter Speichelfluss, Mundschleimhautentzündung, Dickdarmentzündung (pseudomembranöse Kolitis), gerötete Haut, Muskelschmerzen.

Sehr seltene Nebenwirkungen:
Bluthochdruck, niedriger Blutdruck, Blutbildveränderungen (Mangel an Blutplättchen, Granulozyten, Retikulozyten und weißen Blutkörperchen, Überschuss an unreifen Blutzellen), Blutarmut, Gehirnerkrankung, Gehirnkrämpfe, Blockade der Nerven-Muskel-Funktion, Schwindel, Schwindelgefühl, Gleichgewichtsstörungen, Kopfschmerzen, Sehstörungen, Störungen des Gleichgewichtssinns, Minderung des Hörvermögens, Menière-Krankheit, Ohrensausen, akute Nierenfunktionsstörung, Ausscheidung von Aminosäuren im Urin, Auscheidung von zu viel Phosphat mit dem Urin, Haarausfall, schwere Hautreaktionen (Erythema multiforme, Stevens-Johnson-Syndrom), Störung der Muskelfunktion.

Besonderheiten:
Wenn während der Behandlung schwerer und/oder blutiger Durchfall auftritt, sollte die Behandlung mit Gentamicin beendet und eine geeignete Therapie begonnen werden.

Um Nebenwirkungen möglichst zu vermeiden, wird der Arzt eine längere Behandlungsdauer vermeiden. Die Behandlung sollte möglichst nur über sieben bis zehn Tage erfolgen. Bei Patienten, die Gentamicin länger als vier Wochen in hohen Dosen erhalten, kann in seltenen Fällen ein Mangel an Kalium, Calcium und Magnesium im Blut auftreten.

Gabe als Hautcreme oder -salbe
Gelegentliche Nebenwirkungen:
Rötung, Brennen, Juckreiz.

Nebenwirkungen unbekannter Häufigkeit:
allergische Kontaktdermatitis.

Bei ausgedehnten Wundflächen und längerer Anwendung besteht die Gefahr von giftigen Blutspiegeln, insbesondere bei bestehender Nierenfunktionsstörung.

Anwendung in Augentropfen und -salben
Sehr seltene Nebenwirkungen:
Pupillenerweiterung des behandelten Auges.

Nebenwirkungen ohne Häufigkeitsangabe:
Augenreizungen (Brennen, Fremdkörpergefühl, Rötung), Wundheilungsstörungen der Hornhaut (bei Augenverletzungen), Überempfindlichkeitsreaktionen (wie
Schwellung, Rötung, Juckreiz).

Wechselwirkungen

Anwendung als Injektion
Muskelrelaxantien und das Narkosegas Ether verstärken bei Gentamicin die Blockade der Nerven- und Muskelfunktion. Wenn Gentamicin während oder unmittelbar nach Operationen verabreicht wird, kann bei gleichzeitiger Anwendung von Muskelrelaxantien (wie beispielsweise Atracurium, Pancuronium, Vecuronium) deren Wirkung verstärkt und verlängert sein. Diese Wechselwirkungen können auch die Atemfunktion blockieren.

Das Narkosegas Methoxyfluran kann durch Gentamicin in seiner nierenschädigenden Wirkung verstärkt werden. Bei gleichzeitiger Anwendung sind schwerste Nierenschäden möglich. Vor einem chirurgischen Eingriff sollte der Narkosearzt über die Behandlung mit Gentamicin informiert werden.

Wegen des erhöhten Nebenwirkungsrisikos sollten Patienten besonders sorgfältig überwacht werden, die gleichzeitig oder anschließend mit Substanzen behandelt werden, die schädlich für die Nieren oder das Gehör sind. Dazu gehören beispielsweise die Antibiotika Amphotericin B, Colistin, Vancomycin, Streptomycin, Viomycin, andere Aminoglykosid-Antibiotika und einige Cephalosporine, das Zytostatikum Cisplatin, Ciclosporin (gegen Organabstoßungen) und Schleifendiuretika wie Etacrynsäure und Furosemid. Cisplatin kann noch drei bis vier Wochen die Nierenschädlichkeit von Gentamicin verstärken.

Bei Patienten mit stark eingeschränkter Nierenfunktion, die Carbenicillin zusammen mit Gentamicin erhalten, kann die Wirksamkeit von Gentamicin eingeschränt sein.

Anwendung als Hautcremes und -salben
Bei großflächiger Anwendung besteht die Möglichkeit, dass Gentamicin in den Körper aufgenommen wird. Dies ist bei einer eventuellen zusätzlichen innerlichen Therapie mit anderen Wirkstoffen bedeutsam, die gehör- und nierenschädlich sind. Außerdem kann sich die Wirkung von Muskelrelaxantien auch auf die Atmung verstärken.

Anwendung als Augensalben und -tropfen
Gentamicin bildet mit den Antiobiotika Amphotericin B, Sulfadiazin, Cephalotin und Cloxacillin sowie Heparin sichtbare Niederschläge im Bindehautsack. Ganz allgemein müssen Gentamicin-haltige Präparate bei gleichzeitiger Behandlung mit anderen Augenmitteln in einem zeitlichen Abstand von mindestens 15 Minuten verabreicht werden.




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