Refobacin Augentropfen

Medikament || Quellen (Stand: 06. September 2013)

Hersteller: Merck Pharma GmbH
Wirkstoff: Gentamicin
Darreichungsform: Augentropfen

rezeptpflichtig

Bitte beachten: Die Angaben zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt oder Apotheker oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.

Gegenanzeigen

Bei Überempfindlichkeit gegen Gentamicin oder gegen andere Aminoglykosid-Antibiotika darf der Wirkstoff in allen Arzneiformen nicht eingesetzt werden.

Als Injektion ist die Anwendung bei der Nervenerkrankungen Myasthenia gravis verboten.

Nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch einen Arzt und unter seiner Aufsicht darf Gentamicin als Injektion verwendet werden bei
  • fortgeschrittener Nierenfunktionsstörung
  • vorbestehender Innenohrschwerhörigkeit
  • Patienten mit Vorerkrankungen der Nerven- und Muskelfunktion (wie beispielsweise der Parkinson-Krankheit), da Gentamicin die Reizübertragen von Nerven auf Muskeln blockiert.
Hinweise:
Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion wird der Arzt die Zeit zwischen den Anwendungen verlängernt oder die Dosis vermindern. Außerdem die Nierenfunktion laufend ärztlich überprüft werden. Mangel an Blutmenge, niedriger Blutdruck oder und Lebererkrankungen sind zusätzliche Risikofaktoren für Nierenschäden durch Gentamicin.

Eine beeinträchtigte Leber- oder Hörfunktion, Bakterien im Blut und Fieber fördern die Schädlichkeit von Gentamicin für das Gehör. Bei Patienten mit diesen Risikofaktoren sind regelmäßige ärztliche Kontrollen der Hör- und Gleichgewichtsfunktion nötig.

Nach Gabe von Gentamicin muss eine erneute Therapie mit Aminoglykosid-Antibiotika unmittelbar im Anschluss vermieden werden. Wenn möglich, wird der Arzt zwischen den Behandlungen eine therapiefreie Zeit von einer bis zwei Wochen einschalten.

Als Creme oder Salbe zur Hautbehandlung darf Gentamicin nicht zu großflächig, nicht unter luftdichten Verbänden oder auf verbrannten oder verwundeten Flächen angewendet werden, um eine Aufnahme in den Körper zu vermeiden.

Die Anwendung von Gentamicin am Ohr in Form von Augentropfen oder -salben ist verboten.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Bisher gibt es für Gentamicin zur Injektion keine hinreichenden Studien bei Schwangeren. Tierexperimente haben allerdings Schäden an den Ungeborenen zu Folge gehabt, weil Gentamicin den Mutterkuchen durchdringen kann. Es besteht daher ein mögliches Risikos für Innenohr- und Nierenschäden beim ungeborenen Kind. Gentamicin darf in der Schwangerschaft nur bei lebensbedrohender Infektion angewendet werden und das auch nur, falls keine andere Therapie zur Verfügung steht. Musste während der Schwangerschaft Gentamicin eingesetzt, sind die Hör- und Nierenfunktion des Neugeborenen ärztlich zu überprüfen.

Gentamicin tritt beim Menschen in die Muttermilch über und wurde in niedrigen Konzentrationen im Blut gestillter Kinder gefunden. Der Arzt hat also zu entscheiden, ob abzustillen ist, oder ob Gentamicin abgesetzt oder nicht gegeben werden soll. Bei gestillten Kindern können Durchfall und Pilzinfektionen der Schleimhaut auftreten, sodass möglicherweise abgestillt werden muss. Außerdem besteht die Möglichkeit einer Allergisierung gegen den Wirkstoff.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Zu den meisten Gentamicin-haltigen Medikamenten gibt es keine Studien mit Kindern. Daher sollte auf einen Einsatz des Wirkstoffes in dieser Altersgruppe verzichtet werden, sofern es der Hersteller nicht ausdrücklich erlaubt. Bitte halten Sie im Einzelfall Rücksprache mit dem behandelnden Arzt.

Warnhinweise

  • Nur Augensalben und Augentropfen dürfen im Augenbereich verwendet werden.
  • Bei innerlicher Anwendung als Injektion können Nierenfunktionsstörungen sowie Nierenwerterhöhungen auftreten. Es sollten regelmäßige ärztliche Kontrollen der Nierenwerte erfolgen.
  • Bei vorbestehender Innenohrschwerhörigkeit ist die innerliche Anwendung nicht erlaubt.
  • Bei innerlicher Anwendung ist vor einer Operation der Narkosearzt davon zu unterrichten.
  • Bei höherer Dosierung kann es zu Schäden der Augenbindehaut kommen. Die Dosis sollte dann verringert oder das Medikament ganz abgesetzt werden. Gegebenenfalls muss ein anderes Antibiotikum verwendet werden.
  • Benzalkoniumchlorid als Konservierungsmittel kann Augenreizungen verursachen.
  • Benzalkoniumchlorid als Konservierungsmittel kann zur Verfärbung weicher Kontaktlinsen führen. Daher sind Kontaktlinsen, wenn sich ein Tragen nicht vermeiden lässt, vor der Anwendung zu entfernen und frühestens 15 Minuten nach dem Eintropfen wieder einzusetzen.
  • Die Tropfen sind nicht zur Anwendung am Ohr bestimmt.
  • Augentropfen und Augensalbe können abwechselnd angewendet werden.
  • Die Augentropfen dürfen nach Anbruch nur vier Wochen verwendet werden.
  • Das Medikament darf nicht wärmer als 25 Grad gelagert werden.

Arzneimittel können allergische Reaktionen auslösen. Anzeichen hierfür können sein: Hautrötung, Schnupfen, Juckreiz, Schleimhautschwellung, Jucken und Rötung der Augen, Verengung der Atemwege (Asthma). In seltenen Fällen kann es zum allergischen Schock mit Bewusstlosigkeit kommen.

Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend einen Arzt.




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