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Marcumar

Medikament || Quellen (Stand: 02. Juni 2011)

Hersteller: Meda GmbH
Wirkstoff: Phenprocoumon
Darreichungsform: Tablette

rezeptpflichtig

Nebenwirkungen

Sehr häufige Nebenwirkungen:
Blutergüsse nach Verletzungen, Nasenbluten, Zahnfleischbluten, Blut im Urin.

Häufige Nebenwirkungen:
Leberentzündung mit und ohne Gelbsucht.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Blutungen im Bereich der Bauchspeicheldrüse und der Nebenniere, Blutungen im Bereich des Rückenmarks und Gehirns, Netzhautblutungen, Blutungen im Bereich des Herzbeutels, brennende Schmerzen in den Großzehen mit gleichzeitiger Verfärbung der Großzehen, Blutungen im Bereich des Brustfells, Einblutung in die Darmwand, Blutungen aus dem Magen-Darm-Trakt,
Übelkeit und Erbrechen, Durchfall, Appetitlosigkeit, Nesselsucht, Hautausschlag, Juckreiz, Hautentzündung, vorübergehender diffuser Haarausfall, Blutungen im Bereich von Gelenken und Muskeln, Blutungen im Bereich des Bauchfells.

Sehr seltene Nebenwirkungen:
Funktionsstörung des Oberschenkelnervs durch eine Bauchfellblutung,
Leberversagen (das eine Leberverpflanzung erforderlich macht oder mit Todesfolge), Lebergewebeschäden, schwere Hautschäden mit Todesfolge (Purpura fulminans) oder der Folge einer dauerhaften Behinderung, allergische Hautreaktion.

Besonderheiten:
Die Therapie mit Phenprocoumon ist nicht ungefährlich. Die Dosierung muss vom Arzt genau den individuellen Bedürfnissen angepasst werden, wobei nur wenig Spielraum zwischen Unter- und Überdosierung besteht.

Gelegentlich kann sich nach längerer Anwendung (Monate) – insbesondere bei dazu neigenden Patienten – eine Knochenmasseverminderung oder Osteoporose entwickeln.

Wechselwirkungen

Vor dem gemeinsamen Einsatz von Phenprocoumon und anderen Wirkstoffen muss der behandelnde Arzt sorgfältig die Vielzahl möglicher Wechselwirkungen beachten:
  • Eine erhöhte Blutungsgefahr ergibt sich mit:
    Acetylsalicylsäure, bestimmten nicht-steroidalen Antirheumatika, Cholesterinsenkern aus der Gruppe der Fibrate, Mitteln gegen Pilzerkrankungen wie Imidazole und Triazole, Heparin oder Abkömmlingen desselben, dem Gichtmittel Allopurinol, dem Alkoholentwöhnungsmittel Disulfiram, mit Androgenen, Antiarrhythmika wie Amiodaron und Chinidin sowie Propafenon, mit Schilddrüsenhormonen, Ammoidin (innerlich gegen Schuppenflechte), mit trizyklischen Antidepressiva, dem Zytostatikum Tamoxifen. Besondere Vorsicht erfordert die Kombination von Antibiotika mit Phenprocoumon. Vor allem Chinolone zeigen einen starken Effekt. So erhöht Ofloxacin das Risiko auf das Fünffache, andere wie Ciprofloxacin, Levofloxacin und Moxifloxacin auf das Dreifache. Bei Cotrimoxazol wird eine vierfache Steigerung beobachtet.

    Prinzipiell ist eine erhöhte Blutungsbereitschaft möglich, wenn gleichzeitig Wirkstoffe verabreicht werden, die die Zusammenballung von Blutplättchen hemmen oder die Schleimhaut im Magen-Darm-Trakt schädigen wie nicht-steroidale Antirheumatika und -Schmerzmittel.
  • Eine Wirkungsabschwächung ergibt sich mit:
    Barbituraten, Glucocorticoiden, Diuretika, dem Betäubungsmittel Glutethimid, dem Antibiotikum Rifampicin, dem Epilepsiemittel Carbamazepin, den Krebsmedikamenten Mercaptopurin und Thiouracil, mit dem Cholesterinsenker Colestyramin und Vitamin-K-haltigen Präparaten.
  • Zusammen mit dem Krebsmittel Capecitabin kann Phenprocoumon die Gerinnungsfaktoren im Blut verändern und/oder Blutungen auslösen.
  • Alkohol verändert die Phenprocoumon-Wirkung vielfältig. Der einmalige Alkoholkonsum verstärkt die Wirkung von Phenprocoumon, während diese durch andauerndes Trinken von Alkohol abgeschwächt wird. Ist durch Alkoholmissbrauch eine Leberfunktionsstörung entstanden, kann es jedoch wieder zu einer Wirkungsverstärkung kommen.
  • Bei gleichzeitiger Anwendung von Phenprocoumon mit oralen Antidiabetika kann es zu einer Unterzuckerung kommen.
  • Östrogen-Gestagen-Kombinationen zur Schwangerschaftsverhütung (Kontrazeptiva, "Pille") können die Ausscheidung von Phenprocoumon beschleunigen, ohne den blutverdünnenden Effekt zu beeinflussen.
  • Missbrauch von Abführmitteln kann die Aufnahme von Vitamin K in den Körper vermindern und damit die blutverdünnende Wirkung von Phenprocoumon fördern.
  • Bei plötzlicher Umstellung der Ernährungsgewohnheiten kann es zu einer veränderten Wirksamkeit von Phenprocoumon kommen. Eine Vitamin K-reiche oder -arme Ernährung beeinflusst sehr deutlich die gerinnungshemmende Wirkung. Vitamin K ist ein fettlöslicher Bestandteil pflanzlicher Nahrung (Spinat, verschiedene Kohlsorten), aber auch von pflanzlichen Ölen wie Oliven-, Raps- und Sojaöl.
  • Auch Erkrankungen (zum Beispiel der Leber oder Herzmuskelschwäche) können die Wirksamkeit von Phenprocoumon verändern.
Besteht die Gefahr einer der vorgenannten Wechselwirkungen, muss der Arzt besonders häufige Gerinnungskontrollen vornehmen.

Die Wechselwirkungen mit Alkohol sind vielfältig: einmalige Aufnahme größerer Mengen verstärkt die Wirkung von Antikoagulanzien zum Einnehmen, zu denen Phenprocoumon gehört, während chronische Aufnahme von Alkohol diese abschwächt. Bei chronischer Aufnahme von Alkohol und einer Leberfunkionsstörung kann es jedoch ebenfalls zu einer Wirkungsverstärkung kommen.

Mit zunehmendem Konsum der angeblich gesundheitsfördernden Goji-Beere erhebt sich der Verdacht, dass die Frucht die Blutungsneigung bei Phenprocoumon-Patienten fördert. Ärzte wie Patienten sollten sich der Möglichkeit einer Wechselwirkung bewusst sein und es sind Zubereitungen (Tee oder Marmelade) zu vermeiden, die Goji-Beeren enthalten.







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