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Zeckenübertragene Erkrankungen

Anwendungsgebiete & Beschwerden || Quellen (Stand: 05. Juni 2008)

auch bezeichnet als:
Erkrankungen nach Zeckenstich; Infektionen nach Zeckenstich; Infektionen, zeckenübertragene

Zecken sind blutsaugende Spinnentiere, die als Parasiten und Krankheitsüberträger eine wichtige Rolle spielen. Sie stechen als blutsaugende Parasiten in die Haut. Diese Zeckenstiche sind in der Regel ungefährlich, es sei denn, die Zecken sind mit Krankheitserregern infiziert. Ein Zeckenstich ist zunächst in der Regel nicht zu spüren. Entzündete Zeckenstiche können erste Hinweise auf eine zeckenübertragene Erkrankung sein. Darunter werden die Lyme-Borreliose, die Frühsommer-Meningo-Enzephalitis, FSME, und die Ehrlichiose zusammengefasst.

Lyme-Borreliose (Borreliose, Lyme disease):
Krankheitserreger der Lyme-Borreliose sind Borrelien, eine bestimmte Bakterienart. Mit Borrelien infizierte Zecken finden sich gehäuft in bestimmten Regionen Deutschlands, beispielsweise in Süddeutschland von Hessen bis Bayern.

Eine Borreliose verläuft schubweise in mehreren Krankheitsstadien. Dabei können einzelne Stadien übersprungen werden oder es kann nur eines der Stadien isoliert entstehen.
  • 1. Stadium (Lokalinfektion):
    Erstes Anzeichen einer Borreliose-Infektion ist meist das Auftreten einer Rötung im Bereich der Einstichstelle, einige Tage bis zu drei Wochen nach dem Stich. Dieser rote Fleck breitet sich langsam aus und wird gleichzeitig im Zentrum heller, so dass zunächst eine scheibenförmige, später eine ringförmige Hautveränderung zu beobachten ist (Erythema chronicum migrans, Wanderröte). Schmerzen bereitet die Hautrötung selbst nicht, manchmal wird sie jedoch von Fieber, Bindehautentzündung, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Gelenksschmerzen oder Lymphknoten-Schwellungen begleitet. Auch ohne medikamentöse Behandlung bildet sich diese Veränderung meist innerhalb einiger Wochen vollständig zurück. Die Borrelien verbleiben jedoch im Körper, können sich dort vermehren und den Übergang der Krankheit in das nächste Stadium einleiten.
  • 2. Stadium (Streuung des Erregers):
    Bei den wenigsten Borreliose-Kranken schreitet die Erkrankung in die nächsten Stadien vor. in Stadium 2 kommt es nach etwa vier bis 16 Wochen (teilweise auch länger) zu einer Ausbreitung der Bakterien auf den gesamten Organismus. Die Betroffenen leiden dann an grippeähnlichen Symptomen wie Fieber und Kopfschmerzen. Charakteristisch sind außerdem starke Schweißausbrüche. Im weiteren Verlauf kann es zu einem Befall der Organe, Gelenke, Muskeln und des Nervensystems kommen. Leitsymptome sind oftmals starke Nervenschmerzen und eine Gesichtslähmung, die sich in einem typischen schiefverzogenen Gesicht zeigt. Auffallend sind auch von Gelenk zu Gelenk springende Gelenkentzündungen und Muskelschmerzen. Weiterhin kann es zu Störungen des Tastsinns, Sehstörungen und Herzproblemen kommen. Die Betroffenen können dann an Herzklopfen und hohen Blutdruck sowie einer Pulsbeschleunigung leiden.

    Das Immunsystem ist in diesem Stadium oft nicht mehr in der Lage, die Infektion zu bewältigen. Da sich Borrelien scheinbar nur kurz im Blut aufhalten und sich sehr schnell im Bindegewebe festsetzen, sind sie vom Immunsystem und durch Antibiotika nur schwer aus dem Körper zu entfernen.

    Ein problematischer Sonderfall im Stadium II ist die sogenannte Neuroborreliose. Sie kann zu vielfältigen Erkrankungen des Nervensystems führen. In aller Regel tritt sie in der frühen Erkrankungsphase auf (bis etwa 10 Wochen), in der der Körper noch keine Antikörper gebildet hat. Deshalb sollte in diesem Stadium eine ausreichend hoch dosierte Antibiotikabehandlung stattfinden.
  • 3. Stadium (chronische Infektion): :
    Wird eine Borreliose nicht rechtzeitig und ausreichend behandelt, so kann die Erkrankung fortschreiten und zu bleibenden Organschäden führen (so genannte Spätmanifestation). Das heißt, die Krankheit verschlimmert sich zunehmend oder es treten immer wieder schubweise Symptome auf. Dabei sind monate-, auch jahrelange symptomfreie Zeiten mit anschließendem Wiederaufflackern von Symptomen möglich. Eine Erkrankung, die oft erst nach Jahren auftritt, ist die so genannte Akrodermatitis chronica atrophicans Herxheimer (ACA). Dabei handelt es sich um eine fortschreitende Hauterkrankung, die zu einer Verringerung des Unterhautfettgewebes und einer Abnahme der Hautdicke mit begleitenden Gelenk- und Nervenentzündungen führt. Desweiteren kann es auch zu einer chronischen, ständig wiederkehrenden Gelenkentzündung (Lyme-Arthritis) mit vielfältigen Krankheitsbildern kommen. Außerdem ist ein Befall des Nervensystems mit der Folge von Nervenschmerzen, Hirnhautentzündung (Borrelien-Meningitis), Entzündung von Gehirn und Rückenmark (Lyme-Enzephalomyelitis) oder einer Entzündung der Hirnsubstanz (Lyme-Enzephalitis) möglich. Ebenso können chronische Erkrankungen der Sinnesorgane und auch Muskeln auftreten. Viele Borreliose-Patienten klagen zudem über unerträgliche Erschöpfung, rasche Erschöpfbarkeit und chronische Müdigkeit, die sich auch durch ausreichend Schlaf nicht beseitigen lässt
Frühsommer-Meningo-Encephalitis (FSME):
Im Gegensatz zu den Borrelien-Bakterien handelt es sich beim Auslöser der FSME um Viren, die durch die Zeckenstiche übertragen werden. FSME-tragende Zecken sind besonders häufig in einigen Regionen Deutschlands zu finden, wie beispielsweise im Schwarzwald, zu finden. Allerdings ist auch in diesen Gebieten nur ungefähr jede 200ste Zecke Virusträger. Nicht jeder Stich einer infizierten Zecke führt beim Menschen zu einer FSME-Erkrankung. Wird jemand infiziert, verläuft dies meist unbemerkt und harmlos. Bei ungefähr 30 Prozent der Gestochenen treten Krankheitserscheinungen auf: in etwa der Hälfte der Fälle grippeähnliche Beschwerden, bei der anderen Hälfte allerdings schwere Krankheitserscheinungen. Durch Beteiligung des Zentralnervensystems mit Entzündungen von Gehirn und Hirnhäuten können bleibende neurologische Schäden wie Lähmungen oder chronische Kopfschmerzen entstehen. In Einzelfällen verläuft eine FSME tödlich.

Ehrlichiose:
Die Erreger dieser Erkrankung sind Bakterien aus der Familie der Rickettsien, welche den Borrelien ähneln. Diese Erkrankung gilt als klassische „Importkrankheit“ aus südlichen Ländern. Über die Verbreitung der Ehrlichiose bisher nur wenig bekannt.

Die Krankheit betrifft in erster Linie das Immunsystem, da die Erreger weiße Blutkörperchen (Lymphozyten) befallen. Eine Erkrankung kann sich in akuten Fieberschüben, Muskel- und Knochenschmerzen sowie Übelkeit und Erbrechen äußern. Die Symptome variieren von schwer bis lebensbedrohend. Das hängt vom Alter des Patienten und der Stärke seines Immunsystems ab. Mehr als die Hälfte aller Infektionen verlaufen ohne sichtbare Symptome.

Andere in diesem Zusammenhang relevante Anwendungsgebiete:

Wann zum Arzt?

Hautveränderungen an der Stichstelle sowie Beschwerden nach einem Zeckenbiss sollten ärztlich abgeklärt werden. Das gilt ebenso, wenn eine Zecke nicht erfolgreich vollständig aus der Haut entfernt werden konnte.



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