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Entzündlich-rheumatische Erkrankungen

Anwendungsgebiete & Beschwerden || Quellen (Stand: 16. Juni 2008)

auch bezeichnet als:
Erkrankungen, entzündlich-rheumatische

Zu den entzündlich-rheumatischen Erkrankungen zählen viele Erkrankungen, die eine Entzündung an den Gelenken oder am Bindegewebe hervorrufen. Zu dieser Gruppe von Erkrankungen gehören beispielsweise:
  • rheumatoide Arthritis
  • rheumatisches Fieber
  • Morbus Bechterew
  • Psoriasis-Arthritis
  • Bindegewebsentzündungen (Kollagenosen)
  • Gefäßentzündungen (Vaskulitiden).
Im Folgenden mehr zu den einzelnen Erkrankungen.

Die rheumatoide Arthritis wird auch chronische Polyarthritis genannt. Diese Krankheit verläuft in Schüben. Zu Beginn treten meist schmerzhafte Schwellungen und Steifigkeit der Fingergrund- und Mittelgelenke sowie der Zehengrundgelenke auf. Besonders morgens fällt es den Patienten schwer, sich zu bewegen (klassische Morgensteifigkeit). Während der nächsten Stufe der Erkrankung sind auch die größeren Gelenke befallen und der Patient klagt zudem über Ruheschmerzen. Später schwellen die Gelenke stärker an und es treten Verformungen und Verrenkungen der Gelenke auf. Nach längerem Krankheitsverlauf beginnen die Gelenke zu verknöchern, die Steifigkeit kann so stark werden, dass der Patient dauerhafte Pflege braucht.

Das rheumatische Fieber ist Folge einer bakteriellen Infektion (meist infolge von Scharlach oder einer Mandelentzündung durch so genannte betahämolysierende Streptokokken der Gruppe A). Die Krankheit ist in den Industrieländern heute relativ selten, weil sie gut mit Antibiotika bekämpft werden kann. Am Anfang steht eine zwei bis drei Wochen andauernde Infektion, die Entzündungen an den Gelenken, dem Herzen, der Haut oder dem Gehirn hervorruft. Es sind insbesondere Kinder und junge Erwachsene betroffen. Die Krankheit ruft einerseits die gleichen Symptome wie die rheumatoide Arthritis hervor, andererseits kann die Entzündung auf das Herz übergreifen und lebensbedrohlich werden. In den meisten Fällen klingt das rheumatische Fieber nach drei bis sechs Monaten wieder ab.

Beim Morbus Bechterew, der auch Spondylitis ankylosans genannt wird, sind vor allem die Wirbel des unteren Rückens von der Entzündung betroffen. Die Krankheit tritt besonders häufig bei Männern auf. Während anfangs nur die Wirbel des unteren Rückens betroffen sind, kann die Entzündung irgendwann den ganzen Rücken befallen und zu einer weitgehenden Wirbelsäulenkrümmung mit Bewegungsunfähigkeit führen.

Die Psoriasis-Arthritis tritt bei zirka zehn Prozent der Patienten auf, die an Schuppenflechte leiden. Es handelt sich um eine Gelenkentzündung, die meistens gleichzeitig mit der Hauterkrankung zum Vorschein kommt. Die Symptome sind ähnlich wie bei der rheumatoiden Arthritis. Eine Besonderheit besteht darin, dass häufig alle Gelenke eines Fingers befallen sind (so genannter Strahllbefall oder Wurstfinger). Auch hier besteht die Gefahr dauerhafter Schäden an den Gelenken.

Kollagenosen sind entzündliche Autoimmun-Erkrankungen, bei denen das Bindegewebe betroffen ist. Hierzu zählen der systemische Lupus erythematodes (SLE), das primäre Sjögren-Syndrom oder die progressive Sklerodermie.

Vaskulitiden sind Entzündungen der Gefäßwände, die im schlimmsten Fall zu einem Verschluss der Blutgefäße und einer Minderversorgung des umgebenden Gewebe führen können.

Andere in diesem Zusammenhang relevante Anwendungsgebiete:

Wann zum Arzt?

Bei starken Schmerzen, Verformungen, Schwellungen oder Steifheitsgefühlen an großen und kleinen Gelenken, ist eine ärztliche Abklärung erforderlich. Das gleiche gilt für überwärmte, hochrot-geschwollene Gelenke. Allgemeine Kraftlosigkeit sowie Gefühlsstörungen in Fingern und Händen sollten ebenfalls ärztlich abgeklärt werden.

Leiden Sie an Schuppenflechte und bemerken Sie neu aufgetretene Gelenkbeschwerden, ist es wichtig, den behandelnden Arzt darüber zu informieren.

Ebenso erfordern Rückenschmerzen und Bewegungseinschränkungen der Wirbelsäule, vor allen im Lendenwirbelsäulenbereich, einen Arztbesuch. Eventuell ist eine Röntgenuntersuchung notwendig.

Auch Kinder können entzündlich rheumatische Erkrankungen bekommen. Bei Gelenkbeschwerden und Schmerzen beim Gehen, Laufen oder Sitzen sollten Kinder sofort einem Kinderarzt vorgestellt werden. Erkrankte Säuglinge und Kleinkinder weinen häufig beim Wickeln oder die Kinder wollen vermehrt getragen werden, größere Kinder schränken ihren Bewegungsradius immer mehr ein und sind weinerlich bei längeren Aktivitäten.

Eine besondere Form der entzündlich rheumatischen Erkrankungen ist das Rheumatische Fieber. Kommt es nach einer ausgeheilten Mandelentzündung oder Scharlacherkrankung erneut zu Fieber und schmerzenden Gelenken, müssen Sie umgehend den behandelnden Arzt informieren. Sollte es sich tatsächlich um Rheumatisches Fieber handeln, können schwere Herzentzündungen entstehen.

Bei entzündlich rheumatischen Erkrankungen sollten Sie den Arzt informieren, wenn sich die Beschwerden verschlechtern oder neue Symptome auftreten. Achten Sie insbesondere auf Seh- und Hörstörungen, Muskelschmerzen, Sehnen- und Schleimbeutelentzündungen, Haut- und Haarveränderungen sowie Herz-, Lungen- und Nierenbeschwerden.



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