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Wassereinlagerungen im Gewebe (Ödeme)

Anwendungsgebiete & Beschwerden || Quellen (Stand: 28. November 2013)

auch bezeichnet als:
Ödeme; Wasseransammlungen im Gewebe; Wasseransammlungen im Gewebe (Ödeme)

Bei Wassereinlagerungen im Körpergewebe (Ödemen) ist das Gewebe durch Flüssigkeit angeschwollen. Diese Schwellungen sind nicht gerötet und in der Regel schmerzlos. Nach dem Eindrücken, beispielsweise durch enge Söckchen, bleiben längere Zeit sichtbare Dellen zurück.

Ödeme können kurzfristig und örtlich begrenzt im Rahmen einer Hautreaktion beispielsweise bei Allergie oder nach Insektenstichen oberflächlich auftreten. Wasseransammlungen können allerdings auch deutlich größere Ausmaße haben und den gesamten Körper betreffen. Bei Ödemen durch Herzmuskelschwäche kommt es häufig zu Wassereinlagerungen im Bereich der Unterschenkel und Knöchel. Diese Ödeme schädigen auf Dauer das Gewebe. Daher ist es notwendig, Wassereinlagerungen zu verringern beziehungsweise zu beseitigen. Das gilt ebenso für Wassereinlagerungen in großen Körperhöhlen, die Druck auf die Umgebung ausüben. Besonders kritisch sind Wasseransammlungen in der Lunge und im Gehirn.

Wassereinlagerungen können Symptom einer Krankheit sein. Im Folgenden finden Sie diese Krankheiten und die Symptome der damit verbundenen Ödeme:

  • Ödeme bei Herzmuskelschwäche
    Bei einer Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz) kann sich je nach betroffener Herzseite Wasser in der Lunge oder im Körperkreislauf stauen. Bei einer Rechtsherzschwäche treten die gestauten Venen häufig am Hals hervor. An den Knöcheln und Unterschenkeln schwillt das Gewebe an. Häufig müssen die Patienten nachts Wasser lassen, da die tagsüber in den Beine versackte Flüssigkeit im Liegen zum Herzen zurückfließt und über die Nieren ausgeschieden wird. Eine Funktionsstörung der linken Herzkammer (Linksherzinsuffizienz) kann in manchen Fällen zu Wasseransammlungen in der Lunge (Lungenödem) führen. Betroffene leiden dann an Atemnot mit Hustenreiz, verminderter Belastbarkeit und körperlicher Schwäche. Bei einem sehr schweren Lungenödem kann es zu brodelnden Atemgeräuschen und sogar Schaumaustritt aus dem Mund kommen.

  • Ödeme bei Nierenerkrankungen
    Bei einer Nierenentzündung oder einer Nierenfunktionsschwäche kann es zu einem aufgeschwemmten Aussehen insbesondere im Gesichtsbereich kommen, besonders die Augenlider erscheinen stark geschwollen. Eine schnelle Gewichtszunahme infolge vermehrter Wassereinlagerung im Gewebe kommt hinzu.
  • Ödeme bei Lebererkrankungen
    Bei einer Leberschrumpfung (Leberzirrhose) sind die Leberzellen geschädigt und es werden weniger Eiweißstoffe gebildet. Es kommt besonders im Bauchraum zu Wasseransammlungen (Aszites).
  • Ödeme bei Venenerkrankungen
    Tritt eine Erweiterung oder ein Blutstau in größeren Venen an den Beinen auf, wird Flüssigkeit aus den Gefäßen in das umliegende Gewebe gepresst. Aufgrund einer chronischen Druckbelastung des Gewebes durch das angestaute Wasser können Hautveränderungen und "offene Beine" entstehen. Ödeme in den Beinen entstehen auch als Spätfolgen einer tiefen Bein- und Beckenvenenthrombose.
  • Ödeme als Nebenwirkung einer Arzneimitteltherapie
    Beispielsweise bei der Einnahme von blutdrucksenkenden Arzneimitteln wie Kalziumkanalblockern, Abführmitteln oder Glukokortikoiden können Ödeme auftreten.
  • Ödeme durch Ernährung
    Wenn zu wenig Eiweiße mit der Nahrung aufgenommen werden, entstehen Ödeme. Das ist beispielsweise bei bestimmten Diäten oder Unterernährung der Fall.
  • Ödeme durch Hormonstörungen
    Ödeme können im Rahmen der Hormonumstellung bei Wechseljahresbeschwerden oder beim Hyperaldosteronismus (übermäßige Ausscheidung von Aldosteron aus der Nebennierenrinde) auftreten. Manche Frauen leiden auch vor der Regelblutung an Ödemen. Dabei kommt es insbesondere zu Schwellungen im Gesicht, an Händen und Brüsten.
  • Ödeme bei Entzündungen
    Bei Entzündungen kommt es zu einer vermehrten Durchblutung und einer erhöhten Gefäßdurchlässigkeit. Dabei können örtlich begrenzte (lokale) Ödeme entstehen.
  • Allergische Ödeme
    Allergische Entzündungsreaktionen (Allergien) an Haut, Bindehaut des Auges, Nasen-, Rachen- und Bronchialschleimhaut oder auch im gesamten Gefäßsystem können Ödeme hervorrufen.
  • Hirnödem
    Als Hirnödem bezeichnet man eine vermehrte Einlagerung von Wasser in das Gehirn. Diese Wasseransammlung entsteht aufgrund einer Schädigung der Blut-Hirn-Schranke oder der Blut-Liquor-Schranke. Durch die Volumenzunahme des Gehirnwassers kommt es zu einer Hirndrucksteigerung.

Neben den durch Wassereinlagerungen entstandenen Ödemen gibt es noch zwei weitere Arten, das Lymphödem und das Myxödem.
  • Lymphödem
    Lymphödeme sind besondere Ödeme. Sie entstehen, wenn die Lymphflüssigkeit aufgrund einer Behinderung nicht abfließen kann. Dabei sammelt sich die Lymphe im Gewebe und verursacht Schwellungen. Im Gegensatz zu wasserbedingten Ödemen sind diese Schwellungen aber von eher teigiger Konsistenz und schwer bis kaum eindrückbar.
  • Myxödem
    Bei einem Myxödem handelt es sich um eine hormonell bedingte krankhafte Ablagerung von so genannten Glykosaminoglykanen (bestimmte Zuckereiweißverbindung des Bindegewebes) in Haut-, Unterhaut- und Muskelgewebe. Myxödeme hinterlassen im Gegensatz zu wasserbedingten Ödemen nach dem Eindrücken keine sichtbaren Dellen. Zusätzlich zur teigigen Schwellung erscheint die Haut oft kühl, trocken oder rau. Bei einer Schilddrüsenunterfunktion kommt es häufig zu einem aufgedunsenen Gesicht sowie einer teigigen Schwellung vor allem auf dem Handrücken.
    Das so genannte prätibiale Myxödem (vor dem Schienbein) findet man häufig in Verbindung mit der Basedow-Krankheit (eine autoimmune Schilddrüsenentzündung). Das Ödem liegt meistens an den Streckseiten der Unterschenkel, selten am Fußrücken und nie oberhalb des Knies.

Andere in diesem Zusammenhang relevante Anwendungsgebiete:

Wann zum Arzt?

Sehr kleine, örtlich begrenzte Ödeme, zum Beispiel Schwellungen nach einem Insektenstich, können selbst behandelt werden.

Eine anhaltende oder größere Wassereinlagerung im Gewebe ist fast immer ein Symptom einer Erkrankung. Deshalb ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen, um eine richtige Behandlung zu gewährleisten. Das gilt ebenso bei schneller Zunahme des Bauchumfangs oder des Körpergewichts.

Ein Arztbesuch ist ebenfalls anzuraten bei geschwollenen und schweren Beinen, geschwollenen Augenlidern oder Schwellungen von Unterschenkeln und Händen. Wenn Sie nachts vermehrt Wasser lassen müssen, sollten Sie ebenfalls einen Arzt aufsuchen.








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