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Verstopfung

Anwendungsgebiete & Beschwerden || Quellen (Stand: 14. Oktober 2013)

auch bezeichnet als:
Obstipation

Verstopfung (Obstipation) zählt zu den Verdauungsstörungen und tritt bei circa 20 bis 30 Prozent aller Menschen, insbesondere nach dem 60. Lebensjahr, immer wieder mal auf. Frauen sind mehr als doppelt so häufig betroffen wie Männer.

Im Allgemeinen spricht man von Verstopfung bei weniger als drei Stuhlentleerungen pro Woche. Allerdings kann die Art und Häufigkeit der Stuhlentleerung auch von den Ess- und Trinkgewohnheiten jedes Einzelnen abhängen und daher sehr unterschiedlich sein.

Ärzte sprechen von Verstopfung, wenn während einer Zeit von mindestens zwölf Wochen innerhalb eines Jahres beständig oder wiederholt (bei mindestens einem Viertel aller Stuhlentleerungen) folgende Beschwerden auftreten:
  • zur Stuhlentleerung ist starkes Pressen nötig,
  • harter Stuhlgang,
  • Gefühl der unvollständigen Entleerung,
  • Gefühl der Blockierung im Analbereich,
  • manuelle Unterstützung der Stuhlentleerungen oder
  • weniger als drei Stuhlentleerungen pro Woche.
Abhängig vom Verlauf werden die chronische Form der Verstopfung und die akute Form unterschieden.

Eine akut einsetzende Verstopfung kommt relativ selten vor. Die Beschwerden gleichen denen der chronischen Verstopfung, welche nachfolgend näher erläutert wird. Auch die Reiseobstipation, also eine zeitlich begrenzte Stuhlverstopfung beispielsweise im Urlaub, zählt zu der akuten Verstopfung.

Ärztlicher Rat sollte immer eingeholt werden, wenn zu den oben genannten Symptomen weitere Symptome auftreten wie
  • Übelkeit, Erbrechen und Fieber,
  • starke Schmerzen oder
  • Blut im Stuhl.
Es kann sich um einen Darmverschluss (Ileus) handeln, wenn zusätzlich noch folgende Symptome auftreten:
  • angeschwollener Bauch
  • Erbrechen von Kot (sogenannte Miserere)
  • Schock
Patienten mit Darmverschluss müssen sofort medizinisch betreut werden. In vielen Fällen ist eine zeitnahe Operation notwendig.

Von chronischer Obstipation spricht man, wenn:
  • über mehr als drei Monate der Stuhlgang regelmäßig seltener als dreimal pro Woche erfolgt,
  • starkes Pressen erforderlich ist,
  • ein Gefühl der unvollständigen Darmentleerung bestehen bleibt.
Entsprechend ihrer Ursache lässt sich eine chronische Verstopfung in drei Gruppen einteilen:
  1. kologene Obstipation (entsteht durch mangelnde Darmbewegung)
  2. anorektale Obstipation (durch Veränderungen an Enddarm und After)
  3. idiopathische Obstipation (keine eindeutige körperliche Ursache feststellbar)
Eine weitere Form der Verstopfung ist das Reizdarmsyndrom, bei dem vor allem für eine Verstopfung typische Beschwerden auftreten. Transportiert der Darm den Stuhl gar nicht mehr weiter, spricht man von einem Stuhlstau oder der sogenannten Koprostase.

Andere in diesem Zusammenhang relevante Anwendungsgebiete:

Wann zum Arzt?

Leichte Verstopfungen sind im Allgemeinen ungefährlich. Manchmal kann schon die Umstellung der Ernährungsgewohnheiten auf ballaststoffreiche Nahrungsmittel helfen, um eine Verstopfung zu beseitigen. Allerdings sollten Betroffene, die bereits seit längerem unter einer Verstopfung leiden, nicht allzu große Hoffnungen auf diese Maßnahmen setzen – diese Therapie hilft nur bei einer leichten Form der Verstopfung.

Wenn Sie mit dieser Maßnahme keinen Erfolg haben, können Sie auf Abführmittel zurückgreifen. Handelsübliche Abführmittel können Sie auch ohne vorherige ärztliche Abklärung und über einen längeren Zeitraum einnehmen. Wenn die Verstopfung jedoch begleitet wird von Blut im Stuhl, Erbrechen und kolikartigen Schmerzen oder wenn Sie nach der Therapie mit Abführmitteln keine Besserung verspüren, sollten Sie einen Arzt aufsuchen und das weitere Vorgehen mit ihm abstimmen.

Akut auftretende Verstopfungen mit Begleiterscheinungen wie Schmerz und Erbrechen (vor allem Koterbrechen) können Anzeichen eines Darmverschlusses sein. Sollten diese Symptome auftreten, ist sofortige ärztliche Hilfe erforderlich. Das Gleiche gilt für Säuglinge und Kinder mit einer schmerzhaften Stuhlverstopfung.



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