Transplantatabstoßung

Anwendungsgebiete & Beschwerden || Quellen (Stand: 05. Juni 2008)

auch bezeichnet als:
Organabstoßungsreaktion

Bei einer Transplantation werden gesunde Organe, Teile von Organen, Gewebe oder Zellen eines Verstorbenen oder eines lebenden Spenders auf einen chronisch schwer kranken Menschen übertragen. Ziel dieser Operation ist es, dem Empfänger die Funktion seiner zerstörten Organe wiederzugeben. Die Transplantation hilft, das Leben dieser Menschen zu retten. Allerdings kann eine erfolgreiche Transplantation nur unter bestimmten Voraussetzungen erfolgen. Transplantierte Organe stellen für den Organismus letztlich fremdes Körpermaterial dar. Das Immunsystem erkennt es als solches und reagiert mit einer natürlichen Abstoßungsreaktion.

Die Transplantatabstoßung eines eingepflanzten Organs bleibt nur zwischen erbgutgleichen eineiigen Zwillingen aus. Je größer der Erbgutunterschied zwischen Spender und Empfänger ist, desto heftiger ist das Ausmaß der Organabstoßung. Man bemüht sich also darum, den erbgutbedingten Unterschied von Spender und Empfänger so klein wie möglich zu halten, indem man bei Spender und Empfänger auf möglichst ähnliche und verträgliche Gewebeeigenschaften und Blutgruppen achtet.

Kommt es dennoch zu einer Abstoßung, werden hier zwei Formen unterschieden:
  • Akute Abstoßungsreaktion:
    Sie tritt direkt nach der Transplantation auf. Gerinnungsfaktoren und Abwehrreaktion über körpereigene Abwehrzellen spielen dabei eine entscheidende Rolle. Es kommt zur Unterversorgung und zum Absterben des transplantierten Organs. Allgemeinsymptome wie Fieber, körperliche Schwäche, Schmerzen, Appetitlosigkeit und Gewichtsabnahme treten auf. Gelegentlich kann es verstärkt zu Übelkeit und Erbrechen, Durchfall, Hautveränderungen und Wassereinlagerungen kommen.
  • Chronische Abstoßungsreaktion:
    Bei einer chronischen Abstoßungsreaktion kommt es im Verlauf von Monaten und Jahren zu einem langsamen Umbau von normalem Transplantat in eine Form von bindegewebiger Narbe. Dadurch entsteht allmählich ein Verlust der Organfunktion bis hin zur endgültigen "Auflösung" des transplantierten Organs. Die auftretenden Beschwerden hängen von der Art des transplantierten Organs ab. So kommt es beispielsweise bei chronischer Abstoßung einer transplantierten Niere zu einem langsam fortschreitenden Nierenversagen.

    Andere in diesem Zusammenhang relevante Anwendungsgebiete:

    Wann zum Arzt?

    Transplantationen sollten nur in einem seriösen Umfeld vorgenommen werden. Dann ist die engmaschige Kontrolle des Organempfängers vor und nach dem Eingriff sowieso Teil der ärztlichen Behandlung.

    Sollten plötzlich Allgemeinsymptome wie Fieber, Schüttelfrost, anhaltendes Unwohlsein, ungewollte Gewichtsabnahme, Schmerzen oder zunehmende körperliche Schwäche auftreten, ist unverzüglich ein Arzt aufzusuchen.




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