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Stress

Anwendungsgebiete & Beschwerden || Quellen (Stand: 05. Juni 2008)

"Ich bin total gestresst." Dieser Satz wird von vielen Menschen regelmäßig ausgesprochen. Zudem steigt die Zahl stressbedingter Erkrankungen stetig. Doch was ist Stress eigentlich genau, und was kann man dagegen tun?

Was als Stress bezeichnet wird, ist genau genommen eine individuelle Reaktion auf Ereignisse und Herausforderungen in unserer Umwelt. Beispiele für solche Ereignisse sind Termindruck, "Stop and go" im Feierabendverkehr oder eine bevorstehende Prüfung. Solche Stress auslösenden Ereignisse nennt man auch Stressoren. Unser Körper reagiert auf diese Stressoren mit einer so genannten Stressreaktion. Hierzu spult er ein genetisches Programm ab, das schon die Steinzeitmenschen bei der Begegnung mit wilden Tieren oder feindlichen Stämmen kampf- oder fluchtbereit machte.

Die Reaktion des Körpers auf Stress wird durch die Aktivierung des vegetativen Nervensystems gesteuert. Sie läuft in vier Phasen ab:
  • Vorphase (tritt beispielsweise auf, wenn eine Stresssituation erwartet wird):
    Fast alle Stoffwechselfunktionen werden heruntergefahren, um die bevorstehende Mobilisierung der körpereigenen Reserven nicht durch störende Aktivitäten zu behindern. In akuten Stresssituationen folgt auf den Stopp der Stoffwechselfunktionen direkt die Alarmreaktion.
  • Alarmreaktion:
    Über die Sinnesorgane wird der Stressreiz an das Zentralnervensystem (Gehirn und Rückenmark) gemeldet, daraufhin setzt zunächst der so genannte Anfangsschock ein. Der Herzschlag wird beschleunigt, Blutdruck, Muskelanspannung und Körpertemperatur sinken, Blutgerinnung und Harnausscheidung ebenso, die Zahl der weißen Blutkörperchen vermindert sich. Bei extrem starken Stressoren kann die Stressreaktion hier enden, es kommt zum klinischen Bild einer akuten Schockreaktion, die einhergeht mit Schreckstarre und eventuell Ohnmacht.
  • Widerstandsphase:
    In der Regel folgt der Alarmreaktion allerdings die Widerstandsphase, in der es zu einer rapiden Steigerung der sympathischen Aktivität des vegetativen Nervensystems kommt. In den Nebennieren werden in erheblichen Mengen die Botenstoffe Adrenalin und Noradrenalin produziert. Frequenz und Stärke des Herzschlags sowie das Herzschlagvolumen steigen an. Die Atmung wird tiefer und die Bronchien erweitern sich, so dass mehr Sauerstoff für den Zellstoffwechsel bereitgestellt wird. Zugleich werden Glukokortikoide freigesetzt. Dabei kommt es auch zu einer Erhöhung der Blutfettwerte und des Blutzuckerspiegels, um den Muskeln Energie bereitzustellen. Gleichzeitig wird die Durchblutung von Haut und Verdauungsorganen zugunsten von Muskeln und Gehirn gedrosselt. Es werden also bevorzugt die Organe mit Blut versorgt, die für die Bewältigung der stressauslösenden Situation entscheidend sind. Dauert der Stressreiz an, so mobilisiert der Organismus zunächst alle verfügbaren Energiereserven. Dabei kann es zur Ausbildung verschiedener organischer Störungen kommen, so etwa zum Bluthochdruck oder zur Ausbildung eines bis dahin nicht feststellbaren Diabetes mellitus.
  • Erschöpfungsphase:
    Dauert der Stressreiz weiterhin an, so kommt es zur Erschöpfungsphase, bei der die Abwehrkräfte des Organismus abnehmen und die in den vorherigen Phasen strapazierten Anpassungsmechanismen nicht mehr funktionieren. In dieser Phase kann es sogar zu Störungen der Immunabwehr kommen. Das ist durchaus nachvollziehbar: Der menschliche Organismus ist für eine Dauerbelastung durch Stressoren nicht geschaffen, der natürliche Mechanismus der Stressreaktion versagt dort, wo der Stressor nicht durch Bewältigung oder Vermeidung kurzfristig beseitigt werden kann. In dieser Phase äußert der Körper seine Überforderung in vielen unterschiedlichen Krankheitserscheinungen. Dazu gehören typischerweise Kopfschmerzen, Konzentrationsprobleme, Störungen im Bereich des Magen-Darm-Trakts mit Durchfall, Schlafstörungen sowie viele andere Krankheitsbilder, die auf eine mangelhafte Immunreaktion zurückzuführen sind, wie beispielsweise der Ausbruch von Lippenherpes durch eine Aktivierung bereits im Körper ruhender Herpesviren.
Der beschriebene Ablauf einer Stressreaktion zeigt: Kurzfristige Auswirkungen einer Stressreaktion sind völlig normal. Dazu kommt ebenfalls, dass Stressoren von jedem Menschen unterschiedlich erlebt und verarbeitet werden. Körperliche Anspannung kann sowohl Lust- als auch Unlustgefühle erzeugen. Man unterscheidet daher den als positiv empfundenen Eustress vom als negativ empfundenen Dysstress. Prinzipiell wirken nur die Reize als Auslöser von Dysstress, den der Mensch als Bedrohung wahrnimmt.

Langfristig kann jede Art von Stress jedoch zu ernsthaften körperlichen und psychischen Problemen führen. Stress ist zwar keine Krankheit, kann aber durchaus krank machen. Bei dauerhaftem Stress besteht grundsätzlich die Gefahr, dass die normalerweise kurzfristigen Reaktionen ebenfalls ständig auftreten. Eine lang andauernde Erschöpfungsphase mit den typischen Krankheitsbildern ist die Folge.

Andere in diesem Zusammenhang relevante Anwendungsgebiete:

Wann zum Arzt?

Bei lang anhaltenden Kopfschmerzen, Schlafstörungen, ausgeprägtem Durchfall oder Verstopfung sowie Gewichtsverlust kann eine ärztliche Beratung hilfreich sein. Wenn sich Krankheiten wie Asthma, Allergien oder Neurodermitis durch den Stress verstärken, muss ein Arzt aufgesucht werden.


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