Schmerzen (leicht bis mäßig stark)

Anwendungsgebiete & Beschwerden || Quellen (Stand: 28. November 2013)

Ursachen

Nach ihrer Ursache werden verschiedene Schmerzformen unterschieden:
  • Physiologischer Schmerz
    Er entsteht in erster Linie durch Unfälle und Verletzungen. Die Schmerzempfindung ist ein sinnvolles Warnsignal für die Körperfunktion. Schmerzende Gebiete werden zum Beispiel automatisch ruhig gehalten, so dass weitere Schäden vermieden werden.
  • Neuropathischer Schmerz
    Dieser Schmerz entsteht durch Schädigungen des Nervensystems. Dazu zählen beispielsweise einige virale Infektionskrankheiten (unter anderem Poliomyelitis) oder Nervenschäden durch Stoffwechselveränderungen wie dauerhaft erhöhter Blutzuckerspiegel bei Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus). Auch Schmerzen infolge Amputationen und Querschnittslähmung gehören zum neuropathischen Schmerz.
  • Phantomschmerz
    Hierbei werden Schmerzen in einem nach Amputation nicht mehr vorhandenen Körperteil empfunden. Das Gehirn interpretiert eingehende Signale fehlerhaft, da während der Amputation auch schmerzweiterleitende Nervenfasern geschädigt werden. Die genaue Ursache von Phantomschmerzen ist aber noch nicht vollständig erforscht.
  • Schmerzen durch vorübergehende körperliche Störungen
    Diese Schmerzen entstehen, wenn Teilsysteme des Körpers vorübergehend fehlerhaft funktionieren, ein Beispiel hierfür sind Durchblutungsstörungen. Nachdem die Fehlregulation vom Körper selbstständig normalisiert wurde, vergeht auch der Schmerz wieder.
  • Psychosomatischer Schmerz
    Darunter versteht man körperlichen Schmerz als Ausdruck einer seelischen Belastung.
  • Viszeraler Schmerz
    Dumpfe, die inneren Organe betreffende Schmerzen, werden als viszerale Schmerzen oder Eingeweideschmerzen bezeichnet. Dazu gehören zum Beispiel Schmerzen bei Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren oder Blinddarmentzündung.
  • Übertragener Schmerz
    Bei dieser Schmerzform kann der Betroffene nicht mehr unterscheiden, ob der Schmerz seinen Ursprung in den Organen hat oder von der Körperoberfläche kommt. Zum Beispiel können Gallenbeschwerden auf die rechte Schulter, Bauchspeicheldrüsenschmerzen in beide Schultern und Herzbeschwerden auf die linke Schulter übertragen werden.
Außerdem unterscheidet man zwischen akuten und chronischen Schmerzen.

Die Ursachen für akuten Schmerz sind vielfältig (Brüche, Verbrennungen, Schnittwunden, Entzündungen). Schmerz ist daher ein Symptom, dass im Rahmen fast aller Erkrankungen des Menschen in unterschiedlicher Intensität auftreten kann.

Chronischer Schmerz kann aufgrund einer gestörten Schmerzwahrnehmung, aber auch durch ungünstiges Schmerzverhalten ausgelöst werden. Als Schmerzverhalten wird jede beobachtbare Reaktion bezeichnet, durch die der Betroffene seine Erkrankung mitteilt (Äußerungen, Gesichtsausdruck, Schonhaltung, Rückzug, Schmerzmitteleinnahme). Dieses Verhalten ist insoweit sinnvoll, wie es der Schmerzlinderung dient. Andererseits kann aber eben dieses Verhalten auch zur Chronifizierung der Schmerzen beitragen: So kann eine dauerhafte Schonhaltung zur Schwächung der Muskulatur führen und dadurch Bewegung noch schmerzhafter machen (das stärkeres Schonverhalten nach sich zieht ...).

Chronischer Schmerz kann außerdem durch einen Schmerzmittelmißbrauch entstehen. Bei einer Dauermedikation mit Schmerzmitteln ist nicht nur mit Nebenwirkungen zu rechnen, es kann auch eine Verstärkung des Leidens eintreten. Zudem reagiert die Umwelt häufig mit Aufmerksamkeit und Entlastung, wenn der Schmerz für sie sichtbar wird. Diese Anteilnahme tut dem Betroffenen einerseits gut, andererseits wird er - ohne dies zu beabsichtigen - für seine Erkrankung durch die Entledigung von unangenehmen Pflichten und Zuwendung "belohnt". Wenn er dahingegen weniger Schmerzverhalten zeigt und wieder aktiver wird, wird er für diesen Fortschritt "bestraft", da nun die Unterstützung wegfällt.




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