Ohrgeräusche

Anwendungsgebiete & Beschwerden || Quellen (Stand: 07. April 2016)

auch bezeichnet als:
Ohrensausen; Tinnitus

Ohrgeräusche, auch Tinnitus oder Ohrensausen genannt, sind Wahrnehmungen des Gehörs, die nicht auf äußere Geräusche zurückzuführen sind. Die wahrgenommenen Geräusche sind so unterschiedlich wie die Menschen selbst. Das reicht von hohen und spitzen Pfeiftönen über Rauschen, Zischen oder Summen bis zum Brummen oder langsamen Pulsieren.

Jeder Vierte hat solche Ohrgeräusche schon einmal wahrgenommen, glücklicherweise meist nur vorübergehend. Den unterschiedlichen Geräuschen im Kopf oder in den Ohren ist eines gemein: Bis auf seltene Ausnahmen hört sie nur der Betroffene selbst. Man spricht dann vom subjektiven Tinnitus. Ein "akuter" Tinnitus ist ein erst kürzlich aufgetretener. Als „chronisch“ wird er ab einer Dauer von etwa drei Monaten bezeichnet.

In Deutschland leiden 2,4 Millionen Bundesbürger (älter als zehn Jahre) an chronischen Ohrgeräuschen. 35 Prozent dieser Personen hören ihr chronisches Ohrgeräusch nur bei Stille, bei 44 Prozent lässt sich der Tinnitus durch alltägliche Umgebungsgeräusche überdecken und bei 17 Prozent ist der Tinnitus selbst bei großem Lärm wahrnehmbar. Nach einer sechsstufigen Schweregradeinteilung leiden in Deutschland etwa 1,5 Millionen Bürger mittelgradig bis unerträglich darunter. Dies entspricht etwa 1,1 Prozent der Bevölkerung.

Andere in diesem Zusammenhang relevante Anwendungsgebiete:

Wann zum Arzt?

Ohrgeräusche sind eine Störung, keine Krankheit, und im Allgemeinen auch kein Anzeichen für eine Gesundheitsgefährdung. Da sie in den meisten Fällen nur vom Betroffenen selbst wahrgenommen werden, entscheidet der Grad der Belästigung darüber, ob ein Arzt aufgesucht wird, oder nicht.

Wer nur zeitweilig unter Ohrgeräuschen leidet, kann selbst versuchen, etwas dagegen zu tun. Tritt die Belästigung immer häufiger oder gar dauerhaft auf und überschreitet sie ein erträgliches Maß, sollte innerhalb von 24 Stunden zu einem Facharzt für Hals-Nasen-Ohren-Krankheiten gehen. Ohrgeräusche sind häufig die Folge, aber auch manchmal Vorboten eines Hörsturzes. Dabei kommt es durch mangelnde Blutversorgung des Innenohrs zum Untergang von Hörsinneszellen. Die Folge kann eine mehr oder weniger starke Hörminderung bis zur Taubheit sein.




Apotheken-Notdienst