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Multiple Sklerose

Anwendungsgebiete & Beschwerden || Quellen (Stand: 05. Juni 2008)

auch bezeichnet als:
Encephalomyelitis disseminata; MS; Polysklerose

Das kann der Arzt tun

Die multiple Sklerose ist (noch) nicht heilbar. Eine Früherkennung der Krankheit ist trotzdem wichtig. Denn ihr Verlauf lässt sich mit modernen, relativ gut verträglichen Therapien verlangsamen und Krankheitsschübe können gemildert werden. Bei der Therapie unterscheidet man die Behandlung eines akuten Schubs, die Dauerbehandlung ("Basistherapie") - sie soll das Fortschreiten der Krankheit hemmen - und die Behandlung krankheitsbedingter Symptome, um jene so weit wie möglich zu bessern oder die Lebensqualität der Betroffenen zu erhalten:
  • Akuter Schub:
    Um die multiple Sklerose möglichst effektiv zu behandeln, bieten sich heutzutage verschiedene Lösungsansätze an. Die medikamentöse Therapie dient im Wesentlichen dazu, in die Prozesse des Immunsystems einzugreifen, also die Mechanismen der Entzündung zu unterdrücken (Immunsuppression) oder sie anderweitig zu beeinflussen (Immunmodulation). So werden bei einem akuten Krankheitsschub hoch dosierte Entzündungshemmer, die Glukokortikoide Prednisolon, Prednisol und Triamcinolonacetonid gegeben. Bei einer Hochdosis-Schubtherapie werden Glukokortikoide als Methylprednisolon über fünf Tage in die Venen gespritzt und anschließend für etwa zehn Tage in zunehmend geringerer Dosis als Tabletten eingenommen. Bei einem schweren Schub, der nicht ausreichend auf Glukokortikoide reagiert, kann eine zusätzliche Blutwäsche (Plasmapherese) nötig werden.
  • Basistherapie:
    Die modernen Immunologika (Immunsuppressiva) Interferon beta-1a, Interferon beta-1b und Glatirameracetat verringern nachweisbar die Häufigkeit und Dauer von einzelnen Krankheitsschüben und können im Idealfall zur Schubfreiheit führen. Dass sich auch das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen kann, wurde bisher nur bei Interferon beta-1a-Präparaten festgestellt.
    Um den Behandlungserfolg günstig zu beeinflussen, wird bei der Interferon-Therapie ein möglichst früher Beginn empfohlen. Allerdings können Interferone zahlreiche Nebenwirkungen hervorrufen. Dabei handelt es sich meist um grippeähnliche Symptome wie Fieber, Müdigkeit und Kopf- beziehungsweise Gliederschmerzen. Seltener können Depressionen, zum Teil sehr schwere, auftreten. Interferone wie auch Glatirameracetat dürfen nicht bei allen MS-Patienten angewendet werden (zum Beispiel nicht während der Schwangerschaft). Alternativ kommen in solch speziellen Fällen intravenöse Immunglobuline (IVIG) in Frage. Schwere Verläufe beziehungsweise ein kontinuierlich zunehmender Verlauf werden mit den Immunologika Azathioprin oder Mitoxantron behandelt.

    Ferner werden bei der MS-Therapie auch die Muskelrelaxanzien Baclofen, Dantrolen und Tizanidin eingesetzt sowie das Antiepileptikum Carbamazepin.







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