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Multiple Sklerose

Anwendungsgebiete & Beschwerden || Quellen (Stand: 05. Juni 2008)

auch bezeichnet als:
Encephalomyelitis disseminata; MS; Polysklerose

Multiple Sklerose (MS, Encephalomyelitis disseminata) ist eine Nervenerkrankung, deren genauer Ursprung noch unbekannt ist. Sie äußert sich in einer Vielzahl von Symptomen, die alle mit dem Ausfall von Nervenfunktionen einhergehen.

MS kommt besonders oft in den westlichen Industriegesellschaften vor, in Deutschland beispielsweise sind 70 von 100 000 Einwohnern betroffen. Frauen erkranken häufiger als Männer (1,8 zu 1), und die Krankheit wird meist erst zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr offensichtlich.

Der Verlauf von MS ist sehr unterschiedlich und kann im Einzelfall nicht vorhergesagt werden. Die Prognose ist für die meisten Erkrankten viel günstiger als allgemein angenommen wird. Während multiple Sklerose bei wenigen schon früh zu einer bleibenden Behinderung führt, verläuft die Erkrankung bei den meisten Betroffenen in Schüben und führt erst nach einer unterschiedlich langen Zeit zu einer zunehmenden Behinderung. Bei 10 Prozent der MS-Patienten verläuft die Erkrankung zeitlebens gutartig.

Multiple Sklerose führt zu vielfältigen Symptomen wie Sehstörungen, Gefühlsstörungen der Haut, Nervenschmerzen oder Muskellähmungen, die oft schubweise auftreten.
  • Über Sehstörungen - in unterschiedlichster Ausprägung - klagen etwa drei Viertel aller MS-Betroffenen. Meist geht die Sehstörung auf eine Entzündung des Sehnervs zurück (so genannte Optikusneuritis). Sie beginnt häufig mit Augenschmerzen, die sich bei Bewegungen der Augäpfel verstärken. Der MS-Patient sieht sein Umfeld auf einem Auge plötzlich wie durch einen Schleier oder Nebel. Je nach Ausmaß der Entzündung kann auch das Farbensehen beeinträchtigt sein, es kann zu "Lichtblitz"-Erscheinungen oder zu Ausfällen des Gesichtsfeldes kommen. In manchen Fällen leidet das so genannte zentrale Sehen, sodass die Patienten plötzlich Schwierigkeiten haben, eine kleine Druckschrift zu lesen. Meist bilden sich die Symptome innerhalb weniger Wochen bis sechs Monaten nach Abklingen der Entzündung wieder zurück. Eine andere Sehstörung betrifft das Sehen von Doppelbildern, das durch eine Lähmung der Augenmuskulatur hervorgerufen wird.
  • Ebenfalls sehr häufig sind Lähmungen der Muskulatur. Verdächtig sind hierfür erste Beschwerden wie allgemeine Mattigkeit und rasche Ermüdbarkeit, welche die Leistungsfähigkeit deutlich einschränkt, angespannte und "steife" Muskeln sowie Schwäche in den Armen und Beinen. Die Lähmung beginnt oft nur in einem Bein. Die Muskulatur kann stark angespannt ("spastisch") und zusätzlich geschwächt sein, Arme und Beine wie auch eine Körperseite können betroffen sein.
  • Auch Empfindungsstörungen sind fast immer anzutreffen. Das sind zum Beispiel ein Taubheitsgefühl oder ein Kribbeln ("Ameisenlaufen") an Armen und Beinen, Spannungsgefühle um Gelenke herum und in der Hüftregion (wie ein "eiserner Handschuh" oder "Gürtel"), Schmerzen, auch eine verminderte Empfindlichkeit (zum Beispiel bei der Temperaturwahrnehmung). Oft beginnen die Missempfindungen in den Fingerspitzen oder in den Füßen und breiten sich dann auf Arme oder Beine aus. Typisch ist das so genannte "Nackenbeugezeichen": Beugen MS-Betroffene den Kopf nach vorne, wird häufig ein blitzartiger Schlag entlang der Wirbelsäule, manchmal bis in die Hände und Füße verspürt.
  • Bei einer Beteiligung verschiedener Hirnnerven kommt es im Gesicht zu Lähmungen (Fazialisparese) oder Schmerzen (Trigeminusneuralgie). Auch Geschmacks- und Gleichgewichtsstörungen sind möglich.
  • Belastend sind für den Patienten vor allem Sprachstörungen. Sie treten neben Unsicherheiten beim Gehen und zitternden Händen auf, wenn das Kleinhirn geschädigt ist. Eine für die multiple Sklerose typische Sprachstörung ist die langsame, schleppende Sprache, bei der die einzelnen Silben abgehackt und explosiv ausgestoßen werden.
  • Etwa zwei Drittel aller MS-Patienten leiden unter Blasenentleerungsstörungen. Dadurch werden Alltagsleben und Wohlbefinden zum Teil schwer eingeschränkt. In frühen Stadien dominiert ein heftiger und kaum zu kontrollierender Harndrang mit unwillkürlichem Harnverlust (Harninkontinenz). Später kommt es meist zu ungewolltem Harnverhalt. Auch Störungen der Stuhlentleerung (meist Verstopfung), der Sexualfunktionen und der Schweißabsonderung können auftreten.
  • Psychische Erkrankungen: MS-Patienten neigen zu Stimmungsschwankungen und depressiven Symptomen wie Traurigkeit, Schlaf- und Antriebslosigkeit. Mitunter zeigen sie auch ein sehr euphorisches Verhalten, das mit dem eigentlichen Krankheitszustand nicht in Übereinstimmung zu bringen ist.


Grundsätzlich können alle genannten Beschwerden einzeln oder in Kombinationen auftreten. Erst das gemeinsame Auftreten verschiedener Symptome sowie der bisherige Krankheitsverlauf geben Hinweise auf die multiple Sklerose.

Ein anderes in diesem Zusammenhang relevantes Anwendungsgebiet:

Wann zum Arzt?

Symptome wie ein plötzlicher Abfall der Sehschärfe oder das Sehen von Doppelbildern sollten unbedingt von einem Arzt untersucht werden. Das Gleiche gilt für starke Missempfindungen wie Kribbeln oder Taubheitsgefühle.

Sollte in der Familie jemand bereits an MS erkrankt sein, ist eine ärztliche Diagnose noch wichtiger.







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