Herzinfarkt

Anwendungsgebiete & Beschwerden || Quellen (Stand: 05. Juni 2008)

auch bezeichnet als:
Myokardinfarkt

Ein Herzinfarkt (Myocardinfarkt) ist ein nicht wieder rückgängig zu machender (irreversibler) Schaden des Herzmuskels. Er entsteht durch Sauerstoffmangel nach einem plötzlichen Verschluss eines oder mehrerer Herzkranzgefäße (Koronararterien).

Je nachdem welcher Teil des Herzmuskels betroffen ist, unterscheidet man zwischen einem Vorderwand-, Hinterwand- und Seitenwandinfarkt sowie einem Scheidewandinfarkt (Septuminfarkt). Darüber hinaus treten auch Kombinationsinfarkte auf. Die Heilungsaussichten sind abhängig von der Schwere des Infarktes und dem Ausmaß des Schadens am Herzmuskel. Infarkte mit den geringsten Heilungsaussichten sind im Allgemeinen Vorderwand- und Scheidewandinfarkte.

Wird ein drohender Infarkt festgestellt, muss so schnell wie möglich, und zwar innerhalb weniger Stunden, eine Therapie erfolgen. Ansonsten entstehen irreparable Schäden in der mit Blut und Sauerstoff unterversorgten Herzregion. Etwa 50 Prozent aller Infarktpatienten versterben, ehe sie ins Krankenhaus eingeliefert werden. Bei der Versorgung im Krankenhaus versterben weitere vier bis zwölf Prozent der Patienten.

Typischerweise treten bei einem drohenden Herzinfarkt heftige Schmerzen über dem Herzen (hinter dem Brustbein) auf. Diese können in die Schulter, den linken Arm, den Hals, aber auch in Unterkiefer und Zähne oder in den Oberbauch ausstrahlen. Auch eine Ausstrahlung in die rechte Körperhälfte (Schulter oder Arm) ist möglich. Auch in Ruhe bessern sich diese Schmerzen nicht, auch Atembewegungen bringen keine Linderung. Daneben kommt es zu Todesangst und Schwächegefühl, Atemnot, Blässe, Schwitzen sowie Übelkeit.

Bei etwa 20 Prozent der Betroffenen kann ein Herzinfarkt ohne die typischen Schmerzen verlaufen. Man spricht dann von einem stummen Herzinfarkt, von dem insbesondere Diabetiker und ältere Menschen betroffen sind.

Ein Infarkt kündigt sich häufig schon frühzeitig an. Viele der Infarktpatienten in Deutschland waren bereits wegen Herzbeschwerden, der so genannten Angina Pectoris, in Behandlung. Andere hatten bereits Herzkatheteruntersuchungen oder gar Herzoperationen hinter sich.

Als Folge eines Herzinfarktes können neben anderen Komplikationen Herzrhythmusstörungen auftreten, der Blutdruck kann abfallen und es kann eine Schwäche des linken Herzmuskels (Herzinsuffizienz) mit Atemnot auftreten.

Andere in diesem Zusammenhang relevante Anwendungsgebiete:

Wann zum Arzt?

Treten die beschriebenen starken Schmerzen über dem Herzen auf, muss unverzüglich ein Notarzt gerufen werden.

Viele Patienten haben bereits eine koronare Herzerkrankung mit Angina Pectoris, bevor es zu einem Herzinfarkt kommt. Falls bei solchen Patienten ähnliche Beschwerden wie bei einem Angina-Pectoris-Anfall auftreten, diese jedoch plötzlich und in Ruhe auftreten und die Patienten nicht auf Nitroglyzerin ansprechen, muss sofort der Notarzt gerufen werden.

Ganz allgemein kann man sagen: Jedes neu aufgetretene und länger anhaltende Engegefühl im Brustbereich muss sofort ärztlich abgeklärt werden. Je eher ein Infarkt behandelt wird, umso besser sind die Heilungsaussichten.




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