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Harnwegsinfektionen

Anwendungsgebiete & Beschwerden || Quellen (Stand: 25. November 2013)

auch bezeichnet als:
Blasenentzündung; Harnwegsentzündungen; infektiöse Ureteritis; Ureteritis, infektiöse

Ursachen

In den allermeisten Fällen wird eine Harnwegsinfektion durch Bakterien verursacht. Sehr selten sind auch Viren, Pilze oder Parasiten Auslöser. Am häufigsten werden Harnwegsinfektionen durch Bakterien vom Typ Escherichia coli ausgelöst. Diese Erreger kommen natürlicherweise im Darm vor. Da bei Frauen die Ausgänge von Darm, Scheide und Harnröhre dicht beieinander liegen, gelangen die Keime zum Beispiel bei der Toilettenhygiene leicht vom Darm über die Harnröhre in die Blase. Dass die Harnröhre bei Frauen relativ kurz ist, begünstigt das Aufsteigen der Bakterien. Darüber hinaus wird vermutet, dass die weiblichen Geschlechtshormone (Östrogene) die Haftfähigkeit der Keime fördern können. Hinzu kommt, dass manche, vornehmlich ältere Frauen, nur wenig trinken und ihre Blase dementsprechend selten entleeren. Je länger der Urin in der Blase verbleibt, desto mehr Zeit haben die Bakterien, um sich darin zu vermehren.

Selten kommt es zu einer Infektion durch Enterokokken und Pseudomonas aeruginosa. Mit diesen Erregern infiziert man sich in der Regel im Krankenhaus, wenn ein Katheter zur Harnableitung gesetzt wurde. Menschen, die dauerhaft einen Katheter tragen, sind außerdem gefährdet, durch Sprosspilze (Hefen) zu erkranken.

Grundsätzlich gibt es drei verschiedene Infektionswege:
  • Bis zu 90 Prozent aller bakteriellen Harnwegsinfektionen sind sogenannte aufsteigende (aszendierende) Infektionen. Dabei gelangen Keime von außen in die Harnröhre und steigen dann über die Harnröhre in die Blase, den Harnleiter und möglicherweise sogar bis in die Niere auf.
  • Eine weitere Möglichkeit ist die direkte Infektion, die durch Kontakt infektiöser Herde vom Bauchfell oder vom Darm entstehen. Ein Beispiel ist die Divertikulitis, bei der sich Darmausstülpungen (Divertikel) entzünden. Durch den direkten Kontakt dieser Darmaussackungen mit beispielsweise dem Harnleiter, kann eine Infektion übertragen werden. Bei Frauen können Infektionen der Geschlechtsorgane, zum Beispiel eine Eileiterentzündung, zu einer direkten Infektion führen.
  • Außerdem gibt es Harnwegsinfektionen, die über das Blut übertragenen werden. Dabei gelangen die Bakterien über die Blutbahn in die Harnwege, was aber nur sehr selten vorkommt.
Bei Frauen kommt es auch häufig zu Infektionen durch eine falsche Reinigung nach dem Stuhlgang. Wichtig ist, dass die Aftergegend immer nach hinten und niemals nach vorne zur Scheide hin gereinigt wird. So vermeidet man Schmierinfektionen. Keime aus dem After gelangen ebenfalls leicht nach dem Geschlechtsverkehr in die Harnröhre. Ein besonderes Risiko besteht, wenn zunächst Analverkehr stattgefunden hat und danach, ohne Reinigung des Penis, eine Penetration der Scheide erfolgt.

Eine Reihe von Faktoren begünstigt die Entstehung von Harnwegsinfektionen:
  • Bei einer angeborenen Anomalie, dem vesikoureteralen Reflux fließt beim Wasserlassen der Urin aus der Harnblase in die Harnleiter zurück. Teilweise gelangt der Urin sogar wieder in das Nierenbecken. Gerade bei Kleinkindern kann dieser Rückfluss stets wiederkehrende Blasenentzündungen verursachen.
  • Zwei bis vier Wochen nach der Einnahme von Antibiotika ist das Risiko für Harnwegsinfekte erhöht. Der Grund liegt möglicherweise darin, dass die Wirkstoffe die Scheidenflora verändern und sich Krankheitskeime dann leichter ausbreiten können.
  • Beim Geschlechtsverkehr können Keime leicht in die Harnröhre der Frau gelangen. Spermientötende Mittel zur Empfängnisverhütung reizen die Schleimhaut, sodass Infektionen leichter Fuß fassen können.
  • Bei Frauen nach den Wechseljahren kann sich die Schleimhaut im Genitalbereich so verändern, dass Harnwegsinfektionen begünstigt sind.
  • Bei Männern kann eine Prostatavergrößerung die vollständige Entleerung der Blase behindern. Dadurch bleibt eine Restharnmenge vorhanden, die ein Nährboden für Keimwachstum sein kann. Ebenso begünstigt eine Einengung der Vorhaut am Penis Harnwegsinfekte.
  • Bei Diabetikern treten Harnwegsinfektionen gehäuft auf, weil die Nieren bei erhöhten Blutzuckerwerten nicht mehr den gesamten Zucker aus dem Urin entfernen können. Zuckerhaltiger Urin ist jedoch ein idealer Nährboden für einige Bakterien und erhöht damit das Risiko für das Auftreten von Harnwegsinfektionen.
  • Nierensteine begünstigen bakterielle Infektionen der Harnwege.
  • Pflegebedürftige Personen sind häufiger von Harnwegsinfekten betroffen, wenn bei ihnen künstliche Harnableiter (Dauerkatheder) zum Einsatz kommen.






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