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Grüner Star

Anwendungsgebiete & Beschwerden || Quellen (Stand: 20. Juni 2008)

auch bezeichnet als:
Augeninnendruckerhöhung; Glaukom

Unter dem Begriff Grüner Star oder Glaukom wird eine Anzahl unterschiedlicher Krankheiten mit typischer Schädigung der Papille (Durchtrittsort von Sehnerv und Gefäßen) und des Gesichtsfeldes zusammengefasst, deren gemeinsamer Auslöser ein zu hoher Augeninnendruck ist. Der alte Ausdruck Grüner Star sollte heute nicht mehr verwendet werden, da er immer wieder Anlass zu Verwechslungen mit dem Grauen Star (Katarakt oder Linsentrübung) gibt.

In der Regel führt ein erhöhter Augeninnendruck zu einer Schädigung des Sehnervs und bei unzureichender Therapie zu Gesichtsfeldausfällen (bestimmte Bereiche innerhalb des Gesichsfeldes können nicht mehr gesehen werden) und Erblindung. Der Grüne Star ist nicht zu verwechseln mit dem Grauen Star, der eine Linsentrübung bezeichnet.

Insgesamt leidet etwa ein Prozent der Bevölkerung an einem Glaukom, wobei das Risiko im höheren Lebensalter deutlich ansteigt. Gefährlich ist vor allem, dass es sich zunächst schleichend und unbemerkt entwickelt. Ab dem 40. Lebensjahr wird eine regelmäßige Glaukom-Früherkennung empfohlen.

Man unterscheidet verschiedene Formen des Glaukoms:
  • Am häufigsten ist das Offenwinkelglaukom, das lange Zeit keine Beschwerden (weder Schmerzen noch Sehverschlechterung) macht. Dabei handelt es sich um eine langsam fortschreitende, meist beidseitig auftretende, Augenerkrankung bei älteren Menschen. Wenn es früh genug erkannt wird, kann das Offenwinkelglaukom sehr gut mit Augentropfen behandelt werden. Ohne Behandlung können jedoch durch ein so genanntes Epithelödem farbige Ringe oder Höfe um Lichtquellen auftreten. Unter einem Epithelödem versteht man eine Wassereinlagerung in der äußersten Schicht der Hornhaut. Im späteren Verlauf kommt es zu Gesichtsfelddefekten bis hin zur völligen Erblindung.
  • Das Engwinkelglaukom führt schon zu Beginn der Kammerwinkelverlegung zu einer Sehverschlechterung. Die Betroffenen sehen wie durch eine Nebelwand, bei Dunkelheit werden Farbringe um Lichtquellen wahrgenommen. Die Bindehaut ist gerötet, die Pupille erweitert, entrundet oder lichtstarr und der Augapfel fühlt sich sehr hart an. Die Betroffenen haben dumpfe Schmerzen um das Auge herum und in der betroffenen Gesichtshälfte, die bis in den gesamten Kopf, zu den Zähnen oder sogar bis in den Bauch ausstrahlen können. Häufig sind auch allgemeine Symptome wie Kopfschmerzen, Herzrhythmusstörungen (Herzstolpern und Herzrasen), Übelkeit und Erbrechen zu beobachten.
    Ein solches Engwinkelglaukom kann sich akut entwickeln oder chronisch mit einem schubweisen Verlauf. Da das akute Glaukom sehr rasch zur Erblindung führen kann, handelt es sich um einen augenärztlichen Notfall. Ein Besuch des Augenarztes ist schon bei den geringsten Anzeichen sinnvoll, denn in seltenen Fällen treten die genannten Symptome zunächst in abgeschwächter Form auf, um dann plötzlich ausgeprägt zu erscheinen.
  • Weitere Formen sind das angeborene (kongenitale) Glaukom bei Kindern und das sekundäre Glaukom als Folge einer anderen Augenerkrankung. Beispiele sind beispielsweise Augenprellungen, Augeninfektionen oder Gefäßneubildungen auf der Regenbogenhaut.
    Das angeborene Glaukom, auch Buphthalmus genannt, entsteht durch eine Entwicklungsstörung des Kammerwinkels. Der chronisch erhöhte Augeninnendruck führt typischerweise zu einer Hornhautvergrößerung und -trübung, zu einer Weitung der Augapfelwand und Vergrößerung des Augapfels. Daher kommt auch der Ausdruck „Buphthalmus“, der so viel bedeutet wie „Ochsenauge“. Das angeborene Glaukom ist zwar selten, aber schwerwiegend. Es kann zur Erblindung kommen, wenn die Erkrankung nicht frühzeitig entdeckt wird. Die Kinder fallen durch besonders „schöne große Augen“ auf. Dieses markante Zeichen, das schon bei Geburt vorhanden sein kann, wird durch die großen Hornhäute bei vergrößertem Augapfel hervorgerufen. Auffällige Symptome bei diesen Kindern sind Lichtscheue, Lidkrämpfe und vermehrter Tränenfluss.


Andere in diesem Zusammenhang relevante Anwendungsgebiete:

Wann zum Arzt?

Ab dem 40. Lebensjahr sollten Sie einmal in drei Jahren eine Glaukom-Vorsorgeuntersuchung durchführen lassen, bei der der Augeninnendruck gemessen wird. Risikopatienten sollten noch häufiger zu Vorsorgeuntersuchungen gehen.

Wenn Sie Sehbeschwerden haben, sollten diese immer augenärztlich abgeklärt werden.

Wenn Sie Beschwerden haben, die auf einen akuten Glaukomanfall hinweisen, sollten Sie sofort in die Klinik gehen. Das können beispielsweise örtliche und ausstrahlende Schmerzen im und am Auge, Nebelsehen sowie das Sehen von Farbringen sein. Der akute Glaukomanfall äußert sich weiter durch sehr starke Kopfschmerzen, Druckgefühle am Auge und Übelkeit, diese Anzeichen sollten schnellstmöglich behandelt werden. Das Gleiche gilt für einen tastbaren harten Augapfel.

Reaktionslose, mittelweite sowie entrundete Pupillen müssen sofort ärztlich untersucht werden. Bläulich verfärbte Bindehäute erfordern ebenfalls eine augenärztliche Untersuchung.

Wenn Sie Gesichtsfeldausfälle beim Sehen feststellen, ist ein Arztbesuch dringend anzuraten.

Bei sehr großen Augen von Säuglingen besteht ein dringender Verdacht auf ein angeborenes Glaukom und es sollte unbedingt ein Facharzt zu Rate gezogen werden. Das gleiche gilt für Krämpfe der Augenlider, erhöhte Lichtempfindlichkeit und vermehrten Tränenfluss.


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