Geburt

Anwendungsgebiete & Beschwerden || Quellen (Stand: 24. Juni 2008)

auch bezeichnet als:
Entbindung; Niederkunft

Eine Geburt gilt als normal, wenn das Kind nach einer Schwangerschaftsdauer von 259 bis 293 Tagen und einer Geburtsdauer von drei bis 18 Stunden aus der vorderen Hinterhauptslage geboren wird. Bei einer normalen Geburt springt die Fruchtblase zu Beginn der Geburt (der Blutverlust der Mutter übersteigt keine 500 Milliliter). Mutter und Kind sind während der Geburt nicht wesentlich gefährdet.

Vorboten, die auf die nahende Geburt hinweisen, sind beispielsweise eine Senkung des Leibes, wodurch eine mögliche Luftnot der Schwangeren zurückgeht, sowie eine Lageveränderung des Kindes, bei der der Kopf in das kleine Becken eintritt.

Vor Geburtsbeginn ist die Schwangere in der Regel psychisch labil, schläft schlecht und verspürt einen verstärkten Druck auf Blase und Darm. Es kommt meist zu einem Schleimabgang aus dem Gebärmutterhals (so genannter Zervixschleimpfropf). Die Kindsbewegungen lassen nach und im weiteren Verlauf ist eine regelmäßige Wehentätigkeit alle zehn Minuten über mindestens zwei Stunden zu beobachten. Die Wehen sind anfangs mit schwachen bis mäßigen Schmerzen, später mit starken bis sehr starken Schmerzen in Bauch und Rücken verbunden. Mit Beginn der Wehentätigkeit springt meist auch die Fruchtblase. Das Fruchtwasser geht über die Scheide ab und der Gebärmutterhalskanal fängt an, sich zu erweitern.

Mediziner untercheiden verschiedene Abschnitte der Geburt. Sie beginnt mit der Eröffnungsperiode, wechselt in die Austreibungsperiode und geht in die Plazentaperiode über, gefolgt von der Postplazentaperiode. Der Ablauf dieser Abschnitte wird im Wesentlichen vom Kind selbst, vom Geburtskanal und von den Wehen bestimmt.

Zeitliche Abweichungen vom normalen Geburtsverlauf werden als Sturzgeburt (extrem schnelle Geburt, bei der das Kind mit einer Wehe ausgetrieben wird) oder als verlängerte (protrahierte) Geburt bezeichnet. Dabei kann die Eröffnungsphase und/oder Austreibungsphase verlängert sein. Die häufigsten Ursachen hierfür sind allgemeine Wehenschwäche, Veränderungen des weiblichen Beckens, ein Missverhältnis von Beckengröße und Größe des Fetus, Lageanomalien des Fetus, übermäßige Fruchtwassermenge sowie eine Nabelschnurumschlingung oder ein Nabelschnurvorfall.

Die normale Geburt ist zwei Stunden nach Ausstoßung der Plazenta, das heißt des Mutterkuchens, beendet Nach der Abnabelung des Kindes wird die Mutter als Wöchnerin bezeichnet.

Andere in diesem Zusammenhang relevante Anwendungsgebiete:

Wann zum Arzt?

Bei Wehen oder starke Unterleibsschmerzen vor dem Geburtstermin, sollten Sie einen Arzt zu Rate ziehen. Der Übergang von Vor- beziehungsweise Senkwehen in die Geburtswehen ist fließend. Gehen Sie zum Arzt, wenn Sie regelmäßige Wehen über einen längeren Zeitraum bei sich beobachten.

Ärztliche Hilfe ist auf jeden Fall nach einem Fruchtblasensprung angezeigt. Gehen oder fahren Sie jetzt nicht mehr selbst in die Klinik, sondern rufen Sie einen Krankenwagen. Auch ein vorzeitiger Abgang von Fruchtwasser kann ein Hinweis auf die Einleitung der Geburt sein. Dies kann sich als tropfen- oder schwallartiges Austreten von Flüssigkeit zeigen. Von einem vorzeitigen Blasensprung spricht man vor der 37. Woche.

Blutungen ohne oder auch in Verbindung mit Wehen sind als Notfall zu betrachten. Lassen Sie umgehend einen Notarztwagen kommen und bleiben Sie liegen.

Wenn die Kindsbewegungen im Mutterleib nachlassen oder nicht mehr zu spüren sind, sollten Sie in jedem Fall einen Arzt aufsuchen.




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