Gallenbeschwerden und -steine

Anwendungsgebiete & Beschwerden || Quellen (Stand: 22. November 2013)

auch bezeichnet als:
Choledocholithiasis; Cholelithiasis

Das Gallensteinleiden, fachlich Cholelithiasis (griech. Chole = Galle, lithos = Stein) genannt, ist die häufigste und bedeutendste Erkrankung der Gallenblase und der Gallengänge.

Gallensteine sind feste Ablagerungen (Konkremente) in der Gallenblase (Cholezystolithiasis) oder in den Gallengängen (Choledocholithiasis). Diese Ablagerungen variieren in ihrer Größe von einigen Millimetern (auch Sludge oder Grieß genannt) bis hin zu zentimetergroßen Steinen. Sie treten vereinzelt oder zu mehreren auf.

Gallensteine bemerkt man in der Regel erst dann, wenn sie zu einer Reizung der Gallenblase oder der Gallenwege führen. Häufig sind diese Beschwerden zunächst eher unspezifisch. Besonders nach fettreichen Mahlzeiten treten Schmerzen im rechten Oberbauch auf, die häufig mit Völlegefühl, Blähungen und Übelkeit verbunden sind. Handelt es sich dabei um eine leichte Gallenblasenreizung, ähneln die Beschwerden denen einer leichten Magenentzündung und können deshalb schnell verwechselt werden. Bei einer stärkeren Reizung können die Schmerzen in den Rücken und in die rechte Schulter ausstrahlen.

Klemmt sich ein Gallenstein im Gallenblasengang (Ductus cysticus) oder im eigentlichen Gallengang (Ductus choledochus) ein, kommt es zu einer so genannten Gallenkolik. Dabei ziehen sich die Muskeln in der Wand der Gallenwege zusammen, um den Stein weiterzubefördern. Durch die Druckerhöhung in den Gallenwegen entstehen heftige krampfartige Schmerzen. Sie sind vor allem im rechten Oberbauch zu spüren und strahlen häufig in den Rücken und die rechte Schulter aus. Sie werden von den Patienten oft als nahezu unerträglich beschrieben. Zwischendurch flauen die Schmerzen ab und setzen nach einer Weile erneut heftig ein.

Eine solche Kolik kann von Aufstoßen, Übelkeit und Erbrechen begleitet sein. Der Stuhl der Patienten ist häufig entfärbt, da durch den Gallenwegverschluss die Gallenfarbstoffe im Stuhl fehlen. Außerdem leiden die Betroffenen oft unter so genannten Fettdurchfällen, da durch den Mangel an Gallenflüssigkeit die Fettverdauung gestört ist. Mitunter tritt in den folgenden Tagen eine leichte Gelbsucht (Ikterus) auf.

Gallensteine in Gallenblase oder in den Gallengängen können auch eine Gallenblasen- oder Gallengangentzündung hervorrufen. Diese äußern sich durch Fieber, heftige Oberbauchschmerzen, Schüttelfrost, Übelkeit, Erbrechen und Gelbsucht.

Andere in diesem Zusammenhang relevante Anwendungsgebiete:

Wann zum Arzt?

Bei Oberbauchkrämpfen, die besonders nach fettreichem Essen auftreten, sollten Sie zum Arzt gehen. Auch bei Fieber oder Schüttelfrost in Verbindung mit Oberbauchbeschwerden sollten Sie ärztlichen Rat einholen, da es sich dann um eine Gallenblasenentzündung handeln kann.

Der Arzt stellt Gallensteine in erster Linie durch eine Ultraschalluntersuchung des Oberbauches fest. Ohne Beschwerden bedürfen sie meist jedoch keiner Behandlung.

Wer Gallensteine hat, sollte diese regelmäßig vom Arzt kontrollieren lassen. Und: Ein Arztbesuch ist bei jeder akuten Gallenkolik notwendig. Wenn sich ein Stein im Ausführungsgang verklemmt, ist schnelle Hilfe erforderlich.




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