Erkältungskrankheiten

Anwendungsgebiete & Beschwerden || Quellen (Stand: 16. Juni 2008)

auch bezeichnet als:
Erkältungen; grippale Infekte; Infekte, grippale

Das können Sie selbst tun

Wer an einer Erkältung leidet, sollte zunächst darauf achten, dass er andere Menschen nicht ansteckt. Dazu gehört zum Beispiel der Verzicht auf Körperkontakt, etwa durch einen Händedruck oder Begrüßungsküsse. Zur Linderung der Beschwerden einer Erkältungskrankheit stehen verschiedene Hausmittel und Medikamente, darunter spezielle Mittel gegen Erkältungskrankheiten, zur Verfügung. Im Folgenden eine Reihe von medikamentösen und nicht medikamentösen Behandlungsvorschlägen:
  • Es sollte viel geruht und auf eine vitaminreiche Ernährung geachtet werden. Alkohol und Rauch sind zu meiden.
  • Die Anwendung von wärmendem Rotlicht kann die Nase befreien und Schleim lösen.
  • Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, besonders in Form von Husten- und Bronchialtees, hilft, Schleim zu lösen. Inhalationen mit Kamille oder mit ätherischen Ölen (Thymian, Eucalyptusöl) unterstützen das Abhusten des Schleims ebenso. Bei Säuglingen und Kleinkindern unter zwei Jahren sollte auf Medikamente und den Einsatz ätherischer Öle verzichtet werden. Weitere schleimlösende Mittel sind beispielsweise Auszüge aus pflanzlichen Wirkstoffen wie Anisöl, Myrtol und Spitzwegerich sowie synthetische Wirkstoffe wie Acetylcystein, Guaifenesin und Ambroxol-HCl.
  • Cineol und Levomenthol werden bei Erkrankungen der oberen (Nasen, Rachen) und unteren (Bronchien) Luftwege angewendet. Weitere pflanzliche Mittel gegen Erkältungskrankheiten sind zum Beispiel Lindenblüten, Campher, Cajeput, Primelwurzel, Kiefernnadel, Eucalyptus, Fichtennadel, Menthol und Andornkraut.
  • Hustendämpfend wirkt Dextromethorphan oder Nelkenöl.
  • Durch den Einsatz von Alpha-Sympathomimetika wie etwa Tetryzolin-Hydrochlorid, Xylometazolin-Hydrochlorid, Oxymetazolin-Hydrochlorid, Dimetindenmaleat, Indanazolin, Naphazolin und Tramazolin können Schwellungen der Schleimhäute zurückgehen.
  • Auch Nasensprays mit den Wirkstoffkombinationen Hyaluronsäure + Natriumsalz, Dexpanthenol + Kaliummonohydrogenphosphat + Meersalz sowie Dexpanthenol + Xylometazolin-HCl kommen häufig zur Anwendung.
  • Melisse wirkt virenhemmend. Außerdem kann ein antiseptisches Mittel (Benzalkoniumchlorid, Dequaliniumchlorid, Cetylpyridiniumchlorid oder die Wirkstoffkombination 2,4-Dichlorbenzylalkohol + Levomenthol + Amylmetacresol) die weitere Ausbreitung der Krankheitserreger verhindern.
  • Eine Befeuchtung der Atemwege beruhigt die gereizte Schleimhaut. Dafür eignen sich kochsalzhaltige Nasentropfen oder Inhalationen mit Kochsalz oder Emser-Salz. Es können auch feuchte Tücher auf die Heizung gelegt werden, um die Raumluft zu befeuchten.
  • Zur Linderung von Schmerzen kann Acetylsalicylsäure in verschiedenen Kombinationen eingesetzt werden. Auch Weidenrinde und Galgantwurzel wirken schmerzlindernd
  • Das Immunologikum Enterococcus faecalis stärkt die körpereigene Abwehr im Kampf gegen Krankheitserreger, ebenso Auszüge aus Pelargonium sidoides-Wurzeln.
  • Wärme tut vielen Erkälteten gut, so können warme Wadenwickel gemacht oder es kann zu Beginn der Infektion ein Erkältungsbad genommen werden. Bei Fieber sind diese Maßnahmen allerdings ungeeignet.
  • Zur Senkung von Fieber eignet sich Paracetamol, das gleichzeitig schmerzlindernd wirkt.
Bei Säuglingen und Kleinkindern ereigneten sich in den USA mehrfach Todesfälle nach Behandungen mit rezeptfreien Erkältungspräparaten. Die dortige Aufsichtsbehörde rät daher offiziell vom Einsatz solcher Medikamente bei Kindern unter zwei Jahren ab. Daher sollte man bei dieser Altersgruppe auch in Deutschland ohne Rat des Arztes keine Medikamente gegen Erkältungen anwenden.

Besonders durch Menthol kann es zu einem so genannten reaktiven Kehlkopfkrampf kommen, der die Atemwege komplett verschließt.

Wann zum Arzt?

"Eine Erkältung dauert eine Woche, mit Arzt nur sieben Tage", sagt der Volksmund. In der Tat muss nicht bei jeder Erkältung ein Arzt konsultiert werden. Bei folgenden Merkmaleen ist ein Arztbesuch ratsam:
  • Starkes Fieber über 39°C hält länger als zwei Tage an.
  • Das Fieber kommt stoßweise und in Anfällen.
  • Der Auswurf ist eitrig oder blutig.
  • Es treten Ohrenschmerzen, sehr starke Kopf- und Gliederschmerzen oder Schmerzen beim Husten auf.
  • Es kommt zu Atemnot.
  • Ein Gefühl der Brustenge stellt sich ein.
  • Die Erkältungssymptome zeigen sich länger als sieben Tage.



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