Erkältungskrankheiten

Anwendungsgebiete & Beschwerden || Quellen (Stand: 16. Juni 2008)

auch bezeichnet als:
Erkältungen; grippale Infekte; Infekte, grippale

Erkältungskrankheiten sind akute Infektionen der oberen Atemwege. Es dringen also Krankheitserreger in den Nasen- und Rachenraum ein und vermehren sich dort. Meist handelt es sich bei den Erregern um Viren. Nur selten lösen Bakterien eine Erkältung aus. Allerdings kommt es infolge der virenbedingten Infektion häufig zu einer Sekundärinfektion durch Bakterien.

In der Umgangssprache wird die Erkältung oft fälschlicherweise als "Grippe" bezeichnet. Dabei handelt es sich bei den Erkältungskrankheiten lediglich um grippale Infekte. Die Grippe dagegen ist eine gefährliche Infektionskrankheit, hervorgerufen durch Influenza-Viren. Unter Umständen kann sie tödlich sein.

Erkältungskrankheiten zeigen sich meist zuerst in der Nase. Ein anfängliches Kitzeln mit Niesreiz geht rasch in Schnupfen (akute Rhinitis) über. Beim Schnupfen ist die Nasenschleimhaut gerötet und geschwollen. Sie produziert ein anfangs wässriges, später dann dickflüssiges Sekret. Wandern die Krankheitserreger weiter durch die oberen Atemwege, können sie andere typische Symptome einer Erkältungskrankheit verursachen:
  • Im Rachenraum entzündet sich die Rachenschleimhaut (so genannte akute Pharyngitis). Es treten Kratzen im Hals, Trockenheitsgefühl und Schmerzen beim Schlucken auf.
  • Ist auch die Kehlkopfschleimhaut, insbesondere die Schleimhaut über den Stimmbändern, von der Entzündung betroffen (akute Laryngitis), kommt es zu Heiserkeit und Hustenreiz. Es können starke Halsschmerzen auftreten. In schweren Fällen kann auch die Stimme versagen. Bei Kleinkindern kommt es im Rahmen einer Erkältung nicht selten zum Pseudokrupp.
  • Entzündungen der Luftröhren- und Bronchialschleimhaut (akute Bronchitis, akute Tracheitis) führen zu Husten. Meist beginnt dieser als trockener Reizhusten. Nach einigen Tagen löst sich der Husten. Es kann zu schleimig-eitrigem Auswurf kommen. Auch Brustschmerzen treten mitunter auf.
Im Verlauf einer Erkältungskrankheit kommt es zu unspezifischen Beschwerden wie Frösteln, erhöhter Temperatur oder Fieber, Kopfschmerzen und Gliederschmerzen sowie allgemeinem Krankheitsgefühl und Müdigkeit.

Eine Erkältung tritt bei Erwachsenen durchschnittlich drei- bis viermal im Jahr auf. Bei Kindern kommt es wesentlich häufiger zu Erkältungskrankheiten, da ihr Abwehrsystem noch nicht so trainiert ist. Nach drei bis fünf Tagen ist eine Erkältung meist von allein verschwunden, sie kann aber auch bis zu zehn Tage dauern.

Andere in diesem Zusammenhang relevante Anwendungsgebiete:

Wann zum Arzt?

"Eine Erkältung dauert eine Woche, mit Arzt nur sieben Tage", sagt der Volksmund. In der Tat muss nicht bei jeder Erkältung ein Arzt konsultiert werden. Bei folgenden Merkmaleen ist ein Arztbesuch ratsam:
  • Starkes Fieber über 39°C hält länger als zwei Tage an.
  • Das Fieber kommt stoßweise und in Anfällen.
  • Der Auswurf ist eitrig oder blutig.
  • Es treten Ohrenschmerzen, sehr starke Kopf- und Gliederschmerzen oder Schmerzen beim Husten auf.
  • Es kommt zu Atemnot.
  • Ein Gefühl der Brustenge stellt sich ein.
  • Die Erkältungssymptome zeigen sich länger als sieben Tage.



Apotheken-Notdienst