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Entzündungen

Anwendungsgebiete & Beschwerden || Quellen (Stand: 22. November 2013)

Die Entzündung ist eine Reaktion des Körpers auf einen zumindest in der Anfangsphase örtlichen Gewebeschaden.

Typische Anzeichen einer Entzündung sind Rötung, Erwärmung und Schwellung der betroffenen Körperstellen. Außerdem können Schmerzen auftreten und die Funktionsfähigkeit kann eingeschränkt sein. Die klassischen fünf Entzündungszeichen bezeichnen Mediziner als Rubor (Rötung), Calor (Hitze), Tumor (Schwellung), Dolor (Schmerz) und Functio laesa (gestörte Funktion).

Auf einen Entzündungsreiz reagiert der Körper mit Bildung und Aussendung von Gewebshormonen wie Histamin, Serotonin, Prostaglandinen, Leukotrienen, Chemokinen und Interferon. Im Blutplasma sind andere Substanzen wie Kinine, Komplement, Gerinnungsfaktoren und Akutphaseproteine für die Ausbildung von Entzündungszeichen verantwortlich.

Entzündetes Gewebe unterscheidet sich von gesundem in zwei Eigenschaften. So ist es wesentlich stärker durchblutet als das umliegende Gewebe. Dadurch kommt es zur Rötung und Überwärmung. Der Überschuss an Blut drückt auf die Blutgefäßwände, die durch die Entzündungsfaktoren durchlässiger sind. Das Blutwasser tritt in das umliegende Gewebe aus und verursacht die für eine Entzündung charakteristische Schwellung. Außerdem kommt es bei einer Entzündung örtlich zur Zersetzung von Zellen. Dabei zerfallen Eiweiße in ihre Bestandteile, die Aminosäuren. Diese Säuren reichern sich im Gewebe an und verschieben den pH-Wert in Richtung sauer. Außerdem ist die Sauerstoffversorgung im entzündeten Gewebe erschwert, was den Stoffwechsel der betroffenen Zellen so verändert, dass bevorzugt saure Produkte entstehen.

Je nach Ausprägung der Entzündung kann es zu folgenden begleitenden Symptomen kommen:Durch eine Entzündung wird die körpereigene Immunabwehr aktiviert. Das Gewebe wird stärker durchblutet, wodurch vermehrt weiße Blutkörperchen in das betroffene Gebiet wandern. Sie vernichten Fremdkörper und beseitigen zerstörte Zellen. Dringt eine bestimmte Art weißer Blutkörperchen, die neutrophilen Granulozyten, in das entzündete Gewebe ein, entsteht Eiter. Man spricht dann von einer eitrigen Entzündung.

Je nach Verlauf einer Entzündung lassen sich perakute, akute, chronische und wiederkehrende (rezidivierende) Entzündungen unterscheiden.

Die perakute Form ist durch einen raschen, meist tödlichen Verlauf gekennzeichnet. Sie wird durch eine hohe Dosis der entzündungsauslösenden Substanz (auch Noxe genannt) verursacht. Bakteriengift ist zum Beispiel in der Lage, eine perakute Entzündung auszulösen. Eine solch schwere Erkrankung kann jedoch auch Folge einer stark geschwächten Immunabwehr sein.

Akute Entzündungen beginnen abrupt, verlaufen aber kurz, mit merklicher Ausbildung von Entzündungssymptomen. Sie heilen entweder aus oder gehen, wenn der auslösende Faktor nicht komplett aus dem Körper verbannt werden kann, in die chronische Form über. Die akute Entzündung zeichnet sich gerade zu Beginn durch die Bildung eines Sekrets, des Exsudats aus. Diese Flüssigkeit verdünnt schädigende Stoffe und transportiert Abwehrsubstanzen an den Ort der Entzündung.

Chronische Entzündungen beginnen meist, ohne dass der Patient es bemerkt. Durch Narbenbildung, Haut- oder Gewebeumbau kann ein körperlicher Schaden bestehen bleiben.

Bei wiederkehrenden Entzündungen wechseln sich Phasen des akuten Schubs und scheinbarer Heilung (Remission) ab. Das häufige Wiederaufflackern der Entzündungszeichen kann ein Hinweis auf eine geschwächte Immunabwehr sein.

Andere in diesem Zusammenhang relevante Anwendungsgebiete:

Wann zum Arzt?

Bei großflächigen oder schmerzhaften Entzündungen ist ein Arzt aufzusuchen. Er ist auch zu befragen, wenn durch Bakterien oder Viren eine Ansteckungsgefahr für andere besteht. Ein Arztbesuch ist ebenfalls angeraten bei starkem Juckreiz, Fieber, Schweißausbrüchen, Schüttelfrost, Mattigkeit und größeren Schwellungen. Das gleiche gilt für entzündungsbegleitende Kopfschmerzen, Muskelschmerzen und Gelenkschmerzen sowie Übelkeit und Erbrechen.



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