Diabetes mellitus vom Typ 1

Anwendungsgebiete & Beschwerden || Quellen (Stand: 05. Juni 2008)

auch bezeichnet als:
Diabetes mellitus, Typ 1; Diabetes, jugendlicher; Diabetes, juveniler; jugendlicher Diabetes; juveniler Diabetes; Typ-1-Diabetes ; Zuckerkrankheit vom Typ 1

Diabetes mellitus ist eine chronische Stoffwechselerkrankung, bei der sich im Blut zu viel Zucker befindet. Dieser Zucker wird auch mit dem Urin ausgeschieden und süßt ihn an. Zur ärztlichen Untersuchung gehörte früher neben der Beschau des Harns ebenso das Schmecken des Patientenurins. Dabei konnte eine Zuckerkrankheit an dem süßen Geschmack erkannt werden, woher auch ihr Name rührt. "Diabetes mellitus" kommt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie "honigsüßer Durchfluss".

Es werden hauptsächlich zwei Diabetesformen unterschieden: Beim Typ-1-Diabetes ist der Körper fortschreitend immer weniger in der Lage, den lebensnotwendigen Botenstoff Insulin zu produzieren. So kommt es mit der Zeit zum absoluten Insulinmangel. Die Erkrankung beginnt meist in der Kindheit oder Jugend und wird daher auch als jugendlicher Diabetes bezeichnet. Diabetes mellitus vom Typ 2 betrifft dagegen meist ältere Menschen. Er beginnt langsam und beruht auf einer zunehmenden Unempfindlichkeit der Zellen gegen das Insulin. Während Typ-2-Diabetes vorwiegend bei übergewichtigen Personen auftritt, sind die Typ-1-Diabetiker meist schlank. Neben diesen beiden genannten Diabetesformen gibt es noch einige seltenere Sonderformen und den Schwangerschaftsdiabetes.

Beim Diabetes mellitus vom Typ 1 zerstören körpereigene Abwehrstoffe Zellen in der Bauchspeicheldrüse, die Insulin produzieren. Alle Körperzellen brauchen Insulin, um Zucker aus der Blutbahn aufnehmen zu können. Den Zucker wandeln sie zu Energie um. Mangelt es an Insulin oder ist gar keines mehr vorhanden, können die Zellen keinen Zucker mehr aufnehmen. Die Zuckerkonzentration im Blut steigt an. Dies führt zu den typischen Symptomen der Krankheit:
  • Weil die Nieren versuchen, den zuckerhaltigen Urin zu verdünnen, muss der Betroffene häufiger Wasser lassen (Polyurie).
  • Der Wasserverlust führt zu starkem Durst.
  • Da den Körperzellen ohne das Insulin weniger Zucker als Energielieferant zur Verfügung steht, wird Eiweiß in Zucker umgewandelt. Außerdem baut der Körper seine Fettreserven ab. Dies führt zu einem Gewichtsverlust des Patienten, und der Patient scheidet mit der Ausatemluft und dem Urin verstärkt bestimmte aromatisch riechende, giftige Fettabbauprodukte wie zum Beispiel Aceton aus.
  • Der Typ-1-Diabetiker fühlt sich schwach und ist vermindert leistungsfähig. Es kommt zu einer verstärkten Infektanfälligkeit, auffällig sind häufige Haut- und Schleimhautverletzungen, Wunden heilen schlechter.
Werden diese Krankheitszeichen nicht rechtzeitig erkannt und wird keine Behandlung mit Insulinspritzen begonnen, kann sich das so genannte diabetische Koma (Coma diabeticum) entwickeln. Es handelt sich hierbei um eine Vergiftung und Störung der Gehirnfunktionen, die sich anfangs durch Benommenheit äußert und sich bis zum Vollbild der Bewusstlosigkeit entwickeln kann.

Diabetes mellitus vom Typ 1 ist eine zurzeit noch nicht heilbare Erkrankung, die sich jedoch durch die lebenslange Zufuhr von Insulin über Spritzen und in naher Zukunft eventuell auch mit inhalierbaren Nasensprays behandeln lässt.

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Wann zum Arzt?

Bei einem Diabetes mellitus vom Typ 1 vergehen oft Monate vom Beginn der Erkrankung bis zum Auftreten der ersten Symptome, da etwa 80 Prozent der Inselzellen zerstört sein müssen, bevor der Insulinmangel vom Körper nicht mehr ausgeglichen werden kann. Allerdings sind die dann auftretenden ersten Beschwerden in der Regel sehr viel heftiger als bei einem Diabetes vom Typ 2. So kann der Stoffwechsel entgleisen (diabetische Ketoazidose) oder es kommt durch die extremen Blutzuckerwerte zu einem Koma (Coma diabeticum). Aus diesem Grund sollten auch bei Kindern die beschriebenen Symptome wie Durst, Heißhunger, Müdigkeit, Leistungsabfall, häufiges Wasserlassen ernst genommen und durch einen Arzt abgeklärt werden.

Bei Diabetes mellitus sind regelmäßige Blutzuckerkontrollen erforderlich. Werden Zuckerwerte außerhalb bestimmter Grenzwerte gemessen, so sollte der behandelnde Arzt informiert werden. Die Therapie ist eventuell anzupassen.




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