Brustkrebs

Anwendungsgebiete & Beschwerden || Quellen (Stand: 11. Juni 2008)

auch bezeichnet als:
Mammakarzinom

Das kann der Arzt tun

Eine Brustkrebstherapie stimmt der Arzt, je nach Ausbreitung und Art des Tumors, individuell auf die Patientin ab. Dabei stehen ihm folgende Möglichkeiten zur Verfügung:
  • Der Tumor sowie einige Lymphknoten aus der Achselhöhle werden durch einen chirurgischen Eingriff entfernt. Da die meisten Tumoren in einem frühen Stadium entdeckt werden, kann bei der Operation die Brust erhalten werden. Ist die Krebserkrankung schon weiter fortgeschritten, wird die gesamte Brust, regionale Lymphknoten und gegebenenfalls auch der darunter liegende Brustmuskel entfernt.
  • Eine Strahlentherapie erfolgt bei den meisten Frauen nach der Operation, um nicht entfernte Tumorzellen zu zerstören und so ein Wiederauftreten des Tumors zu verhindern. Die Behandlung beginnt etwa drei Wochen nach der Tumorentfernung, sobald die Wundheilung abgeschlossen ist. Bei größeren Tumoren kann die Strahlentherapie auch vor der Operation erfolgen, um den Tumor vor der Entfernung zu verkleinern, sodass eine brusterhaltende Therapie ermöglicht werden kann.
  • Nach der operativen Entfernung des Tumors wird unter Umständen eine Chemotherapie mit Zytostatika durchgeführt. Mögliche Wirkstoffe sind beispielsweise Anthracycline , Cyclophosphamid, Paclitaxel oder Docetaxel. Im Gegensatz zur Strahlentherapie können durch die Chemotherapie Tumorzellen, die sich bereits außerhalb der Brust im Körper ausgebreitet haben, erreicht werden. Die Chemotherapie geht oft mit Nebenwirkungen wie Erbrechen, Durchfällen und Ausfall der Haare einher.
  • Eine Hormontherapie wird bei Tumoren mit Hormonrezeptoren angewandt. Hierbei wird die Östrogenproduktion des Körpers durch Medikamente unterdrückt. Östrogen-empfindliche Tumoren werden durch Östrogen zum Wachstum angeregt. Sinkt der Östrogenspiegel im Blut, fällt der Wachstumsreiz auf die Tumorzellen aus. Ein Wirkstoff, der bei einer Hormontherapie zum Einsatz kommt, ist zum Beispiel Tamoxifen. Aromatasehemmer wie beispielsweise Exemestan können eine Alterntive darstellen.
  • In letzter Zeit gewinnt die Immuntherapie mit Trastuzumab zunehmend an Bedeutung und eröffnet neue Behandlungsperspektiven. Einige Mammakarzinome haben bestimmte Rezeptoren, die HER2-Rezeptoren, auf der Zelloberfläche. In den letzten Jahren wurde ein Antikörper entwickelt, der an die HER2-Rezeptoren bindet, die Tumorzelle zerstört oder ihr weiteres Wachstum unterbindet. Da der Antikörper sich selektiv gegen Krebszellen mit Überexpression des HER2 Merkmals richtet, sind die Nebenwirkungen dieser Therapie gering. Trastuzumab wird bislang nur bei Brustkrebs eingesetzt, wenn bereits Tochtergeschwülste vorhanden sind.





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