Asthma

Anwendungsgebiete & Beschwerden || Quellen (Stand: 18. November 2013)

auch bezeichnet als:
Asthma bronchiale; Bronchialasthma

Das kann der Arzt tun

Für die Behandlung des Asthma bronchiale werden verschiedene Arzneimittelgruppen eingesetzt:
  • Entzündungshemmer behandeln die chronische Entzündung als eigentliche Ursache des Asthmas. Sie sollen die Schwellung und Schleimbildung der Atemwege eindämmen. Zur Anwendung kommen besonders Glukokortikoide, wie Fluticason, Budesonid, Mometasonfuroat oder Beclometason. Die Mittel werden meist inhaliert, um den Zielort direkt und mit möglichst wenigen Nebenwirkungen zu erreichen.
  • Bronchienerweiternde Wirkstoffe öffnen die Atemwege und erleichtern das Luftholen. Eingesetzt werden Beta-2-Sympathomimetika wie Salbutamol, Fenoterol, Reproterol, Terbutalin und Clenbuterol oder die länger wirksamen Wirkstoffe Formoterol und Salmeterol.
  • Weniger bedeutsam bei der Behandlung des Asthmas sind die ebenfalls bronchienerweiternden Parasympatholytika wie Ipatropiumbromid, die mehr bei der Atemwegserkrankung COPD eingesetzt werden.
  • Der Wirkstoff Montelukast ist ein Leukotrien-Rezeptor-Antagonist. Leukotriene sind gefäßaktive Eiweißstoffe, die als wichtiger Botenstoff der Allergie gelten. Werden ihre Wirkorte, die Rezeptoren, blockiert, so wird die allergische Reaktion gemindert.
  • Der monoklonale Antikörper Omalizumab bindet an das Immunglobulin IgE. Daurch kann sich dieses nicht mehr an seinen Rezeptor auf der Oberfläche von Immunzellen heften. In der Folge fallen die allergischen Reaktionen wesentlich geringer aus.
Je nach Schwere des Asthmas kommen diese Arzneimittelgruppen in verschiedenen Dosierungen und Darreichungsformen zur Anwendung. Die Therapie erfolgt nach einem Vierstufenplan:
  • In der ersten Stufe, bei zeitweiligem, leichtem Asthma, werden nur bei Bedarf kurz wirksame Beta-2-Sympathomimetika inhaliert.In der zweiten Stufe, bei dauerhaftem, aber leichtem Asthma, dienen niedrig dosierte Glukokortikoide zum Inhalieren als Dauerbehandlung. Akute Anfälle werden mit den vorgenannten Beta-2-Sympathomimetika bekämpft.
  • In der dritten Stufe, bei mittelschwerem dauerhaftem Asthma, besteht die Dauertherapie in der Inhalation stärker dosierter Glukokortikoide, zusammen mit langwirksamen Beta-2-Sympathomimetika. Statt letzterer kann der Arzt auch eine Steigerung der Glukokortikoid-Dosierung erwägen oder die Einnahme von Montelukast, von Theophyllin oder von langwirksamen, retardierten Beta-2-Sympathomimetika.
  • In der vierten Stufe, bei dauerhaft schwerem Asthma, werden hochdosierte Glukokortikoide zusammen mit langwirksamen Beta-2-Sympathomimetika inhaliert. Dazu kombiniert der Arzt bei Bedarf hochdosiertes Theophyllin oder Glukokortikoide zur Einnahme (wie Betamethason, Prednison, Prednisolon oder Methylprednisolon). Bei einem erwiesenermaßen allergischen Asthma kann auch der monoklonale Antikörper Omalizumab gespritzt werden.
Wurde nachgewiesenen, dass für die asthmatischen Beschwerden eine allergische Komponente verantwortlich ist, kann eine Hyposensibilisierung als Therapie in Frage kommen. Dabei bekommt der Allergiker den Stoff, auf den er überempfindlich reagiert, über einen längeren Zeitraum in niedrigen Dosen verabreicht. So soll das Immunsystem trainiert werden, auf die Allergene nicht mehr zu reagieren. Damit wird die Allergiebereitschaft herabgesetzt. Diese Hyposensibilisierung wird auch als Desensibilisierungstherapie bezeichnet.




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