Angststörungen

Anwendungsgebiete & Beschwerden || Quellen (Stand: 12. November 2013)

Von einer Angststörung wird gesprochen, wenn Angstzustände ohne tatsächliche Bedrohung auftreten. Je nach dem, wodurch das Gefühl von Angst hervorgerufen wird und wie lange es andauert, werden drei Formen von Angststörungen unterschieden:
  • Eine Panikattacke oder Panikstörung tritt plötzlich und ohne erkennbaren Grund auf. Sie kann mehrere Stunden andauern. Meist hält sie jedoch zwischen 10 und 30 Minuten an.
  • Bei der generalisierten (allgemeinen) Angststörung treten die Angstzustände in ganz verschiedenen Situationen auf. Sie dauern in der Regel mindestens sechs Monate an und sind von starker Furcht und schweren Sorgen gekennzeichnet.
  • Unter Phobien versteht man durch bestimmte ungefährliche Auslöser (zum Beispiel eine bestimmte Situation oder auch ein Foto) hervorgerufene Ängste wie die Agoraphobie (Platzangst), Klaustrophobie (Angst in beziehungsweise vor geschlossenen Räumen), soziale Phobien, Ängste vor bestimmten Tieren und Flugangst. Unbehandelt dauert eine Phobie oft lebenslang. Das heißt, immer wenn der Auslöser auftritt, kommt es auch zu Angstzuständen.
Die Symptome von Angstzuständen sind Nervosität, Anspannnung, erhöhte Aufmerksamkeit und Erregbarkeit. Sie können sich aber auch in körperlichen Beschwerden wie Herzklopfen, Magendrücken und -schmerzen, Durchfall oder Schweißausbrüchen bemerkbar machen. Häufig geht die Angstsymptomatik außerdem mit Zittern, Mundtrockenheit und Hitzewallungen einher. Viele Betroffene leiden zudem an Atembeschwerden und einem stark beängstigenden Beklemmungsgefühl.

Gelegentlich berichten die Betroffenen von Übelkeit, welche auch mit Erbrechen einher gehen kann. Weiterhin kann es zu Sprachschwierigkeiten und Bewusstseinsstörungen mit Benommenheit und Schwindel kommen. Einige Personen haben regelrechte Angst, zu sterben und beschreiben ein Vernichtungsgefühl mit Todesangst. Die Ängste können mit Depressionen oder Neurosen einhergehen oder auch Anzeichen für diese sein. Jeder vierte Betroffene leidet dauerhaft unter Schmerzen.

Eine unbehandelte Angststörung kann dem Betroffenen jegliche Lebensfreude rauben. Ohne Therapie wird die Erkrankung dazu häufig chronisch und es kommt zum Rückzug aus dem engeren (Familie) und weiteren sozialen Umfeld (Freunde, Kollegen). Häufig wird dann ein Medikamenten- oder Drogenmissbrauch, vor allem von Alkohol (Alkoholabhängigkeit), beobachtet.

Andere in diesem Zusammenhang relevante Anwendungsgebiete:

Wann zum Arzt?

Eine ärztliche Behandlung ist unter anderem angebracht, wenn die Ängste länger andauern, immer wieder auftreten oder sich in schweren körperlichen Symptomen wie Herzrasen, Schwitzen, Durchfall oder Zittern niederschlagen.

Außerdem ist ein Arztbesuch angeraten, wenn Betroffene nicht in der Lage sind, sich selbst aus der Situation zu befreien, die ihrer Angst zugrunde liegt. Sollten Sie also an Angstzuständen leiden, ohne den Grund für die Angst zu kennen, kann eine ärztliche Beratung hilfreich sein.

Treten Angstzustände während der Therapie anderer Krankheiten mit Medikamenten auf, ist ebenfalls der behandelnde Arzt zu befragen. Manchmal kann es sich bei den Angststörungen um Nebenwirkungen dieser Medikamente handeln. Falls notwendig und möglich, wird der Arzt auf andere Medikamente ausweichen.




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