Allergie

Anwendungsgebiete & Beschwerden || Quellen (Stand: 10. November 2013)

Ursachen

Bei einer Allergie hält das Immunsystem eigentlich harmlose Stoffe für gefährliche Eindringlinge. Der erstmalige Kontakt mit diesem Allergen wird als Sensibilisierung bezeichnet. Als Folge bildet das Immunsystem Antikörper, die spezifisch gegen das Allergen gerichtet sind. Beim wiederholten Kontakt kommt es zu Abwehrreaktionen, die den Organismus nicht mehr schützen, sondern schädigen.

Diese Abwehrreaktionen werden, je nachdem auf welche Art und wie schnell sie eintreten, in vier Typen unterteilt:
  • Allergische Reaktionen vom Soforttyp:
    Reagiert der Körper sofort auf die Allergene, so schüttet er vermehrt Antikörper vom Typ Immunglobulin E (IgE) aus. Diese Antikörper heften sich auf bestimmte Zellen des Immunsystems, die Mastzellen. Diese Mastzellen setzen den Botenstoff Histamin frei. Histamin kann nicht nicht nur Entzündungen hervorrufen, sondern auch weitere Abwehrstoffe in das Entzündungsgebiet locken. Es kommt zu allergischen Reaktionen wie Rötung, Schwellung oder vermehrte Sekretbildung der betroffenen Schleimhäute. Die Symptome können innerhalb weniger Minuten auftreten.
    Allergene, die eine Sofortreaktion hervorrufen, sind zum Beispiel Pollen, Hausstaubmilben, Insektengifte, Schimmelpilze und Haustierhaare. Laufende Nase, tränende Augen, Ödeme und Nesselsucht sind in diesem Falle die Folgen gesteigerter Gefäßdurchlässigkeit. Asthma und allergischer Schock stellen weitere, noch schwerwiegendere Ausprägungen der allergischen Reaktion vom Soforttyp dar.
  • Zelltoxische Reaktionen:
    Bei einer zelltoxischen Reaktion werden vermehrt Antikörper vom Typ Immunglobin M und G gebildet. Sie setzen sich vor allem auf die Blutzellen des Körpers, was wie eine Markierung wirkt. Die so gekennzeichneten Zellen werden von den Killerzellen des Immunsystems aufgelöst. Zelltoxische Reaktionen treten etwa sechs bis zwölf Stunden nach Kontakt mit dem Allergen ein. Ein Beispiel hierfür ist die allergische Reaktion nach einer Blutübertragung.
  • Allergische Reaktionen vom Immunkomplextyp:
    Eine Immunkomplexallergie macht sich nach etwa sechs bis zwölf Stunden bemerkbar. Auch dabei werden Antikörper vom Typ Immunglobin M und G gebildet. Zusammen mit dem Allergen bilden sie einen Komplex, der in das Gewebe eindringt und dort Entzündungen auslöst. Beispiele sind die Vogelzüchterlunge und die Farmerlunge.
  • Allergien vom Spättyp:
    Die Symptome der Spättyp-Allergie zeigen sich nach etwa 24 bis 72 Stunden. Bei dieser allergischen Reaktion werden die an der Immunabwehr beteiligten T-Lymphozyten beim ersten Kontakt mit dem Allergen speziell empfindlich (sensibilisiert). Ein erneuter Kontakt mit der Substanz führt durch Aussendung von Lymphokinen zur Aktivierung und Reifung von Fresszellen (Makrophagen) und ihnen verwandten Zellen. Diese wandern an den Ort, wo die Allergene eindringen. Meist ist dies die Haut. Aber auch frisch transplantierte Organe können Grund für eine allergische Reaktion. sein, die sich vor allem durch Entzündungssymptome äußert. Latex- und Chlorallergie sind typische Spättyp-Allergien.
    Die Lichtallergie (oder Photoallergie) kann nach Gabe von Medikamenten oder nach Benutzung von Sonnenschutzmitteln und anderen Substanzen auftreten. Durch Immunvorgänge im Körper entsteht eine Überreaktion auf Sonnen- oder UV-Licht. Nach erneuter Gabe desselben Stoffes kann sich diese Lichtempfindlichkeit für immer manifestieren und unter Einwirkung von Sonnenlicht zu Hautausschlägen führen.



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