Allergie

Anwendungsgebiete & Beschwerden || Quellen (Stand: 10. November 2013)

Das können Sie selbst tun

Übertrieben hygienische Lebensverhältnisse erhöhen vor allem bei Kindern die Neigung zur Ausbildung einer Allergie. Kommen Kinder dagegen in Maßen mit Keimen und Schmutz in Berührung, scheint das Immunsystem besser gegen das Risiko einer Allergie gewappnet zu sein.

Besteht bereits eine Allergie, sollten die Kontakte mit dem entsprechenden Allergen vermieden werden:
  • Bei bekannter Überempfindlichkeit gegen bestimmte Nahrungsmittel, werden diese vom Speiseplan gestrichen.
  • Menschen, die vor allem auf Kosmetika und Produkte zur Körperpflege reagieren, sollten sich nur mit medizinischen, hautneutralen Syndets waschen. Der Arzt kann über rückfettende Öle oder Cremes beraten, die sich für die Haut eignen. Neben Kosmetika gibt es mittlerweile auch Reinigungsmittel und Schutzhandschuhe, die speziell für Allergiker geeignet sind.
  • Reagiert man auf Umweltfaktoren allergisch wie beispielsweise auf den Kot der Hausstaubmilbe oder Haare von bestimmten Tierarten, sind Kontakte mit diesen unbedingt zu vermeiden. Im Falle der Hausstaubmilbe gibt es für Allergiker schon spezielle Bettwaren zu kaufen.
Zur Linderung allergischer Symptome bietet der Arzneimittelmarkt eine breite Produktpalette zur innerlichen oder äußerlichen Anwendung an.

Zur innerlichen Anwendung dient vor allem die große Gruppe der H1-Antihistaminika wie beispielsweise Azelastin, Dimetinden, Loratadin, Levocabastin, Clemastin oder Cetirizin. Diese Mittel bieten sich zur Vorbeugung und Behandlung von Juckreiz oder starken Heuschnupfen-Symptomen an. Antihistaminika-haltige Tabletten können auch Pseudoephedrin enthalten. Dieser Wirkstoff hat einen zusätzlichen abschwellenden Effekt auf die Schleimhäute.

Hochdosiert eingenommenes Kalzium wirkt –besonders bei Hautallergien und Heuschnupfen vorbeugend und allergiemindernd.

Rein äußerlich verwendet man Degranulationshemmer wie Cromoglicinsäure, Lodoxamid und Nedocromil. Als Augen- und Nasentropfen oder Nasenspray sowie als Dosieraerosole werden sie meist zur Vorbeugung von allergisch bedingtem Schnupfen (Heuschnupfen) und allergischem Asthma eingesetzt.

Als hilfreiche Zusatzbehandlung bei allergisch bedingter Bindehautentzündung und bei geschwollen Nasenschleimhäuten dient die Gruppe der Alpha-Sympathomimetika. Wirkstoffe sind zum Beispiel Tetryzolin, Tramazolin und Xylometazolin.

Zur äußerlichen Behandlung von allergischen Reaktionen sind ebenfalls Antihistaminika wie Dimetinden geeignet. Als Gel oder Salben lindern sie vor allem leichte Reaktionen nach Insektenstichen. Sie können eingesetzt werden, wenn es sich nicht vermeiden lässt, mit den Allergenen in Kontakt zu kommen. Aus der Wirkstoffgruppe der Glucocorticoide ist das juckreizmindernde Hydrocortison in leichten Dosierungen freiverkäuflich für den äußerlichen Gebrauch. Die gleiche Wirkung hat der pflanzliche Wirkstoff Bittersüß.

Da Allergien oft familiär gehäuft auftreten, sollten Säuglinge, deren Eltern an einer Allergie erkrankt sind, bis mindestens zum sechsten Monat ausschließlich gestillt werden. So vermindert sich die Gefahr, dass das Kind später Allergien entwickelt.

Wann zum Arzt?

Die allergische Reaktion in Form des anaphylaktischen Schocks ist ein medizinischer Notfall: Er erfordert das sofortige Eingreifen durch einen Notarzt.

Menschen mit Heuschnupfen der leichteren Form können mittels geeigneter Selbstmedikation und - wenn möglich - Meiden des Allergieauslösers die allergischen Symptome lindern. Ein Arztbesuch ist trotzdem erforderlich, denn Patienten mit Heuschnupfen haben ein erhöhtes Risiko, zusätzlich an Asthma zu erkranken. Dies passiert, wenn die Überempfindlichkeit von der Nasen- auf die Bronchialschleimhaut übergeht. In diesem Fall reagieren auch die Bronchien auf allergieauslösende Substanzen. Dieser Vorgang wird als "Etagenwechsel" bezeichnet.

Da Nahrungsmittelallergien mit Symptomen wie Übelkeit und Erbrechen sowie Durchfall einhergehen und diese Anzeichen ebenso zu vielen anderen Erkrankungen passen, empfiehlt sich hier ein Arztbesuch.

Allergische Reaktionen nach Arzneimitteleinnahme sind in jedem Fall dem Arzt zu melden, denn dann ist eine Umstellung der Behandlung auf andere Medikamente erforderlich.

Berufsbedingte Allergien müssen auf jeden Fall ärztlich untersucht werden. Besonders häufig betroffen sind beispielsweise Bäcker oder Frisöre. Eine solche Allergie kann so heftig sein, dass sie zu einem Berufswechsel zwingt.

Leiden Sie an allergischen Symptomen und wissen nicht, auf welche Stoffe Sie reagieren, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Dieser kann mittels eines Allergietests feststellen, auf welche Allergene Sie reagieren und dann geeignete Maßnahmen einleiten.




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