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ADHS

Anwendungsgebiete & Beschwerden || Quellen (Stand: 17. Juni 2008)

auch bezeichnet als:
ADD; ADHD; ADS; Aufmerksamkeits-Defizit-Störung ; Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom ; Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung; Hyperaktivität; Hyperaktivitätsstörung; Hyperaktivitätssyndrom; Hyperkinetische Störung; Hyperkinetisches Syndrom

Die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Störung, kurz ADHS, ist schon im 19. Jahrhundert als "Zappelphilipp" beschrieben worden. Nach Schätzungen der Arbeitsgemeinschaft ADHS der Kinder- und Jugendärzte sind in Deutschland etwa fünf Prozent aller Kinder von der Störung betroffen. Jungen leiden wesentlich häufiger an ADHS als Mädchen. Allerdings äußert sich die Störung je nach Geschlecht unterschiedlich: Während Jungen eher hyperaktiv werden ("Zappelphilipp"), ist bei Mädchen eher die Aufmerksamkeit gestört ("Träumsuse"). Es ist deshalb möglich, dass ADHS bei Mädchen seltener erkannt wird.

ADHS äußert sich durch folgende Symptome. Das Kind:
  • redet sehr viel und laut
  • hat einen großen Bewegungsdrang
  • macht viele Flüchtigkeitsfehler
  • hat große Probleme mit Aufmerksamkeit und Konzentration
  • scheint häufig nicht zuzuhören
  • schreibt in der Schule Wörter falsch ab, schlägt auf den falschen Seiten nach, überhört Anweisungen
  • braucht unverhältnismäßig lange, um Aufgaben zu lösen
  • ist im Alltag sehr vergesslich
  • ist leicht ablenkbar
  • hat eine große Abneigung, sich länger geistig anzustrengen
  • leidet unter Schlafstörungen, besonders unter Einschlafstörungen
  • leidet unter abrupten Stimmungsschwankungen
  • zeigt eine erhöhte Impulsivität
  • hat ein hohes Aggressionspotential
  • neigt schnell zu Wutausbrüchen
  • hat eine negative Selbsteinschätzung
Ungefähr 30 bis 50 Prozent der ADHS-Kinder weisen gleichzeitig andere Auffälligkeiten auf, wie beispielsweise Störungen der Feinmotorik, Teilleistungsstörungen (Lese- und Rechtschreibschwäche), Tics (auch Tourette-Syndrom) sowie Probleme im Bereich der sinnlichen Wahrnehmung.

ADHS kann bereits im Säuglingsalter auftreten. An die Erkrankung sollte gedacht werden, wenn etwa das Baby lang andauernd schreit und Körperkontakt ablehnt. Wird das betroffene Kind nicht therapiert, können die Symptome der Störung bis in das Erwachsenenalter hinein bestehen. Etwa 50 Prozent der Erkrankten, bei denen ADHS in der Kindheit auftrat, bleiben davon betroffen. Nur die Hyperaktivität (Zappeligkeit) verliert sich mit dem Alter.

Für ADHS-Betroffene ist die Berufswahl sehr wichtig. Im künstlerischen und selbstständigen Bereich gelten sie oft als kreativ und erfolgreich, während sie sich für eintönige Jobs weniger eignen. Bekannt ist weiterhin, dass ADHS-Patienten ein höheres Risiko haben, an einem Burnout-Syndrom zu erkranken.

Andere in diesem Zusammenhang relevante Anwendungsgebiete:

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Wann zum Arzt?

Nicht jedes lebhafte Kind leidet unter ADHS. Von einer Störung muss erst ausgegangen werden, wenn die genannten Symptome:
  • sehr ausgeprägt sind
  • länger als sechs Monate auftreten und
  • sich auf verschiedene Lebensbereiche ausdehnen (Schule, Familie, Freizeit).
Bemerken Eltern an ihrem Kind diese Verhaltensauffälligkeiten, sollten sie einen Kinderarzt aufsuchen. Aber auch die Hinweise von Profis wie Erziehern oder Lehrern sollten Eltern zum Anlass für eine Untersuchung nehmen und eventuelle Hinweise auf ADHS nicht aus falsch verstandener Liebe für ihr "lebhaftes" Kind ununtersucht lassen.

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